Hinauf in die Lüfte

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Ich hab da noch eine Ladung Luftaufnahmen im Köcher. Unterwegs war ich eigentlich im gesamten Oberen Mittelrheintal. Beispielsweise am Binger Mäuseturm, an der Loreley, in Kamp-Bornhofen, in Bacharach, in Oberwesel und an der Burg Sooneck. Ich werde mal schauen, ob ich mir die Drohne auch in den verbleibenden Wochen noch einmal ausleihen kann, um weitere Bilder und Videos aus der Luft machen zu können. Schließlich bietet sich das ja an, wo die Bäume und Weinreben sich gerade so schön herbstlich bunt verfärbt haben.

Apropos „Hinauf in die Lüfte“: Neulich, kurz nach meinem Einzug in die Festung Ehrenbreitstein, sah ich zwei junge Männer auf dem Parkplatz am Fuße der Festung, die in der Abenddämmerung irgendetwas im Festungshang zu beobachten schienen. Und wie ich so bin, wenn ich irgendwo ein Stativ mit Kamera oder Fernglas rumstehen sehe, hab ich die beiden einfach mal angesprochen, und gefragt, was sie denn dort beobachten würden. Wobei ich mir die Antwort bereits denken konnte.

Sie hielten Ausschau nach einem Uhu, der größten bei uns vorkommenden Eulenart. Vor einigen Monaten hatte ich in der Rhein-Zeitung gelesen, dass ein Uhu-Pärchen dort im Hang brütet. Auch SWR, Focus und Welt berichteten. Ich ging davon aus, dass dies die erste Saison ist, wo sich die Eulen dort niedergelassen haben. Einer der jungen Männer belehrte mich allerdings eines Besseren. Bereits seit rund zehn Jahren lebt der Uhu dort. Die Nachricht war lediglich erst dieses Jahr in den Medien, weil sich durch die Brut der Eulen Bauarbeiten an der Festung verzögerten. Die Tiere sollten in dieser sensiblen Phase nicht gestört werden.

Mir war bis dahin gar nicht klar, dass auch der Uhu sich gut an eine städtische Umgebung anpassen kann. Von verschiedenen Falkenarten, die in Städten heimisch geworden sind, hatte ich zwar gehört. Den Uhu hatte ich jedoch als so sensibel eingestuft, dass er lediglich in ruhigen Waldgebieten lebt. So kann man sich täuschen. Am besten könne man die Tiere in der Abenddämmerung beobachten, erklärt einer der Männer. Die Beleuchtungsanlage der Festung mache die Sache noch einfacher. Ich werde mich also wohl auch bald mal mit Fernglas und Kamera auf die Lauer legen. Vielleicht bekomme ich eine der Eulen ja auch mal zu sehen. Dann vielleicht, wenn der Uhu hinüber nach Koblenz fliegt, um auf die Jagd zu gehen. Krähen und Tauben stehen dort beispielsweise auf seiner Speisekarte. Und davon gibt’s in der Stadt reichlich.

 

Und hier sind die Fotos zum Durchklicken:

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