Der Traum von der anderen Brücke

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Zwei Themen sorgten in den vergangenen Tagen im Sozialen Netzwerk Facebook für ein bisschen Wirbel. Und beides hat was mit Überqueren zu tun. Da ging es zum einen um die geplante Hängeseilbrücke über das Gründelbachtal bei St. Goar. Und zum anderen um die Umstellung der Fähre Loreley auf ein elektronisches Bezahlsystem, dass ab Dezember die bisher übliche Zehnerkarte ersetzen wird: die „FährCash-PrePaidkarte“.

Der Stadtrat von St. Goar hat bei seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend ersten Planungen für eine Hängeseilbrücke über das Gründelbachtal mehrheitlich zugestimmt. Pläne, eine solche Brücke von Maria Ruh hinüber zur Loreley zu spannen, die es ebenfalls bereits seit einigen Jahren gibt, sind vom Tisch. Dieser Standort würde zwar sicher was hermachen, ist mit dem Welterbe-Status aber nicht vereinbar. Aber auch die Idee einer Hängeseilbrücke im Seitental hat nicht nur Befürworter in der Bevölkerung. Hier mal einige Stimmen aus dem Netz:

„Hab’s gestern im TV gesehen. Ich finde das sieht nicht gut aus neben der Burg, rein optisch…“

„Das die Natur total verschandelt wird, nur damit Geld reinkommt! Die Natur ist doch kein Freizeitpark!!!“

„Braucht kein Mensch.“

„Ich hoffe inständig, dass die meisten dagegen sind! Man kann doch net über jedes Tal solche Brücken spannen und dafür Geld verlangen!“

„Was wir dringend brauchen, ist eine feste Verbindung über den Rhein. Eine Hängebrücke brauchen wir hier nicht und ist vollkommen überflüssig.“

„Noch ein Projekt was Geld verschwendet! Macht erst mal eurer Horror-Projekt am Rhein fertig, die unnötige Plattform!“

 

Dem gegenüber stehen aber auch positive Stimmen, wie diese hier:

„Endlich mal was für Tourismus und Wirtschaft in dieser Region, die seit vielen Jahrzehnten den Anschluss zu verlieren droht. Aber habe an anderer Stelle schon gelesen, dass die üblichen Bedenkenträger und Neinsager von SPD und Grünen schon die Messer wetzen.“

„Das wäre doch großartig!“

„Ich finde es super, dass wir hier auch mal so ne Brücke bekommen. Wer nicht möchte, muss ja nicht drüber laufen.“

„Na das wäre mal was.“

„Coole Aktion.“

 

Auch die Ankündigung der Fähre Loreley, dass ab Dezember der Verkauf der bisherigen Zehnerkarte eingestellt wird, sorgt für Unmut auf Facebook. Stattdessen führt der Fährbetrieb die „FährCash-PrePaidkarte“ ein, eine elektronische und wiederaufladbare Mehrfahrtenkarte. Damit sind sie der erste Betrieb im Oberen Mittelrheintal, der diese Neuerung umsetzt. Ob und wann die anderen folgen werden, ist laut einem Mitarbeiter der Fähre Loreley noch unklar.

 

Hier die Stimmen aus dem Netz:

„Super! Statt mehr Service und Flexibilität am Mittelrhein gehen wir wieder einen Schritt zurück. Fährbund Ade… wäre es nicht schlichtweg ökologischer Unsinn, sollte man sämtliche Fähren boykottieren und von St. Goarshausen nach Oberwesel über die Südbrücke Koblenz (!) fahren. Zum Heulen ist das und eigentlich ein Fall für Antidepressiva, wenn man dran denkt, dass die Mittelrheinbrücke auf absehbare Zeit eine Illusion bleibt.“

„Ein Rückschritt – schlecht für Einheimische und durchaus auch für Gäste welche sich öfter auf beiden Rheinseiten bewegen wollen und länger im Tal verweilen (z. B. Wanderer). Eigentlich sollte mehr zusammenwachsen, mehr kooperiert werden – insbesondere den ÖPNV betreffend, inkl. Fähren. Mit Blick auf die BUGA wird sich hier aber bestimmt noch etwas tun.“

„Und gleichzeitig werden geschickt die Preise erhöht: Statt 1,40 für Fußgänger dann 1,50, statt 3,60 für den PKW 3,75. So ganz stimmig ist das alles nicht!“

 

Diese Fotos hier haben zwar nichts mit der Thematik zu tun, aber die müssen einfach mal veröffentlicht werden. Deswegen hänge ich sie hier mal an. Unterwegs war ich in Assmannshausen und auf der Traumschleife „Fünfseenblick“ oberhalb von Bad Salzig.

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