12. Februar 2016

Burgenblog 2016: Es geht weiter!

von Moritz Meyer

Liebe Leserinnen und Leser, es geht weiter auf der Burg Sooneck. Die Burgenbloggerin bekommt einen Nachfolger. Ich bin Moritz Meyer, Jahrgang 1981 und zur Zeit in Köln lebend. Ab Mai werde ich als Burgenblogger in diesem Jahr über das Mittelrheintal berichten. Schauen Sie sich gerne diese Vorstellungsvideo von mir an, wenn Sie etwas mehr zu mir erfahren wollen.

 

Warum habe ich mich dazu entschlossen, für ein halbes Jahr “auf die Burg” zu gehen? Ich finde die Idee sehr gut, einen Blogger mit dem Blick von außen über eine Region berichten zu lassen. Solche Impulse tun immer gut, das gilt nicht nur das Mittelrheintal, sondern für uns alle. Ich finde das Mittelrheintal als Region sehr spannend. Es ist eine beeindruckend schöne und zugleich widersprüchliche Region. Als Burgenblogger will ich diesen Widersprüchen auf die Spur kommen. Was stimmt, was ist Vorurteil? Was lähmt das Tal? Wo werden Kräfte freigesetzt?

Sooneck Selfie

Ab Mai dann öfter: Ein erstes Selfie auf Burg Sooneck. Foto: Moritz Meyer

Als Weltkulturerbe genießt das Mittelrheintal hohes Ansehen. Dennoch dürfte es den meisten Menschen außerhalb des Tals, von gelegentlichen Zugdurchfahrten abgesehen, unbekannt sein. Der Rhein ist der wirtschaftlich und kulturell bedeutendste Fluss Deutschlands. Hier im Tal wird er von der Lebensader zum Trennstrich. Umgeben ist er von einer einzigartigen Landschaft, die alle 500 Meter eine neue Sehenswürdigkeit, ein neues Panorama bietet. Und doch kann es hier einem mitunter trist und einsam vorkommen. Hier leben Menschen, die Touristen aus aller Welt begrüßen dürfen. Und doch sagt man ihnen nach, lieber unter sich zu sein.

Einsatz als mobiler Reporter

Im Einsatz als mobiler Reporter: 2011 berichtete ich für die Rhein-Zeitung unter anderem vom Tankerunglück mit der „Waldhof“. Screenshot: Moritz Meyer

Mir ist das Tal nicht unbekannt. Von 2008 bis 2011 habe ich bereits für die Rhein-Zeitung gearbeitet. Während dieser Zeit war ich oft in dieser Gegend und habe für Reportagen und Berichte recherchiert. Für ein paar Monate bin ich nahezu täglich mit der Bahn zwischen meinem damaligen Wohnort Mainz und Koblenz gependelt. Ich könnte die Strecke mit geschlossenen Augen fahren und wüsste trotzdem jederzeit, wo ich mich befinde. Man kann also sagen: Das Mittelrheintal und ich, wir kennen uns vom Sehen. Nun freue ich mich sehr darauf, diese Bekanntschaft zu vertiefen.

Mein guter Vorsatz als Burgenblogger wird sein: Immer in Bewegung bleiben. Nur so kann man selber was bewegen. Ich möchte möglichst viele Orte kennenlernen, die man im Mittelrheintal gesehen haben muss; bekannte und weniger bekannte. Und natürlich möchte ich viel mit den Menschen im Tal ins Gespräch kommen. Wenn es mir dann noch gelingt, Impulse zu setzen, Menschen zum Nachdenken zu bringen und vielleicht sogar etwas zu verändern (das ist immer am schwierigsten), werde ich im Oktober als zufriedener Burgenblogger gehen.

Zum Abschluss noch ein paar Antworten auf Fragen, die Sie möglicherweise haben, nachdem Sie diesen ersten Beitrag im Burgenblog 2016 gelesen und das Vorstellungsvideo angeschaut haben.

Festung Ehrenbreitstein

Ein zweiter Arbeitsplatz auf der Festung Ehrenbreitstein für den Burgenblogger. Foto: GDKE/Pfeiffer

Warum gibt es einen zweiten Standort für den Burgenblogger an der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz?
Das war ein Angebot der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, das ich gerne angenommen habe. Der Hauptgrund ist, dass ich dadurch mobiler werde. Das Tal erstreckt sich über fast 70 Kilometer. Nimmt man beide Rheinseiten zusammen, hat man ein Gebiet, das sich über 140 Kilometer ausdehnt. Mit dem zweiten Standort in Koblenz wird es leichter, dieses große Einzugsgebiet zu erfassen. Der Stammsitz des Burgenbloggers soll die Burg Sooneck in Niederheimbach bleiben. Dort werde ich im Mai einziehen und mein “Hauptquartier” einrichten. Bei Bedarf kann ich aber eine zweite Wohnung in Koblenz ganz nah bei der Festung benutzen.

Wird der Burgenblogger ständig im Tal sein?
Der Burgenblogger wird meine Haupttätigkeit von Mai bis Oktober. Diesem Blog werde ich den Großteil meiner Zeit, Kraft und Energie widmen. Sollte ich mal nicht vor Ort sein können, lasse ich das Burgenblog trotzdem nicht ruhen. Ich werde Beiträge posten, an neuen Themen arbeiten, auf Kommentare reagieren. Aber als freier Journalist werde ich an anderen Aufträgen arbeiten (müssen). Ich habe auch Familie in Köln. An bestimmten Tagen möchte ich meine Kinder aus dem Kindergarten abholen können. Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist heutzutage für viele Menschen eine große Herausforderung. Es ist stressig, es kostet Nerven, aber wenn es gelingt, ist es das beste Gefühl der Welt.

Es soll viele Ideen geben, aber worüber berichtet der Burgenblogger denn genau?
Es ist noch zu früh, um ganz konkret sagen zu können, was ich machen werde. Um dennoch einfach mal ein paar Dinge zu nennen, die mir im Kopf rumgeistern: Ich bin leidenschaftlicher Kajakfahrer. Ich habe daher fest vor, das Mittelrheintal einmal vom Wasser aus zu entdecken, von Burg zu Festung. Vielleicht gehe ich die Strecke auch mal zu Fuß oder fahre sie mit dem Fahrrad? Natürlich beschäftigen mich auch die großen Mittelrheinthemen wie Brücke oder BUGA 2031. Inwieweit sie in diesem Blog eine Rolle spielen werden, kann ich jetzt noch nicht sagen. Wenn Sie einen Themenvorschlag für mich haben, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

Warum hat es in diesem Jahr keine Ausschreibung gegeben?
Es war eine Entscheidung der Projektträger gewesen, mich anzusprechen, ob ich mir den Job als Burgenblogger vorstellen könnte. Ich fand die Aufgabe sofort sehr reizvoll und herausfordernd und habe schnell zugesagt. Das muss aber nicht heißen, dass es nie wieder eine Ausschreibung geben wird. Vielleicht wird der oder die nächste Burgenblogger*in, von denen es hoffentlich noch viele geben wird, wieder per Ausschreibung gesucht.

8 Kommentare

  • Burgenblogger … was es nicht alles gibt :)
    Hört sich nach einem abwechslungsreichen Job an, bei dem ich dir Moritz viel Spaß und Erfolg wünsche! Vielleicht sollte ich ein ähnliches Projekt mal Mecklenburg Vorpommern vorschlagen und dann die schöne Ostseeküste und die tolle Natur hier oben laufend erkunden. Einen Blog habe ich immerhin schon, wenn auch noch recht frisch.

    Alles Gute vom Jogger!

  • Mac sagt:

    Kann zwar nicht ganz nachvollziehen, warum nun schon wieder ein Journalist den „Blogger“ mimen soll? Aber es ist Ok. Dann macht es eben wieder ein Journalist und nun auch noch ein Ex-Rhein-Zeitung Mitarbeiter. Es kann nach dem missglückten Erstversuch 2015 nur noch besser werden! :-) Wünsche Dir, Moritz viel Spaß und Erfolg dabei!

  • Maria Schmelzeisen sagt:

    Vind es interessant kann ich regelmaessig was ueber Oberwesel lesen. Bin dort geb. aufgewachsen u.s.w.,jedenfalls 1960 ging ich nach Holland um zu heiraten.
    In dieser Zeit war Oberwesel noch wirklich schoen.Es waren genug Geschaefte da ,gute Baecker ,Metzger, viele Wirtschaften die Briefkaesten darf man nicht vergessen.Die alten Leute muessen weit laufen um ihre Briefe los zu werden,tja die Post beschwerd sich das sie nicht genug verdient, eigene Schuld.Es gibt soviele altere Leute die gerne schreiben moechten aber der Briefkasten ist zu weit weg.Dadurch bekommen die Leute auch keine Post.Die Menschen sind schon einsam auf diese Weisse werden sie es noch mehr.Man sagt einfach ,kauft Euch nen Computer .Als ich zur Schule ging bestond so ein Ding noch nicht,habs gelernt mit 70 J.Aber woher das Geld nehmen um sich so nen Kasten zu kaufen?
    Nun jedenfalls wuensch ich Dir auch viel Erfolg, herzlich willkommen kann ich ja nicht sagen wohne immers in Holland.(Ben nou een hollaenner Papzak)grinz.

  • Na da bin ich sehr erfreut und freue mich auf gute und spannende Einträge,viel Spass

  • Jutta Reiss sagt:

    Viel Erfolg, frohes Schaffen und ein herzliches Willkommen im Welterbetal!

  • Wolfgang sagt:

    Herzliche Willkommen im Oberen Mittelrheintal Ich wünsche Dir viel Spaß.