Auf der Suche nach den drei Weisen aus dem Morgenland

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Ich bin in Koblenz unterwegs. Es ist meine letzte Geschichte. Und wie das mit letzten Geschichten so ist, laufen sie nicht ganz, wie sie sollen. Das Schreiben fühlt sich gerade zäh an, schwierig, aber vielleicht liegt das auch am Abschiednehmen. Eine Weihnachtsgeschichte soll es jedenfalls werden, das Koblenzer Kreuzchen ihr Spielort. Und ich werde eine Route gehen, die man nicht so einfach findet. Ungewöhnlich. Anders. Koblenz Neuendorf – zwischen Industriegebiet, Wohnsiedlung, Feste Franz, Kaserne und Volkspark

Fledermäuse und Stollen

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Es ist das erste Mal, dass ich einen Schieferstollen betrete. Der Stollen ist mit einem massiven Eisentor versiegelt. Nicht grundlos befindet sich das Tor am Eingang des Stollens: Zu viele Menschen kamen in den Stollen, um Artefakte aus der Zeit des Bergbaus zu plündern und gefährdeten damit eine ganz besondere Fauna.

Der Sparkasten – eine aussterbende Tradition

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Ich glaube, es muss im September gewesen sein, als ich ihn zum ersten Mal entdeckte: den Sparkasten. Ein metallener Behälter, nicht größer als ein Stromkasten und mit einzelnen Fächern versehen. Diese Fächer wiederum besitzen kleine Geldeinwurfschlitzen. Ein wenig erinnert mich das Ganze an einen Adventskalender – nur eben mit 40 Türchen statt den üblichen 24. Entdeckt habe ich den Sparkasten an der Wand des Oberweseler Wirtshaus „Zum Lamm“.

Ein Koblenzer Mädchen und die Liebe zum Theater

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„Normalerweise treffe ich mich nicht mit jedem, aber du klangst schon am Telefon nett“, sagt Arina Horre mir während unseres Gesprächs in der Koblenzer Schauspielschule S/KO und ich muss lächeln. Denn auch ich dachte bei unserem Telefonat, dass die Frau auf der anderen Seite des Hörers sehr sympathisch klingt.

Eine Märchenburg zu Weihnachten

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Was wäre eine Burgenbloggerin, wenn sie nicht einmal eine andere Burg besuchen würde? Zu Besuch bei Katrin Gerwinat in der Burg Reichenstein.

Ein Landarzt in Oberwesel

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Die Schließung zweier Klinken am Mittelrheintal steht im Raum, der Ärztemangel auf dem Land ist kein neues Thema. Und trotzdem ändert sich wenig an der Situation – im Gegenteil, man hat das Gefühl, es wird immer prekärer. Daher wollte ich mit einem Arzt sprechen, einem, der sich bewusst dafür entschieden hat, aufs Land zu gehen.

Lost Places und Segway-Fahren mit Waldorf und Statler

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Karl-Heinz Vaßen und Michael Dempe sind wie „Waldorf und Statler“ aus der Muppet-Show – selbstironisch, immer mit sarkastisch-liebevollem Unterton zueinander gewandt, als wäre es eine Kombination aus ihrem 30. Jahr Eheleben und einer ausgeprägten Kommentarfreude zum Drumherum. Das Drumherum ist an diesem Tag Rhens, das ich ein zweites Mal besuche.

Lebendes Haus, lebendiger Garten

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Es ist kalt, diesig und grau draußen, als mich Silvia Dechent in Oberwesel auf einem Parkplatz anspricht. Sie hatte das Burgenblogger-Auto gesehen und ich war gerade auf dem Weg zu eben diesem, als wir uns begegnen.
„Sind Sie die Burgenbloggerin?“
„Ja.“
„Sind Sie viele?“, fragt sie mich.
„Wie meinen Sie das?“, sehe ich sie etwas verwundert an.

Der erste Abschied

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Wenn man „Wandern“ und „Zitate“ in eine Suchmaschine eingibt, bekommt man eine Menge kluger Gedanken, die alle irgendwie ein wenig das beschreiben, um was es geht, was man suchen kann oder vermeintlich finden will.
Für mich passt allerdings kein Zitat wirklich, also schließe ich die Tabs wieder und versuche das für mich Erlebte in Worte zu fassen.

Stadtrandlichter

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Der Rhein ist dunkel. Die Straßenlaternen glitzern warm gelblich im Fluss. Es ist Mittwochabend. Fußballabend. Boppards Straßen sind leer, obwohl es erst 19 Uhr ist. So ist also das Mittelrheintal in der dunklen Jahreshälfte, denke ich. Es ist stiller, ruhiger, aber nicht ausgestorben oder verlassen. Passt irgendwie zur Jahreszeit – zum Rückzug.

Hörst Du die Uhren ticken?

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An der Wohnzimmerwand von Doris Spormann hängen Taschenuhren. Viele: große, kleine, mit römischen Ziffern, mit arabischen Ziffern, manche sind verziert, andere schlicht gehalten. Sie machen keine Geräusche, aber es fühlt sich so an. Als würden sie sagen: Die Zeit läuft – hörst du nicht die Uhren ticken?

Ein Bioptop in Bildern

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Schiefer-Abraumhalden, Rheinsteig, Krüppelwald und die Hündin Shaya – aus der Wanderung mit Wolfgang Schmidt sind noch einige Zeichnungen entstanden. Ein Nachtrag in Bildern.

Durch die Biotope Ehrenthals

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Um 9.30 Uhr bin ich mit Wolfgang Schmidt in Ehrenthal verabredet. Wir wollen ein Stück Rheinsteig wandern und einen Zubringerweg zu dem bekannten Wanderweg entlang spazieren. Es ist der letzte warme Herbsttag, Sonnenschein und blauer Himmel. Morgen soll es schlechter werden – das heißt, den heutigen Tag nutzen!

Mit Snapchat und ohne Reiseführer in Koblenz

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Es wird kühler. Am Wochenende werden die Uhren umgestellt, der Herbst ist längst da und die kläglichen Versuche, sich in dünner Kleidung dagegen zu wehren, scheitern mit laufender Nase und Heiserkeit. Kälte bedeutet Umzug. Mein Umzug von der Burg Sooneck auf die Festung Ehrenbreitstein nach Koblenz. Noch halte ich die Stellung in der gemütlichen Rosenburg Niederheimbachs. Lange wird es allerdings nicht mehr dauern, bis ich gehen werde, der Kälte weiche. Also bin ich nach Koblenz gefahren, um die Stadt auf mich wirken zu lassen.

Panikvögel, Gemütlichkeit und Loreley

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„Heute ist leer“, denke ich und blicke aus dem Fenster. In meinem Kopf herrscht eine seltsame Stille. Sie fühlt sich wie der Nachklang eines Konzertes an: Die Ohren hören noch das Phantomwummern der Bässe, man spürt noch die Menschen um sich herum, die längst weg sind, und ein bisschen Rausch umhüllt einen.

Helene, 1000 Jahre Geschichte in vier Stunden

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Helene lerne ich an einem warmen Sommertag auf der Burg Sooneck kennen. Ich sitze am kleinen runden Picknick-Tisch nahe der Burgmauer und schreibe. Auf einmal steht Helene vor mir. Sie hat einen Holzkorb in der Hand, gefüllt mit Zwetschgenkuchen, Kaffee und einer Tischdecke. Außerdem befindet sich darin ein Rüdesheimer Kaffeeservice für drei Personen. Helene trägt ein rosafarbenes Dirndl und hat goldblonde Schulterlange Locken. Ich schaue mich kurz nach den Kameras um, denn für einen Moment habe ich das Gefühl, mich in einem Filmset für Heidi, einem bayrischen Schlagervideo oder dem Heimatkanal zu befinden. Aber da ist kein Filmteam – nur eine Familie mit zwei Kindern, die Helene „Frau Müller“* nennen.

Verwachsene Schrebergärten und Kneipenplausch in Rhens

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Mit einem grünen T-Shirt und der Aufschrift „Beat the Beast“ läuft ein Jogger an mir vorbei. „Rhens?!“, denke ich. Ich war noch nie in Rhens. Klar, durchgefahren bin ich schon einige Male, weiß, dass dort Mineralwasser und diverse Kombinationen mit eben diesem hergestellt werden. Aber das zählt nicht als da gewesen.

Ein Reihenhaus am Rhein und süßer Crêpe

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Es macht „pling“. Es ist das Signal dafür, dass gerade eine E-Mail gekommen ist. „Sie haben Post“ hieß es früher bei AOL. Es passiert immer im selben Rhythmus: Ich poste einen Beitrag, in der darauffolgenden halben Stunde landet eine Nachricht von ihr in meinem Posteingang. Sie kommentiert, regt an, findet kleine Fehler im Text. Sie, das ist Dr. Eleonore Jost aus St. Goarshausen.

Kiosk-Leere und Ewigkeit

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Ich schreibe auf die letzten Seiten meines rosafarbenen Notizheftes, am Umschlag ist eine Vogelfeder mit einer Büroklammer befestigt. Die Feder ist von Wolfgang Schmidt aus Ehrenthal und befindet sich dort seit unserem Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Bornich. Die Feder begleitet mich seit dem wie ein Talisman durch den Mittelrhein.

Kriäärr, Kriäärr, die Lachmöwe schreit

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Hören. Beobachten. Zählen. Warten. Wieder zählen.

„Um Wasservögel zu beobachten und zu zählen, braucht man Disziplin und Expertise“, sagt Manfred Braun. Der 67-jährige pensionierte Biologie-Lehrer weiß, wovon er spricht. Seit seinem 15. Lebensjahr beobachtet er die Tiere, dokumentiert sie, führt ein Flora- und Faunatagebuch. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula, die auch Lehrerin war, zählt er seit fast 30 Jahren die Wasservögel auf dem Rhein.

Mit Red Noami und viel Liebe durch Lahnstein

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Ich bin auf dem Weg nach Lahnstein: Fahre die B42 entlang, bin immer noch überrascht, nein, viel mehr verwundert wie „anders“ von hier der Rhein aussieht, sich das Mittelrheintal entlang der rechten Flussseite erstreckt.
Das Gebirgsmassiv des Taunus drückt sich mal ganz nah an den Fluss – zwischen Rhein und Felswand scheinen bei Ehrenthal und Kestert gerade mal ein paar Bäume und die asphaltierte Straße zu passen. Und dann zieht sich der Taunus nahe der Rheinschleife in Filsen zurück, macht Platz für Obst- und Weinanbau, der Blick kann in die Weite schweifen.

Unerwartet in Hirzenach

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Auf das Unerwartete warten klingt nach Widerspruch und nach keiner guten Idee. Erst recht, wenn man mit eben dieser Idee losfährt, um eine Geschichte zu finden. Denn dann erwartet man ja doch etwas, in diesem Fall eine Geschichte, hat also eine Erwartung an das Unerwartete.

Ips Typographus, Trophäen und Trockenheit

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Es ist ein warmer Septembernachmittag, als ich mich mit Timo Hans treffe. Wir sind verabredet, um uns das Forstrevier Damscheid/Oberwesel anzusehen. Für dieses ist der 39-jährige Förster seit 2010 zuständig – ein Revier mit fast 1400 Hektar Fläche.

Per Anhalter über den Mittelrhein

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Kennen Sie „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams? Es ist das bekannteste Werk des britischen Schriftstellers, eine Mischung aus Komödie, Satire und Science Fiction. Der Protagonist Arthur Dent, ein Durchschnittsengländer, entgeht mit der Hilfe seines außerirdischen Freundes Ford Perfect der Zerstörung des Planeten Erde – sie trampen dem Ende davon.

Heute ist Halbzeit

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Als Halbzeit bezeichnet man in vielen Ball- bzw. Torspielen den Zeitpunkt, wenn die erste Hälfte der Zeit abgelaufen ist, der erste Teil des Spiels vorüber ist. Heute ist Halbzeit. Die ersten drei Monate als Burgenbloggerin auf der Burg Sooneck sind vorbei, ziemlich schnell ist die Zeit vergangen. Drei Monate bleiben, sie liegen noch vor mir.

Ursprung und Wurzel – ein Stück jüdische Heimat

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Eigentlich wollte Odelia nur zwei Wochen in Deutschland bleiben, als sie 1981 kam – daraus wurden mittlerweile mehr als 38 Jahre.
Es ist ein verregneter Tag, der Himmel ist grau, die Wolken hängen über dem Rhein und der Buchfink ruft seinen typischen Regenruf „Trief, Trief“, wie mir Wolfgang Schmidt erklärt. Wir sind mit Odelia auf dem Jüdischen Friedhof bei Bornich verabredet.

Mit dem Mittelrhein auf Augenhöhe – eine Expedition ins Bergwerk

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Man hört rechts – und linksrheinisch bei St. Goarshausen und St. Goar immer wieder dieses Gerücht: alte Gänge unter dem Rhein, Stollen, Rheinsolen, die unter Wasser stehen und von einer Gruppe von Tauchern, die das Ganze erkunden.

„Mein Ruin ist mein Bereich“ Liebe, Geld und Kneipen

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Liebeskummer ist wie ein 10.000-Teile-Puzzle: Er hat eine Altersbeschränkung von sechs bis 99 Jahren, am Anfang ist es mühselig, anstrengend. Der Berg an unendlich niemals zusammenpassenden Puzzleteilen wird nicht kleiner, genauso wie der Schmerz, der nicht enden will. Man weiß nicht, wo man beginnen soll, nichts will funktionieren, man lässt es liegen, haut ab, flieht, kehrt zurück. Nach und nach fügen sich ein, zwei Teile, doch noch macht das alles keinen Sinn. Dann entstehen kleine zusammenhängende Inseln, das Bild baut sich langsam auf, Dinge klären sich, irgendwann dann ist das Puzzle fertig. Befreiend wird es aber erst, wenn alles wieder im Karton liegt, im Keller steht, bestenfalls auf dem Flohmarkt. Die Analogie sitzt nicht ganz, aber ein bisschen stimmt‘s schon.

Räume, Geschichten, Geheimnisse – was Burgmauern erzählen würden

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Die Sonne geht laut Google um 6.43 Uhr auf. Die ersten Strahlen kann ich aber schon kurz nach 6 Uhr von meinem Bett aus sehen, die Sonne dabei beobachten, wie sie sich so langsam über den Taunus schiebt.
„Man kann in jedem Gebäude glücklich oder unglücklich sein“, sagt der niederländische Architekt Rem Kolhaas. „Aber manche Gebäude machen einen unglücklicher als andere.“ Die Burg hinterlässt so langsam ihre Spuren – unglücklich macht sie mich nicht.

Tagesblues? Aber nicht heute!

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Bernie ist Balsam für die Seele. Ich bin erschöpft, müde, kaputt von den letzten Tagen. Es gibt Momente, in denen ist einem alles zu viel. So einen Moment habe ich, als ich vor Bernies Bluesbar stehe.

Mom, I’m coming home to you – Das Leben eines Dauercampers am Rhein

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Ob die B9 oder die B42 entlangfahrend, ob mit dem Schiff kommend, den Rheinsteig entlang wandernd oder vom Loreleyblick Maria Ruh aus schauend – von überall sieht man sie: Die weißen Eigenheime auf Rädern, typisch deutsch geordnet, auf den Zentimeter genau nebeneinander geparkt – weiße Wohnmobile auf Camping- und Stellplätzen.
Die Zeilen „Cuz I live at home in a trailer, Mom I’m coming home to you“ von Eminem in 8 Mile schießen mir jedes Mal durch meinen Kopf, wenn ich eines der weißen Campingmobile sehe.

Myotis Myotis, Metamorphose und Mondschein

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„Und Mitternachtstexte“, füge ich gedanklich hinzu. Es ist zwanzig vor eins, das Mittelrheintal schläft. Auf dem Rhein liegen die orangenen Lichter der Straßenlaternen, der dunkle Fluss verschmilzt mit den Bergen und ab und zu fährt ein Auto auf der B9 entlang. Nur in meinem Burgzimmer brennt noch Licht.

Die letzten ihrer Art – ein Leben auf dem Fluss

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Ein holländisches Familienunternehmen auf einem Frachter

„Das ist Romantik mit Stress“, grinst Robert Wijngaarden, „auf dem Wasser zu sein ist für mich wunderbar, aber die Tage sind lang. Oft sind es 16-Stunden-Schichten. Laden, ausladen, den Fahrplan einhalten, am Mittwoch anlegen in Worms, am Freitag in Düsseldorf.“
Robert Wijngaarden gehört die Salire. Gerade legt das Frachtschiff im kleinen Hafen am Fuße der Loreley an.

Flussabwärts bedeutet hoch: Gelbwangen-Schildkröten und Lu

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„Wir sehen die Dinge, wie wir sind, nicht wie sie sind.“ Als ich Lu begegne, muss ich an die Worte von Anaïs Nin denken.
Lu heißt eigentlich Florian und ist Mitte zwanzig. Er hat feine Gesichtszüge, klare, blaue Augen, die verträumt über den Rhein blicken. Seine dunkelblonden Haare fallen ihm immer wieder ins Gesicht.

Bushaltestellen-Romantik 2.0, Langeweile und Zurückkehren, wo der Fluss die schlechte Laune mitnimmt

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Vor kurzem saß ich in einer Bushaltestelle, der Grund selbsterklärend: Ich wollte einen Bus nehmen. Das Burgenblogger-Auto befand sich in der Werkstatt und ich musste zu dieser gelangen.
Als ich da also in der Bushaltestelle saß, erinnerte ich mich daran, wie viele Nachmittage, Abende, manchmal ganze Tage wir als Jugendliche in unserer Dorf-Bushaltestelle verbrachten. Sie war unser Safe Space, unser Treffpunkt, unser Raum – eben unser „place to be“.

Stabilitas: in Bewegung gehalten. Ein Besuch in St. Hildegard, Eibingen

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Ein heller Klang durchflutet den Raum. Ihre Stimmen sind eindringlich, gehen unter die Haut, lassen Schmerz und Freude entstehen – um das zu fühlen muss man kein Gläubiger, kein Christ sein. Es ist 12 Uhr und ich befinde mich in der Mittagshore, dem Stundengebet der Abteikirche St. Hildegard in Eibingen, einem Ortsteil von Rüdesheim am Rhein.

Ein Tag am Strand – im Zwiegespräch mit der Burg

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„Heute ist wie eine Schneekugel“, denke ich und liege am Strand in Trechtingshausen. Der Tag fühlt sich wie ein mit Wasser befüllter Behälter an und meine Gedanken wie die kleinen, glitzernden Partikel darin. Gut durchgeschüttelt, sodass die darin stehende Miniatur-Landschaft nicht sichtbar wird.

Steinreich: Künstler formt Poesie aus Mittelrhein-Kiesel

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„Hier sieht es nicht immer so aus!“, ruft Detlef Kleinen hastig und eilt auf mich zu. Sein blaues Hemd hat er bis zu den Ellbogen hochgekrempelt, darüber trägt er Hosenträger, die Hände stemmt er in die Hüften. Seine dunkelblonden Locken fallen ihm zerzaust um den Kopf.

Luz del Rhein – das Licht am Rhein

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„Moriré aquí“ – hier werde ich sterben, sagt Anna und lächelt mich an.

Wir begegneten uns eine Woche zuvor, ich lief auf der Burgmauer in Bacharach entlang, während sie mit ihrer Familie auf der selbigen zu Abend aß: Reis, Tortilla, dünn gebratenes Fleisch. Es war spät abends, für deutsche Verhältnisse wäre es ein Mitternachtsmahl gewesen.
Ich setzte mich für einen Moment zu Anna und ihrer Familie an den Tisch, hörte ihren Gesprächen zu, war jedoch müde und sagte, dass ich wiederkommen werde. Anna bot mir an dem Abend an, einmal zu kellnern – und ich nahm an.

Erwartungen an die Liebe und deren Nicht-Erfüllung

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Nachts in Bacharach

Alle suchen sie. Für manch einen ist sie das Lebenselixier, der Stoff, der uns atmen lässt. Dating-Apps verdienen Geld mit ihr, ein Haufen Ratgeberliteratur tut selbiges, unsere Konsumkultur ist mit ihr aufgeladen. Sie lässt uns lachen und weinen. Enttäuscht uns, macht uns lebendig, verletzlich. Die Liebe.

Von Schubladen und Lieblingssesseln: Ein Bummel aus anderem Blickwinkel

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Uschis Lieblingsorte sind Einkaufszentren. Ich sitze mit ihr im Koblenzer Löhr-Center und esse Eis. Uschi und ich sind zu einer Stadtführung verabredet, doch statt Deutschem Eck, Festung Ehrenbreitstein oder Schängelbrunnen besuchen wir das Löhr-Center und das Forum, Koblenz’ – eben Einkaufszentren.

Otherside – Unterwegs in Ehrenthal

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Habe ich schon erwähnt, dass ich Ohrwürmer mag? Also nicht das sechsfüßige Fluginsekt mit dem Zangenpaar am Hinterleib, sondern die zufällig aufkommenden Lied-Schnipsel im Ohr.
Ich habe mal gehört, dass sie eine tiefergehende Bedeutung haben, es einen Sinn hinter ihnen gäbe. Doch auch, dass sie nur auftauchen, wenn unser Gehirn sich langweilt. Das Arbeitsgedächtnis nichts zu tun hat, sich im Leerlauf befindet. Zusammengefasst also eine bedeutungsschwangere Langeweile.

Ein Resümee: el condor pasa

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Der erste Monat ist vorbei – viel zu schnell, wie ich finde. Die Tage sind weggeflogen wie Löwenzahnsamen und statt dem Blütenstiel sind einige Fragen geblieben.
„Wie ist das so, auf einer Burg zu wohnen? Hast du Angst – besonders als Frau? Fühlst du dich da oben einsam? Und woher bekommst du eigentlich Essen?“ Die ersten drei Fragen tauchten immer wieder auf, die Vierte wurde mir nur einmal gestellt, gefiel mir aber.

Das Puppenmuseum – zwischen Realität und Fantasie

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Bitte nennen Sie mich auf keinen Fall Puppenmama“, sagt Eleonore ernst.
Das finde ich schrecklich und beschreibt keinesfalls das, was ich tue, oder wer ich bin.“ Puppenmama klinge nach Vermenschlichung von Puppen. Und Puppen zu vermenschlichen, findet Eleonore grauenvoll. Zugegeben, ich auch.

St. Goar – mehr als eine Erinnerung

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Kuckucksuhren, Leinenkleider und 1000 Teekannen

Als ich nach St. Goar komme, ist mein erster Gedanke „So präsentiert sich also Deutschland.“ Eine kleine Fußgängerzone, in der es mehr Eisdielen als Lebensmittelgeschäfte gibt (3:1), einige Souvenirläden, Leinenkleider, Ketten aus Mineralsteinen und Weinstuben. Es sind vor allem die Souvenirläden, die diesen – ja, teils oberflächlichen – Gedanken hervorrufen.

panta rhei(n) – Immer im Fluss

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Auf einmal ist da Ali.
Ali steht vor einem Informationskasten am Ortseingang von St. Goar und studiert die darin hängende Karte über die Loreley.

Eichenwickler, Frostspanner, Schwammspinner

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Fährt man mit dem Zug linksrheinisch von Bingen nach Koblenz, entdeckt man am Berghang auf der anderen Seite kurz nach Assmannshausen ein vertrocknetes Waldstück.

Ciao Oberwesel!

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Es ist heiß. Die Luft riecht nach warmem Asphalt. Und das Erdbeereis in der Hand des Kindes auf der anderen Straßenseite schmilzt schneller, als es von ihm gegessen werden kann. Mein Körper und mein Geist tun gleiches – zerschmelzen, viel mehr zerfließen in der Hitze. Ich wandere durch Oberwesel, doch habe ich das Gefühl mich an einem Ort in Italien zu befinden.

Mehr als Tempo 25 geht nur flussabwärts

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Sie heißen Anita, Flotte Lotte oder Santa Maria. Sie bringen Sand, Weihnachtsgänse und Sonnenblumenöl. Mit 30 Jahren sind sie alte Damen und schneller als 25 Stundenkilometer sind sie nur flussabwärts. Die Rede ist von Binnenschiffen auf dem Rhein.

Christsterne, Rhein und Barock-Tapete

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Ein grafischer Nachtrag zu meinem ersten Ausflug in Boppard.

 

Man muss sich wundern.

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Jan erforscht das Labyrinth des Lebens. Er sammelt Eindrücke über den Menschen wie andere Briefmarken.

Und dann begegne ich Jan. Er sagt, er sei 200 Jahre alt und der älteste Single-Mann, den es gibt. Ich muss lachen und setze mich an seinen Tisch, ein wenig verwundert über das, was nun kommen würde.

Ein Bopparder Junge mit anatolischen Wurzeln

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Mein erster Ausflug bringt mich nach Boppard. Vielleicht, weil der Ort ein wenig vertraut scheint, ich am Rhein entlangfahren kann und ich mich so an das Burgenbloggerin-Dasein rantasten will.

Streifzüge durch mittelalterliche Gemäuer

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Ich gebe es zu: Bevor ich Burggenbloggerin wurde, kannte ich von der Burg Sooneck nicht mehr als ihren Namen. Obwohl im Hunsrück aufgewachsen, wusste ich weder, dass die Burg in Niederheimbach liegt, noch dass sich über ihr der Sieben-Burgen-Blick befindet.

Im Interview mit der Rhein-Zeitung

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Folgendes Interview ist mit mir am Samstag in der Rhein-Zeitung erschienen. Ich erzähle unter anderem, was mich mit dem Mittelrheintal verbindet und wie ich mir die nächsten sechs Monate vorstelle.

Geistige Umnachtung vs. Wissensdurst

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Da bin ich also. Tausche Rauhfasertapete gegen steinerne Burgmauer. Feinstaub gegen Frischluft. Und Großstadtgeflüster gegen – ja was eigentlich – Provinzstille, Mittelrheintalgesang, Weinberg-Gejodel? So genau weiß ich das nicht. Überhaupt weiß ich noch nicht, was mich hier, also im Mittelrheintal und auf der Burg Sooneck, so alles erwartet. Kann ich ja auch nicht. Denn Horoskope erzählen einem bekanntlich nur das, was man hören will, und die schrullige Dame mit der Glaskugel war gerade nicht da.

Burgenblogger – 2019

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Gute Nachricht für alle Burgenblogger-Fans – und die, die es noch werden wollen: Es tut sich wieder was auf der Burg Sooneck. Am kommenden Samstag zieht dort Mareike Rabea Knevels ein, um als fünfte Burgenbloggerin das Erbe von Jessica Schober, Moritz Meyer, Timo Stein und Christoph Bröder anzutreten.

Machs’s gut, Mittelrhein

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In den vergangenen Tagen habe ich zurückgeblättert, die Geschichten und Bilder im Blog einfach mal Revue passieren lassen. Die ersten Begegnungen und Erlebnisse, sie scheinen beinah unendlich weit zurückzuliegen. Dabei waren es gerade einmal 204 Tage, die ich als Burgenblogger im Mittelrheintal verbracht habe. 204 intensive Tage. Wieder mal so ein Fall von „Wahnsinn, wie schnell doch die Zeit vergeht“.

Wenn die Weinbergheizung qualmt

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Sie gehören zu Braubach ebenso wie die Marksburg, längst sind sie ein Wahrzeichen der Stadt geworden: die drei Schornsteine auf dem Berg Pankert. Im Mittelrheintal nennt man sie liebevoll „die Weinbergheizung“. Demnach gibt es ein Heizsystem in den Weinbergen der Region, und wenn das in Betrieb ist, steigt Qualm aus den Schornsteinen auf. Touristen wie Einheimische scheinen hin und wieder sogar

Koblenz, deine Schokoladenseite

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Ich habe es schon wieder getan. Ich bin nicht wieder an irgendwelchen Felsen herumgeklettert oder habe mich erneut in einem Maislabyrinth verirrt. Nein, ich habe mich wieder mit einem Fotografen getroffen. Und zwar mit Henry Tornow. Da klingelts nicht? Nun ja, den meisten dürfte Henry wohl eher

Der Adler ist gelandet

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Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Und deshalb gibt’s gegen Ende meiner Burgenblogger-Zeit auch nochmal einen Schwung Luftaufnahmen aus dem Mittelrheintal. Ich bin wirklich dankbar, dass ich die Drohne einige Male von der Rhein-Zeitung ausleihen konnte. Das hat dem Projekt mal eine

Die Blätter sind gefallen

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In den vergangenen Wochen war ich doch etwas weniger mit der Kamera im Tal unterwegs als noch im Sommer. Das Wetter hat mir so manches Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Den ein oder anderen Ausflug konnte ich aber dennoch unternehmen. Und dabei habe ich

Sie war ja gar nicht blond!

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Als natürliches und bescheidenes Mädchen beschrieben sie seinerzeit die Vertreter der Presse. Gisela Koch wollte nie, dass viel Wind um ihre Person gemacht wird. Und dennoch kam sie da nicht drum herum. Bei den Ämtern, die sie zwischen 1949 und 1952 innehatte, war das unmöglich. Koch war die erste Loreley, sie war Mittelrheinweinkönigin, und sie war Deutsche Weinkönigin. Ganz schön viel Rummel für eine junge Frau aus St. Goarshausen, die sich eigentlich eher davor scheute

Was, wenn der Kaiser nachts herabsteigt?

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Koblenz hat ein reges Nachtleben. Einige Jahre war ich selbst ein Teil davon. Wie aber zeigt sich Koblenz unter der Woche – am späten Abend und in der Nacht? Und das an einem kalten Herbsttag statt in einer lauen Sommernacht. Ich hab’s mir angeschaut. Nicht im Club oder in der Kneipe, sondern

Fetz ist der neue Blücher

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Wenn ich den Ortsnamen Dörscheid höre, fallen mir spontan drei Dinge ein: das Naturschutzgebiet Dörscheider Heide, Die Königsetappe des Rheinsteigs und der Name Fetz. Fetz gibt’s in Dörscheid gleich zwei, die mir da in den Sinn kommen. Zwei Brüder. Winzer und Destillateur Heinz-Uwe Fetz und dessen Bruder Marcus Fetz. Marcus betreibt mit seiner Frau Nadja das Landgasthaus Blücher. Noch jedenfalls. Denn jetzt ist Fetz der neue Blücher. Was zunächst verwirrend klingt, hab ich mir von Marcus mal erklären lassen. So viel vorweg: Er wird keine Brücke über den Rhein errichten.

Die Akte Humfrey

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„Falls Sie mich nicht verstehen können, kommen Sie einfach näher heran. Das sollte aber eigentlich kein Problem sein, ich habe ein großes Organ…

(kurze Pause und ein neckischer Blick)

Der Rhein gibt es, der Rhein nimmt es

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Einer meiner herbstlichen Streifzüge durch das Obere Mittelrheintal führte mich kürzlich ans Rheinufer zwischen Osterspai und Filsen sowie an den Aussichtspunkt Dreiburgenblick in Patersberg oberhalb von St. Goarshausen. Und ich hatte es bei meinem Facebook-Video vom Rheinufer bereits angesprochen: Das Schöne und das Hässliche

Die Insel der Krähen

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Na gut, streng genommen gehört das Niederwerth vor der Küste Vallendars nicht mehr zum Oberen Mittelrheintal. Und damit fällt es eigentlich auch nicht in meinen „Zuständigkeitsbereich“. Zum Glück sehe ich es aber nicht ganz so eng mit territorialen Grenzen. Und weil ich von meiner Wohnung in der Pagerie am Fuße

Es war einmal

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Ja, das müssen noch Zeiten gewesen sein, als die Menschen in Scharen nach Niederheimbach kamen –  von weit her zum Teil. Die goldene Ära der kleinen Gemeinde am Mittelrhein, so könnte man sagen. Als es den Märchenhain noch gab. Sogar ein Film wurde dort gedreht. In „Einmal am Rhein“ von Regisseur Helmut Weiss aus

Hinauf in die Lüfte

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Ich hab da noch eine Ladung Luftaufnahmen im Köcher. Unterwegs war ich eigentlich im gesamten Oberen Mittelrheintal. Beispielsweise am Binger Mäuseturm, an der Loreley, in Kamp-Bornhofen, in Bacharach, in Oberwesel und an der Burg Sooneck. Ich werde mal schauen, ob ich mir die Drohne auch in den verbleibenden Wochen noch einmal ausleihen kann, um weitere Bilder und Videos aus der Luft machen zu können. Schließlich bietet sich das ja an, wo die Bäume und Weinreben

Wie der Zufall so spielt

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Es wird mal wieder Zeit einige Fotos „loszuwerden“. Einfach so. Ohne besonderen Anlass. Unterwegs war ich mit der Kamera auf den Traumschleifen „Marienberg“ und „Mittelrhein-Klettersteig“. Beide beginnen und enden in Boppard. Der Klettersteig hat’s zum Teil in sich, hier sind festes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ratsam. Mich hat der Klettersteig ganz schön

Verhärtete Fronten

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Es gibt Geschichten, da weiß man als Journalist erst mal nicht, worauf man sich einlässt. Man bekommt einen Anruf oder eine E-Mail, dass dieses oder jenes Thema vielleicht interessant sein könnte. Gelangt man dann zu der Erkenntnis, dass es sich tatsächlich um ein potenzielles Thema handelt, gerät der Stein allmählich ins Rollen.

Auf gute Nachbarschaft

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Eigentlich stellt man sich ja bei den Nachbarn vor, wenn man neu in einen Ort kommt. Weil ich das aber irgendwie im Juni verpasst habe, habe ich es eben jetzt zum Abschied nachgeholt. Die Nachbarn, das sind Till Gerwinat und Katrin Kleemann, die Geschäftsführer der Burg Reichenstein in Trechtingshausen. Meine ehemaligen Burgnachbarn also. Seit 2015 führen der 36-Jährige und die 31-Jährige gemeinsam den Betrieb, zu dem ein Hotel mit 48 Betten, ein Restaurant, ein Shop und ein Museum gehören. Weil das erst mal weniger nach Burgromantik klingt, sondern eher nach viel Arbeit, werden die beiden von einem 20-köpfigen Team unterstützt.

Ein Spaziergang im Flussbett

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Es sind teils bizarre Bilder, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten im Mittelrheintal geboten haben. Der Pegel des Rheins ist so weit gefallen, dass der Pegelturm in Kaub einige Zeit lang keinen Wasserstand mehr anzeigt hat. Dort war eine Messung auf die übliche Methode gar nicht mehr möglich, weil die Stelle am Ufer, an der gemessen wird, bereits auf dem Trockenen lag. Stattdessen steckte eine gewöhnliche schwarz-gelbe Pegelstange im Rhein. Als ich vor einigen Tagen dort am Fähranleger stand, konnte ich daran einen Wasserstand von etwa 25 Zentimetern ablesen. In den vergangenen Tagen ist der Pegel wieder gestiegen. Er lag zwischen 50 und 60 Zentimetern.

Ein erster Abschied

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Ob es nicht einsam ist so ganz allein auf der Burg? Diese Frage wurde mir in den vergangenen Monaten öfter mal gestellt. „Nein, es ist wunderbar“, antwortete ich. Und doch gab es sie natürlich, die wenigen Momente der Melancholie. Die Ruhe hoch oben auf der Burg, ich habe sie genossen. Dem Waldkauz oder den röhrenden Hirschen im Soonwald habe ich nachts gelauscht. Manchmal zog auch eine Rotte Wildschweine grunzend durch den Wald unterhalb der Burg. Tagsüber kamen die Touristen, die Turmfalken schrien, Eidechsen und Schlangen kreuzten meinen Weg. Und auch die Gespräche mit Klaus, Klaus, Leo und Jens, den vier Mitarbeitern auf der Burg, habe ich immer genossen. Wirklich allein war ich also nie.

Willst du mit mir gehen?

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Als Sarah Hulten mich einlud, bei der Planung des nächsten „wein date mittelrhein“ dabei zu sein, dachte ich, na klar, das wird sicher nett unter all den Winzern vom Mittelrhein. Dass ich selbst bei dem Treffen in Boppard noch eine entscheidende Rolle spielen würde, wusste ich da noch nicht. Sarah machte mich kurzerhand zur Los-Fee, ich durfte also die 34 Winzer den jeweiligen Veranstaltungsorten zulosen. Vielleicht hatte ich Sarah in den vergangenen Monaten einmal zu oft etwas neckisch mit „Buga-Fee“ angesprochen. Jetzt machte sie mich kurzerhand selbst zur Fee.

Ein Stück vom Kuchen

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Filsen gibt sich bescheiden. Statt mit der größten Rheinschleife der Welt aufzutrumpfen, begnügt sich die Gemeinde mit einem kleineren Superlativ: der längsten Bank am Rhein. Die zieht sich zwar nicht über die gesamte Rheinschleife, ist aber trotzdem beachtlich lang. Alle Einwohner des Ortes werden hierauf aber sicherlich keinen Platz finden. Zumal mir in Filsen etwas aufgefallen ist, was ich so offensichtlich bisher in noch keinem anderen Ort im Mittelrheintal beobachtet habe. Filsen wächst.

Wenn die letzte Fähre fährt

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Sie fahren sieben Tage in der Woche. Auch an Feiertagen. Bei Wind und Wetter. Und das je nach Saison zum Teil bis in den späten Abend oder sogar bis in die frühe Nacht hinein. Kein gemütlicher Nine-to-five-Job. Nicht freitags zur Mittagszeit Feierabend. Arbeitszeiten, die sicher nicht jedermanns Sache sind. Auch wenn der Arbeitsplatz ein meist malerischer ist: der Rhein.

Bevor der Winter kommt

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Ich fotografiere ja wirklich seit einigen Jahren leidenschaftlich gerne. Damit war auch von Beginn an klar, dass ich im Blog und den dazugehörigen Sozialen Medien den Fokus auf optische Reize legen werde. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, wann ich innerhalb so weniger Monate so viele Fotos gemacht habe.

Der Fluss gehört den Göttern

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Im Mittelrheintal gehen die Meinungen auseinander, spricht man das Thema Flusskreuzfahrten an. Während die einen glauben, dass das Tal nicht viel von dieser Art Tourismus profitiert, weil die Gäste an Bord komplett versorgt werden und lediglich für kurze Ausflüge an Land gehen, denken andere, dass einige dieser Touristen bestimmt nochmal wiederkommen, um die Region auch an Land zu erkunden. Ich glaube, die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.

I’m like a bird, I’ll only fly away

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Es ist unfassbar, welch neue Möglichkeiten mir die Drohne hier im Tal bietet. Mir eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Ich war ja ohnehin schon gerne mit der Kamera unterwegs, mit diesem kleinen Fluggerät macht es gleich nochmal doppelt Spaß die Region zu erkunden. Hier sind also die ersten Fotos. Natürlich filme ich auch fleißig mit der Drohne, wie ihr auf Facebook ja sicherlich schon mitbekommen habt. Aus all den kleinen Videosequenzen werde ich am Ende meiner Burgenblogger-Zeit einen Film zusammenschneiden. Da dürft ihr schon jetzt gespannt drauf sein. Ich glaube, mir sind einige tolle Aufnahmen gelungen. Und mehr Fotos folgen in den kommenden Wochen natürlich auch noch.