Das Unwetter und die Folgen: Stromausfall auf der Sooneck

von
Dieses Stromkabel versorgt die Burg mit Energie.

Eine der Fragen, die ich am häufigsten gestellt bekomme lautet: “Wie ist es denn so, ganz alleine auf der Burg?” Meistens antworte ich dann, dass ich es immer sehr schön dort finde und mich das Alleinsein auch gar nicht stört. Am vergangenen Wochenende war ich allerdings sehr froh, dass ich nicht auf der Burg, sondern im heimischen Köln war. Die Unwetter, die am Mittelrhein schwere Schäden verursacht haben, haben auch der Sooneck zugesetzt.

Gut 60 Liter Regen sind in der Nacht von Sonntag auf Montag über Nieder- und Oberheimbach runtergekommen und haben den oberen Ortsteil teilweise überflutet.

 

Gleichzeitig blitzte und donnerte es kräftig. Da ich am Montag noch in Köln war, und die Burg an diesem Tag geschlossen hat, blieben die Folgen des Unwetters für die Sooneck zunächst unbemerkt. Am Dienstag früh kam dann der Anruf von Herrn Collerius, dem Burgverwalter. Eigentlich wollte ich wieder zur Sooneck fahren, doch davon riet mir Herr Collerius ab. Kein Strom, kein Wasser, man müsse jetzt erstmal Bestandsaufnahme machen und gucken, wann alles wieder funktionieren wird.

Der Stromanschluss der Burg Sooneck. (Alle Fotos: Moritz Meyer)

Es ist nämlich so: Auch die Wasserversorgung der Burg läuft elektrisch. Eine Pumpe befördert das Wasser für Bad, WC und Leitungswasser den Berg hinauf. Fällt der Strom aus, pumpt auch die Pumpe nicht mehr. Einen Tag später machte ich mich dann trotz allem Richtung Sooneck auf, da ich auch dringend ein paar persönliche Gegenstände brauchte, die ich dort gelassen hatte. Vor Ort lief es dann schon wieder halbwegs. Der zuständige Netzbetreiber “Westnetz” hatte ein Diesel betriebenes Notstromaggregat aufgestellt und sich an die Reparaturen gemacht. Sooneck auf Sparflamme.

Dieser Notstromgenerator versorgte die Burg zwischenzeitlich mit Strom.

Die erste Vermutung, das ein Blitz in den Trafo eines Strommasten eingeschlagen hätte, bestätigte sich schließlich nicht. Zum Glück: Das eingesetzte Gerät ist mehr als 30 Jahre alt. Ein passendes Ersatzgerät wäre auf die Schnelle wohl nicht aufzutreiben gewesen. Tatsächlich war aber irgendwo im Wald ein Baum auf die Leitung gestützt. Nachdem der entfernt werden konnte, lief auch der Strom auf der Sooneck wieder. Ich kann jedenfalls wieder auf der Burg einziehen. Und bin ganz froh, dass die “mittelalterlichen Zustände” schnell wieder beendet wurden ;)

1 Kommentar

  • Tim says:

    Tja, zu meiner Zeit ist das Wasser noch vom Berg oben gekommen. Dafür hatten wir öfter kein Telefon weil die Leitungen durch den Wald liefen und da öfter mal Bäume drauf gefallen sind bei Sturm. :-)