Ein Ort des stillen Protests

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Würde man mich nach meinem ersten Besuch in Lorch fragen, was besonders ortsbildprägend für die Stadt ist, ich würde wahrscheinlich antworten, dass es die vielen Schilder und Plakate des Protestes gegen den Bahnlärm sind. In keinem anderen Ort im Oberen Mittelrheintal habe ich bisher so viele davon gesehen. Sie hängen an Balkons, Hauswänden, Gartenzäunen. „Nachtfahrverbote für Güterzüge – 22:00 bis 6:00 Uhr“, ist darauf meist zu lesen.

Da ist aber einer in Lorch, der mag die Bahn. Jedenfalls historische Loks. Die könne man auch hin und wieder auf der Rheintalstrecke beobachten, erzählt er mir am Imbiss. Wenn sie auf dem Weg zum Bahnmuseum in Koblenz-Lützel seien beispielsweise. Dann gebe es eine Sondererlaubnis, die Strecke zu befahren. Geradezu euphorisch berichtet er von verschiedenen Lokomotiven, nennt Fachbegriffe, mit denen ich allerdings nichts anzufangen weiß. Was ich am Ende des Gesprächs ebenfalls nicht weiß, ist sein Name.

Und dann sind da noch die Surfer. Sie benötigen weder Brücke noch Fährmann, um den Rhein zu überqueren. Ihnen genügt der Wind. Und die Wellen der großen Güter- und Personenschiffe. Zwischen Niederheimbach und Lorch gleiten sie über den Rhein. Ich denke an David gegen Goliath, als einer der Surfer plötzlich ganz nah neben einem großen Flusskreuzfahrtschiff auftaucht. Eine Begegnung, die auf dem Rhein zum Glück ohne Kampf auskommt.

Hier die Fotos zum Durchklicken:

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