Biergarten geöffnet. Nicht. – Erste Eindrücke von der Loreley

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Nach einem Termin in St. Goarshausen habe ich die Gelegenheit genutzt, mal oben auf der Loreley vorbeizuschauen. Ich war seit Jahren nicht mehr dort gewesen. Natürlich wusste ich von den Bauarbeiten und der geplanten Umgestaltung des Geländes und habe deshalb nicht erwartet, ein makelloses Fleckchen Erde vorzufinden. Mein erster Eindruck fiel dennoch ernüchternd aus.

Es sind insgesamt drei Erlebnisse, die mein erstes Loreley-Erlebnis geprägt haben. Wenn ich diese Erfahrungen in einem Wort zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Lieblos. Alles dort oben kommt mir so vor, als fehle es an Herzblut und Leidenschaft, aus der momentan schwierigen Lage das Beste zu machen. Was also ist mir aufgefallen?

  • Biergarten geöffnet. Nicht. Als ich das Schild „Biergarten geöffnet“ sehe, bin ich neugierig. Eine Apfelschorle könnte ich jetzt ohnehin gebrauchen. Doch die Tür zum Biergarten ist abgeschlossen. Umsonst gelaufen. Das ist nun kein großes Drama und ich will es nicht zu hoch aufhängen. Solche Fails passieren halt mal. Aber sie führen bei den Besuchern zu einem Negativerlebnis. Oder man lacht sich halt darüber kaputt, dass jemand vergessen hat, das Schild „Biergarten geöffnet“ abzuhängen. Haha, lustig. Aber weder will man die eigenen Besucher verärgern, noch von ihnen ausgelacht werden, oder?
  • Kein W-Lan im Besucherzentrum. Ich will jetzt nicht zu viel auf dem Internet-Thema rumreiten. Aber ich finde es dennoch befremdlich, dass es im ganzen Besucherzentrum kein freies Internet für die Besucher gibt. Die Loreley ist die Top-Attraktion der Region. Hier kommen die meisten Touristen hin, insbesondere Asiaten und Amerikaner, für die freies W-Lan zum Alltag gehört. Tatsächlich hat man oben auf dem Plateau nicht mal guten Handy-Empfang. Urlaubserlebnisse direkt mit Freunden und Familie teilen? Infos zur Loreleysage auf Wikipedia suchen? Kaum möglich. Dabei gibt es dort W-Lan. Zumindest wird mir auf meinem Smarthphone eines angezeigt. Eine Mitarbeiterin im Besucherzentrum bestätigt mir, dass es in den Büros einen Internetzugang gibt. Warum diesen nicht für die Besucher öffnen? Ein Fall für Freifunk vielleicht?

Edit, 21. Juli 2016: Mittlerweile gibt es freies Internet im Besucherzentrum. 

  • Keine Kreditkartenzahlung möglich. Ich bestelle mir im Besucherzentrum eine Suppe und eine Apfelschorle. Nach mir kommt ein weiterer Gast und will zwei Gerichte und zwei Getränke haben. Bezahlen will er mit Karte, aber das geht nicht. „Lohnt sich nicht“, sagt die Bedienung. Einen Geldautomaten gibt es dort oben aber auch nicht. Als ich später nachfrage, erklärt man mir, dass die Gebühren für kleine Beträge zu hoch wären. „Was bleibt dann noch von einer Cola?“ Kann man das nicht regeln und zum Beispiel einen Mindestbetrag für Kreditkartenzahlung festlegen? Ich will jetzt nicht endlos über den Trend zum bargeldlosen Bezahlen referieren, dem Deutschland ohnehin mal wieder hinterher rennt. Das ist nur ein Teil davon. Der andere ist: Warum lässt man die Menschen nicht so bezahlen, wie es für sie angenehm ist, anstatt etwas vorzuschreiben? In vielen Teilen der Welt ist die Kreditkarte nun mal das Bezahlmittel der Wahl. Der Gast konnte sich das gewünschte Essen nicht leisten. Sein Bargeld reichte nur für zwei Getränke. Negativerlebnis. Ärgerlich.

 

Am Nachmittag habe ich noch bei der VG Loreley angerufen. Am Telefon erklärt man mir, dass ein Besucherzentrum zu den anstehenden Umbauarbeiten geplant sei. Möglicherweise kommt dann auch W-Lan. Wenn es denn im Budget ist. Nun ja. Wie schon gesagt: Das alles wirkte recht lieblos auf mich. Ich will nun nicht sagen, dass dieser eine kurze Besuch auf der Loreley direkt ein umfassendes Bild von der Lage dort oben vermittelt hat. Es war einfach ein erster Eindruck und den wollte ich hier schildern. Ich werde aber  mit Sicherheit noch häufiger dort hoch fahren und verfolgen, wie sich die Loreley entwickelt. Schreibt mir doch mal in die Kommentare, was eurer Meinung dort oben gut und was weniger gut läuft.

10 Kommentare

  • Mona Jung says:

    Die Loreley ist ein internationaler Touristenanziehungspunkt und da gehören Wlanempfang und Kartenzahlung einfach dazu. Ich wundere mich sehr über die Kommentatoren, die das anzweifeln.
    Heir ist es schön und da hat der Gast nicht rumzumeckern, wenn er bestimmte alltägliche Dinge nicht hat??? Und die VG stellt nur Wlan für alle, wenn es im Budge ist ?? Und weil In Köln Im Brauhaus Früh ein schlechter Service ist, können wir das auf der Loreley auch ??? Na toll !! Genau diese Gedanken führen rückwärts und nicht vorwärts.

  • Georg Horn says:

    Nein. Der Artikel ist überschrieben mit „erste Eindrücke von der Loreley“ und dann gehts los mit WLAN und bargeldlosem Bezahlen. Kein Wort über die Loreley selbst und was die Loreley eigentlich ist. Die Loreley wird hoffentlich noch da sein wenn wir mit unseren elenden Smartfons längst Geschichte sind. Haben Sie überhaupt etwas davon gesehen oder konnten Sie den Blick nicht vom Handy losreissen, auf der verzweifelten Suche nach Empfang, den Kopf nach unten und die Augen immer fest auf das Display gerichtet? Vieleicht hätten sie beser daheim, bei gutem Empfang, https://de.wikipedia.org/wiki/Loreley gelesen anstatt selbst hinaus in die rauhe Wirklichkeit zu gehen?

    • Henk says:

      Viel Spaß im Brauhaus Früh in Köln (jährlich von mehr Touristen besucht als die Loreley) beim Bezahlen mit Kreditkarte ! Ausprobieren und Reaktion des Köbes abwarten ! Ist doch direkt am Wohnort um die Ecke.

  • Georg Horn says:

    Leute, die Loreley ist ein tausende Jahre altes Naturspektakel, habts da nix wichtigesres zu tun als über fehlendes WLAN und nicht mögliches bargeldloses Zahlen zu lamentieren. Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland, und wer mal ohne Geld und mit einer defekten Karte Schwierigkeiten hatte zu tanken um wieder heimzukommen, nimmt sehr gerne immer genug davon mit! Und bei den Kumpels in Facebook prahlen dass man auf der Loreley war, kann man auch später noch. Einfach mal die Situation und die Aussicht geniessen!

    • Moritz Meyer says:

      Lieber Herr Horn, danke für ihren Kommentar. Ich verstehe ihren Standpunkt. Ich denke aber auch, dass man mit solchen Dingen wie freiem Internet und verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten einfach moderne Gastlichkeit ausdrückt. Nicht der Gast muss sich unterordnen und das akzeptieren, was da ist. Sondern als Anbieter geht man auf Bedürfnisse und Wünsche der Kunden ein. Die Loreley ist ein herrliches Naturspektakel, das natürlich ganz wunderbar ohne zusätzlichen Schnick-Schnack auskommt. Aber drumherum gibt es eben ganz viel Dienstleistung: Gastronomie, touristische Information, Aktivität. Und die sollte meiner Meinung nach modern aufgestellt sein. Es geht auch nicht um Selbstdarstellung im Netz. Es geht einfach um alltäglichen Nutzen. Ich stelle mir vor, ich wäre mit meiner Frau nachmittags auf der Loreley. Dort oben überlegen wir uns, dass wir abends irgendwo essen gehen wollen. Da wäre es doch praktisch, wenn man schnell über das Smartphone nach passenden Restaurants suchen kann. Das ist ganz einfach Alltag.

  • Sascha Horn says:

    Ja die Loreley ist wirklich ein „Schandfleck“. Eigentlich wurde doch ein Teil verkauft, und man wolle dort ne neue Hotelange bauen. Ich bin gespannt

  • Was gut läuft? Der Loreley-Bob zum Beispiel. Wäre am Besucherzentrum ja auch nur einmal umdrehen nötig. Als „Papa von Zweien“ hätte das aber auch eigentlich ins Auge fallen müssen – oder wäre das zu positiv gewesen?

  • Ruth Perras says:

    Hier (NJ, USA) trage ich fast nie ‚echt‘ Geld. Immer nur Karte. Wir haben es uns sogar angewoehnt, ohne viel Bargeld nach Europa zu fliegen, da man in vielen mehr weltoffenen Gegenden ohne gross Gedoehns mit Karte bezahlen kann. Ja, das ist schlimm, dass es diese Zahlungsmoeglichkeit nicht gibt.
    Meine Familie liebt die Gegend (ich komme vom Hunsrueck, direkt das erste Dorf, Entschuldigung, jetzt Stadt, und wir verbrachten viel Ferien/Urlaubszeit daheim bei der Oma, liefen sogar von oben mal nach Bacharachl, und sind ganz stolz darauf, dass wir auf der Stahleck mal uebernachtet haben. Und bei Josts in Bacharach wird jedes mal eingekauft.

  • Edgar Kirdorf says:

    Das beschreibt genau die Situation, lieblos, kein Interesse in der VG , und kein Geld…..wenn Wifi im Budget ist…..bei 5 Millionen investitionsumme…