Gegen Heimweh hilft immer nur Fernweh

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Wenn die Flucht zur Methode wird: Für ein paar Tage musste ich mal raus, ich war kurz vorm Talkoller. Also bin ich nach München ausgerissen. Und habe erst dort gemerkt, was mir hier am Mittelrhein alles fehlt.

Ich will nicht Äpfel mit Birnen oder Täler mit Städten vergleichen. Das wäre unfair. Aber erst in der Gegenüberstellung schärft sich die Erkenntnis. Und als ich jetzt wieder in München war, habe ich einfach gemerkt, was mir hier fehlt: Junge Gesichter auf der Straße, ein Café um die Ecke, Geräusche urbaner Existenz. Busse, Nachbarn, Jogger. Die Zumutbarkeit des Andersartigen. Ein Supermarkt. Mehr als einen einzigen Radweg am Fluss entlang zur Auswahl zu haben. In München führen stets viele Pfade zum Ziel, im Mittelrheintal muss man immer sehr, sehr lange geradeausfahren, bis man irgendwo ankommt. Falls Ankommen überhaupt möglich ist.

Gestern Abend dann: Rückkehr nach Niederheimbach. Der Zug steht, wie immer, bedenklich schief am Gleis, die Türen der verspäteten Mittelrheinbahn öffnen sich träge vor einem abschüssigen Grasstreifen. „Niederheimbach“ steht auf einem in die Jahre gekommen Schild und ich will gedanklich das „Heim“ aus dem Wort streichen. Ich sehe den abbröckelnden Putz der Gebäude. Jemand hat ein neues Graffito an die Wand gesprüht: „Angela Merkel <3“ und noch drei Herzen in roter Farbe. Sonst ist hier alles wie immer. Das Wort Bahnhof hat der Ort kaum verdient.

Von hier ist es ein ganzes Stückchen zu Fuß bis zur Burg. Ich gehe vorbei am ehemaligen Pfälzer Hof, der jetzt ein Reifenhandel ist. Schwarze Gummiberge stapeln sich dort, wo früher mal die Gäste parkten. Ich gehe am Viertälerimbiss vorbei, grüße kurz meinen liebsten Falafeldealer Said, den einzigen Menschen, der in Niederheimbach noch etwas zu essen verkauft und der gerade fröhlich Fastenbrechen gefeiert hat. Ich schleppe mich und meinen Akkordeonkoffer im Regen die 300 Meter den Hang hinauf. Mich überholt ein weißer Wagen, der vor einem Einfamilienhaus stehen bleibt (In Niederheimbach gibt es fast nur Einfamilienhäuser, man wohnt hier für sich). Zwei Menschen laden Einkäufe aus.

Als ich hechelnd bei ihnen ankomme, sage ich freundlich: „Guten Tag, wenn Sie hier wohnen, dann sind wir fast Nachbarn. Mein Name ist Jessica Schober. Ich wohne oben auf der Burg Sooneck und versuche immer noch ein paar Menschen aus Niederheimbach kennen zu lernen“
Die beiden: Schweigen.
Ich: „Wie heißen Sie denn?“
Er: „Wie lange wohnen Sie schon da oben?“
Ich: „Äh. Seit Anfang Mai. Ich bin für ein halbes Jahr hier.“
Er: „Aha.“
Ich: „Und wie ist nun ihr Familienname?“
Er sagt den Familiennamen und schweigt.
Ich: „Äh, ja angenehm, okay. Ich geh dann mal. Dann wünsche ich Ihnen eine schönen Abend“
Beide: Schweigen.

Ich bin dann weiter im Regen den Hang hochgestapft. Kurz habe ich überlegt, ob die vielleicht einfach eine Fremdsprache sprachen. Oder ob die Frau eine Augenoperation hatte und deshalb die Sonnenbrille nicht abgenommen hat, um freundlich zu gucken. Oder ob der Mann eine Mundwinkeloperation hatte und deshalb nicht lächeln durfte. Ich weiß es nicht.

In mir verfestigt sich der Gedanke: Dies ist kein Ort zum Bleiben. Oder präziser: Ich kann hier nicht bleiben.

Ein Münchner Freund sagt zu mir: „Tja, jetzt musst du dich mal dran gewöhnen, was es heißt länger auf dem Dorf zu leben. Sonst bist du ja immer wieder nach zwei Wochen abgehauen.“ Ich schürze schmollend die Unterlippe. Er hat recht. Letztes Jahr bin ich auf meiner Reise, die ich Wortwalz nannte, mehrere Monate durchs Land gelaufen und getrampt, habe in vielen kleinen ländlichen Orten Halt gemacht, bei der Schwäbischen Post oder beim Pfaffenhofener Kurier gearbeitet. Ich hab’s geliebt. Ich war immer gerne auf dem Land. Aber immer nur kurz. Jetzt sitze ich hier fest.

Eine Münchner Freundin erzählt mir davon, dass ein Kumpel kürzlich in Berlin einen Hackathon organisierte, um auf soziale Probleme der Stadt innovative digitale Antworten zu finden. Ich denke sofort „Hey, das brauchen wir im Mittelrheintal auch!“ Und dann erinnere ich mich daran, wie mir letzte Woche jemand ins Gesicht schrie: „Hier ist alles scheiße!“. Ich hob stumm die Augenbrauen und senkte den Blick. Hier ist kein Land der Ideen. Und wenn ein Münchner Freund mir von seinem Start-up-Projekt erzählt, dann wundere ich mich nicht, dass es so etwas hier nicht gibt. Hier ist keine Innovationszone. Es ist manchmal einsam hier, wenn man Potenziale statt Hürden sehen will.

Das ist gemein für alle, die sich Mühe geben. Ich weiß. Das Problem ist auch nicht, dass ich lieber in einer Stadt leben würde. Ich bin nur einfach gern in Bewegung, äußerlich wie innerlich. Für mich fühlt es sich nach zweieinhalb Monaten im Mittelrheintal an wie Isolationshaft im Idyll. Es ist schön, freilich, ich will nicht klagen. Mir schreiben wahnsinnig viele liebe Menschen. In den letzten paar Tagen kamen Einladungen vom Jochriemenclub Niederheimbach, von einer Theatertruppe, vom Heimatverein Kerstert. Die kann ich alle besuchen und viel Spaßiges erleben, kein Problem. Das ist ja auch Teil meines Jobs. Aber wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich lieber ins Mittelrheintal pendeln und mich auf der Burg bloß an den Arbeitsschreibtisch setzen. Oder im Wald leben. Oder irgendwie so.

Ich bin ja immer ganz geschmeichelt, wenn meine Leser quengeln, dass sie mehr von mir lesen wollen. Wer gar nicht genug vom Burgenblog bekommen kann, der möge mir gerne auf den anderen Plattformen folgen, da gibt es mehr Futter, in Häppchenform. Ich schreibe ja nicht nur den Blog, wo immer die langen Lesestücke stehen, sondern befülle fast täglich auch die Kanäle auf Facebook, Twitter, Instagram und Youtube. Ansonsten drohe damit, künftig nur noch jeden Monat eine Satzliste zu bloggen. Das kann auch sehr schön zum Lesen sein, wie bei der Kollegin hier, wo mir auch der Satz mit der „Flucht als Methode“ zugelaufen ist.

Überhaupt sind viele überrascht, wenn ich erzähle, dass ich neben dem Burgenbloggen versuche meine berufliche Existenz als Journalistin nicht komplett an den Nagel zu hängen. Burgenblogger war als Nebenjob gedacht, entpuppt sich aber als Vollzeitstelle. Dass ich allen meinen sonstigen Auftraggebern gerade ständig absagen muss, können sich manche Menschen nicht vorstellen, die nicht als selbstständige Unternehmer tätig sind. So viel kann ich sagen: Falls der Burgenblogger ein Traumjob ist, dann ist er auch ein anstrengender.

Auf Burgen lebt man im Belagerungszustand. Ein Wohnort, der so unbescheiden daherkommt, wird immer Thema sein, wird sich in jedes Gespräch mogeln. Ich wohne am Ende einer Sackgasse und führe plötzlich ein öffentliches Leben. Ich fühle mich in Beschlag genommen von einem ganzen Tal. Aber ich bin ja hier nicht der einzige Mensch, der auf einer Burg lebt. Mein Fast-Nachbar nebenan auf der Burg Rheinstein kennt das Problem. Da wohnt Herr Hecher. Der ist mir wohlvertraut, obwohl ich es bislang noch nicht geschafft habe ihn zu besuchen. Aber als ich mich auf meine Zeit am Mittelrhein vorbereitet habe, habe ich mir so ziemlich jede Reportage über das Tal reingezogen. In jeder zweiten taucht der nette Herr Hecher als prototypischer Burgenbesitzer auf und sagt mantraartig den Satz: „Ich bin kein Burgherr, ich bin eigentlich Burgknecht“. Da musste ich immer lachen und fand das ein bisschen gespreizt. Inzwischen kann ich besser nachempfinden, was der nette Nachbar meinte. Das Gemäuer macht was mit einem.

Was soll die Überschrift über diesem Text? Die ist was für Insider. Sie entstammt aus der Textzeile des tollen deutschen Liedermachers Gisbert zu Knyphausen* und lautet eigentlich: Gegen Fernweh hilft immer nur Heimweh. Starker Satz. So habe ich vor über einem Jahr den ersten Blogbeitrag in meinem Wortwalz-Blog überschrieben. Diese Zeile erinnert mich an die Qualität des Aufbrechens. Wenn’s ziept, fahr los! Hier im Mittelrheintal macht der Spruch nur andersherum Sinn: Gegen (Nieder)Heim(bach)weh hilft immer nur Fernweh. Gestern legte ich mit dem Rucksack auf dem Rücken zu Bett. Ich wär gern halt woanders – ich komme nur viel zu selten dazu.

 

 

 

*PS: Wer Gisbert zu Knyphausen mal kennenlernen will – er feiert nächstes Wochenende sein Festival auf Vatis Weingut in Eltville. Ich kann es kaum erwarten, wieder aus dem Mittelrheintal rauszukommen!

*PPS: Dieser Blogbeitrag muss ohne Fotos auskommen. Damit mich nicht noch ein weiterer Medienanwalt verklagen kann. Danke.

 

 

 

 

 

 

110 Kommentare

  • Tim says:

    Solange sich Frau Schober nicht beteiligt und die Menschen im Tal und hier in den Kommentaren ignoriert, lege ich das als Arroganz von ihr aus.

    • Timo says:

      Tim, jetzt überlegen Sie mal! Wie würden Sie sich an Jessicas Stelle verhalten?

      Jede einzelne persönliche Beleidigung zu widerlegen versuchen? Besonders interessierten Herren genauestens Auskunft geben über Arbeitszeit, Arbeitsaufwand, sonstige Aktivitäten im Rahmen des Jobs? Sich rechtfertigen für das, was sie geschrieben oder nicht geschrieben hat?

      Würden Sie das wirklich tun, Tim?

      Und dann auf den nächsten Shitstorm warten?

      Frau Schober hat sich zu Beginn an der Diskussion beteiligt – lesen Sie mal die Diskussionen zu ihren ersten Posts!

      Als es dann mit den Beleidigungen immer mehr wurde (ich glaube mit „infantil“ begann es), hat sie sich zurückgezogen (so jedenfalls meine subjektive Spekulation).

      Ich hätte es genauso gemacht und Sie, lieber Tim, Sie auch. Wetten?

    • Mona Jung says:

      Im Grunde finde ich es auch richtig, dass Jessica hier nicht auf jeden einzelen Kommentar eingeht, sondern weiter ihren Job macht.
      Man hätte sich hier allerdings mit einem etwas versöhnlicheren Kommentar, vielleicht auch einer kleinen Entschuldigung an die Niederheimbacher, kritkfähiger und kooperativer zeigen können. Alle Kommentare als Panoptikum abzutun kann schon arrogant wirken.

    • Timo says:

      @Mona Jung
      Ein „Panoptikum“ ist ein Kuriositätenkabinett. Besser kann man diesen Thread hier eigentlich nicht benennen, meine ich. Es ist eine Beschreibung, keine negative Bewertung.

      Aber bei der Gelegenheit mal an Sie, Mona Jung: Ich finde gut, dass Sie sich immer um Ausgleich und Fairness bemühen.

    • Mona Jung says:

      Timo, vielen Dank für das Kompliment. Ein Panoptikum ist eine Ansammlung von Kuriositäten. Im Duden stehen ziemlich viele Synonyme für kurios. Hier einige davon:absonderlich, verquer, wunderlich, spinnert, bizarr usw. Ich finde das negativ und abwertend. Auf diese Art mit Kritk umzugehen finde ich unprofessionell.

    • Mona Jung says:

      Ich stelle mir vor, ich räume im Regen meine Einkäufe ins Haus. Da kommt eine junge Frau mit einem Akkordeon vorbei, die ich nicht kenne. Sie sagt mir ihren Namen, dass sie auf der Burg wohnt und Nachbarn kennen lernen möchte und fragt mich nach meinen Namen. Ich würde denken, das das eine komische Art ist, mit Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Also frag ich erst mal, wie lange sie denn schon auf der Burg wohnt. Sie ist erstaunt und erzählt mir, dass sie seit Mai für ein halbes Jahr da wohnt.Dann denke ich doch,was das soll, wenn sie eh bald wieder weg ist, wieso sie unbedingt jetzt alle Nachbarn kennen lernen will. Und dann fragt sie mich nochmal nach meinen Namen. Ich bin so verblüfftt über dieses komische Gespräch, dass ich ihn tatsächlich sage und mich frage, was die Frau eigentlich will. Da verschwindet sie auch schon wieder. Das nenn ich mal eine kuriose Begegnung !

    • Timo says:

      @Mona Jung
      Frau Schobers Wort „Panoptikum“ bezog sich auf die Beiträge hier und nicht auf einen Ort oder irgendwelche Leute, die sie angesprochen hatte.

      Und auf diesen „Thread“ hier trifft das Wort „Panoptikum“ genau zu. Dabei geht es nicht um den Umgang mit Kritik, sondern um alle Beiträge, auch die zustimmenden oder sogar begeisterten.

      Alle Beiträge hier zusammengenommen ergeben halt ein „Panoptikum“. So war das Wort (denke ich) gemeint, nicht abwertend oder arrogant oder was weiß ich.

      Panoptikum – eine Umschreibung dessen, was man in diesem Thread hier an Beiträgen vorfindet.

    • landläufig versteht man unter einem Panoptikum auch eine bunte Schau, ein Allerlei an.. , ein Sammelsorium, Kuriositätenkabinett, oder noch treffender, weil oft so benannt, Wachsfigurenkabinett, ist per se nichts negatives. Alles zusammen gibt ein buntes Meinungsbild wieder, alles zusammen ist eine bunte Schau allerlei verschiedener Persönlichkeiten (in Anlehnung an das Wachsfigurenkabinett), ein Panoptikum eben.

    • Mona Jung says:

      Hallo Heike, hallo Timo,
      mir ist schon klar, dass Frau Schober die Kommentare meinte. Ich wollte nur eben noch mal kundtun, was ich persönlich kurios finde.
      Ich denke klar ist, dass Frau Schober hier viele begeisterte Anhänger hat und viele Leute, die die Burgenbloggerin und hre Arbeit eher kritischer sehen. Je nachdem zu welcher Gruppe man gehört, empfindet man ihre Äusserungen. Ne, mir gefällt es nicht, die Kommentare hier alle in ein Wachsfigurenkabinett zu stecken und amüsiert anzusehen.
      Ich muss aber zugeben, dass ich zunächst auch überlegte, ob der Ausdruck Panoptikum ein augenzwinkertes Stilmittel ist, Aber so im Gesamtkontext, wie Frau Schober sich gibt, gefällt es mir nicht mehr.

  • Rudi says:

    Kann man eventuell bei Erreichen von 100 Kommentaren die Kommentarfunktion abschalten :-)? Der Ton wird zunehmend unangenehmer… Wäre schön, wenn das endlich ein Ende finden würde!

    • Werner says:

      „In mir verfestigt sich der Gedanke: Dies ist kein Ort zum Bleiben. Oder präziser: Ich kann hier nicht bleiben“, schreibt die Burgenbloggerin über das Mittelrheintal. Das gilt für den gesamten Blog. Experiment gescheitert.

  • Hugo says:

    Menschen aus Niederheimbach kennenlernen

    Liebe Burgenbloggerin,
    Bei dieser „Anekdote“ als Teil der Beschreibung, was in den „Koller“ führt, konnte ich nicht umhin, mich über Sie zu ärgern.

    Für diverse Koller habe ich eigentlich einiges Verständnis. Ich habe auch nicht die Einfamilienhaussiedlung als mein Wohnideal und vielleicht würde mir schon allein die Landschaft im Mittelrheintal zu eng sein. (immer guckt man gegen die Wand :-)) Aber: Was erwarten Sie bitteschön, wenn Sie Leute auf der Straße anquatschen? Jubel? Spontane Verbrüderung?
    Bloß weil Sie aus München sind, sind Sie nicht für alle spannend. Und umgekehrt: Bloß weil irgendwelche Leute im Mittelrheintal wohnen, sind sie nicht zu blöd sich selbst ihre Kontakte auszusuchen.

    Ich habe auch keine Lust, Fremden meinen Namen anzuvertrauen. Sowieso niemandem, der/die als Presse erkennbar ist, dann am Ende noch drüber schreibt./ Ich hab auch keine Lust, mit jemandem auf beste Freunde zu machen, wenn diese Person mir sofort signalisiert, dass sie bald wieder abhaut und nur der Besuch ist, der gerade bespaßt werden will.

    Ich nehme nicht an, dass die Leute genaue ihr Alter usw. waren? Die Leute haben gerade was ausgeladen. Wenn jemand Einkäufe in die Wohnung schleppt, ist nicht bei allen der beste Moment für ein Schwätzchen. Und nee, ich nehm‘ die Sonnenbrille auch nicht ab, wenn Fremde mich anlabern.
    Kurz: Ich finde, Sie tun den EinwohnerInnen unrecht, wenn Sie als unhöflich darstellen. Warum sollten Leute auf dem Land generell viel interessierter an ihnen sein als anderswo? Laufe ich irgendwo durch die Stadt und erzähle Fremden, wio ich wohne ernte ich auch – und zwar völlig zu Recht – verständnislose Blicke. Das wird Ihnen da nicht anders ergehen, oder?

  • Das Thema Geld und Arbeitsleistung scheint hier viele Leser zu beschäftigen. Was grundsätzlich legitim ist, weil Jessica aus Steuermitteln finanziert wird. Meine hoffentlich sachliche Einschätzung als kritischer Sympathisant der Burgenbloggerin, der gleichfalls in der (Münchner) Medienbranche arbeitet:

    1. Wie sind die 2000 Euro einzuordnen? Was würde Jessica Schober in München verdienen?

    Jessica ist zwar noch sehr jung, aber exzellent ausgebildet. Sie hat die Deutsche Journalistenschule in München absolviert, die wahrscheinlich renommierteste Ausbildungsstätte für Journalisten in Deutschland. Darum hat sie trotz des schwierigen Strukturwandels in der Medienindustrie relativ gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Als angestellte (Jung-)Redakteurin kann sie um die 40.000 Euro pro Jahr verdienen; als freie Journalistin gäbe es etwa 200 Euro pro Tag oder pro längerem Online-Artikel. Insofern sind die 2000 Euro als Burgenbloggerin kein finanzieller Ersatz für eine Vollzeitbeschäftigung in München. Aber zu viel für einen „Nebenjob“. Realistischerweise sollte Jessica etwas mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit für ihr Blog aufwenden. Wobei es für eine freie Journalistin schwierig ist, ihre Auftragslage exakt darauf abzustimmen. Falls jetzt jemand sie Rechnung Angestellter vs Freinberufler aufmacht: Jessica muss für Kranken- und Rentenversicherung weniger zurücklegen als die meisten anderen Selbstständigen. Als freie Journalistin ist sie über die so genannte Künstlersozialkasse abgesichert, sie muss darum ähnlich wie ein Arbeitnehmer nur die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Für die andere Hälfte kommen der Staat und ihre Auftraggeber auf.

    2. Schreibt die Burgenbloggerin zu wenig?

    Formal gesehen: Ja. Denn in der Ausschreibung war von täglichen kurzen Tagebuchnotizen und einem längeren Stück pro Woche die Rede. Andererseits hat Jessica schon in ihrer Bewerbung darauf hingewiesen, dass sie lieber gut als viel schreibt. „Gut schreiben“ mag Geschmacksache sein, aber Jessicas Texte sind stilistisch sicher von überdurchschnittlicher Qualität. Ich wage die Behauptung, dass in diesem Punkt kein anderer Bewerber an sie herankommt. Wenn wir unterstellen, dass Jessica im Durchschnitt um die drei Arbeitstage pro Woche für das Blog aufwendet, sind zwei bis drei mittellange Artikel pro Woche realistisch. Diesen Ausstoß bringt sie derzeit auch, aber eher irgendwie und so gerade eben. Ihre Abrechnung mit Niederheimbach etwa ist innerhalb eines Tages entstanden und der kurze und – wenn wie ehrlich sind – nicht herausragend informative Artikel über den Freistaat Flaschenhals kann nicht extrem arbeitstintensiv gewesen sein – Weinwanderung inklusive.

    3. Was sind ihre sonstigen Burgenblogger-Pflichten?

    Als Burgenbloggerin ist Jessica in der Region zwar eine Person des öffentlichen Interesses (dafür sorgt allein schon ihr auffälliges Dienstauto), aber sie hat keine repräsentativen Pflichten zu erfüllen und ist Herrin ihrer Zeit. Niemand schreibt ihr vor, wo sie wann zu sein hat. Wie viele Mails, Anfragen und Anrufe sie beantworten muss, wissen wir nicht. Einige Leute haben sich beschwert, dass die Burgenbloggerin ihre Einladungen ignoriert habe. Ob aus Überlastung oder aus Desinteresse, auch das können wir nur spekulieren. Wir werden es wahrscheinlich auch nicht erfahren, weil die Burgenbloggerin den Dialog im Social Web meidet und auch diese Diskussion hier eher passiv konsumiert bzw. als „Panoptikum“ abtut, als aktiv mitgestaltet. Womit sie eine Chance verpasst.

    • Sehr geehrter Dr. Zimmer,
      über die steile These, stilistisch wäre kein anderer der 750 Mitbewerber um die Stelle als Burgenblogger an Frau Schober herangekommen, kann man diskutieren – schließlich kennen wir die Qualitäten der anderen Autorinnen und Autoren nicht -, aber die Zahlen lügen nicht: Es sind eben keine „zwei bis drei mittellange Artikel pro Woche“, sondern in diesem Monat genau fünf, wovon man das Lamento vom 14. Juli eigentlich abziehen müsste (Stellen Sie sich vor, im Wirtschaftsteil der Rhein-Zeitung lesen Sie einen Artikel des zuständigen Redakteurs, in dem dieser schreibt, wie heiß es im Büro ist, dass er jetzt lieber in München wäre und was seine Freunde für tolle Sachen machen). Und für diesen Text hat die Burgenbloggerin auch sicher keinen ganzen Tag gebraucht, sondern höchstens eine Stunde, in der sie sich den Frust von der Seele geschrieben hat. Bei Lichte betrachtet kann man die Arbeitstage von Frau Schober in diesem Monat an einer Hand abzählen.
      Ich hoffe, sie wird sich an die lockere Zeit am Rhein, inklusive Dienstwagen und Dienstwohnung, mit Freude zurückerinnern, wenn sie im Herbst bei der Süddeutschen Zeitung oder wo auch immer anheuert. Als Kiezschreiber im Berliner Wedding, ebenfalls auf Kosten der Allgemeinheit, waren meine Pflichten jedenfalls deutlicher größer: zwei bis drei Artikel pro Woche für die Homepage des Quartiersmanagements, Gründung eines Kiezmagazins und Mitarbeit an den vier Ausgaben pro Jahr, ein Roman, der im Brunnenviertel spielt (btw: wer unterschreibt schon einen Arbeitsvertrag, in dem als Teilaufgabe das Verfassen eines Romans steht – großartig! 2011 bei emons erschienen: „Weißer Wedding“). Dafür bekam ich 1070 Euro netto, keine Dienstwohnung, keinen Dienstwagen – und jeden Monat hat meine Chefin meinen Zeiterfassungsbogen abgezeichnet. Selbst im Vergleich mit der Stelle als Stadtschreiber in Mainz wird die Burgenbloggerin angemessen bezahlt.
      Herzliche Grüße vom Rhein an die Isar
      Dr. Eberling

    • wolfgang says:

      Hallo,
      als ich am 16.7. meine Kritik zur Burgenbloggerin geäußert habe, ahnte ich nicht, was für eine Diskussion ich anstossen würde. Mir ging es nicht um das Honorar von Frau Schober, mir ging es ausschließlich darum, dass die gute Idee „Burgenblogger“ verwässert ist. Dass zudem noch unsere Umgebung durch die Bloggerin verunglimpft wurde, empfand ich, gelinde ausgedrückt, als nicht zielführend.
      Dass es jetzt um das Gehalt von Jessica Schober geht, ist aber auch nicht der richtige Weg, unser Mittelrheintal zu promoten. Wäre es nicht hilfreicher, wenn sich alle Kritiker mit weiterer Kritik an der „Burgenbloggerin“ zurückhielten, stattdessen die Zeit für eigene Bloggs nutzten? Dann wäre uns allen vielleicht mehr gedient. Es gibt ja einige Möglichkeiten Dritten etwas über das Obere Mittelrheintalö zu erzählen. Geschichten, Sagen oder was auch immer interessant sein könnte. Wollen wir das nicht mal so versuchen? Aktiv mitarbeiten ist bestimmt nicht nur sinnvoller, sondern es macht auch Spaß. Ich schreibe z.B. für “ Rheintour.info „, ein Blog, der privat erstellt wurde und über unser Tal und die Umgebung (incl. Rheingau) berichtet. Was haltet ihr denn davon?

    • Dirk Funke says:

      @ Matthias Eberling
      Zwei Aspekte Ihrer Ausführungen, in der Sie die Leser auch gleich noch wenig subtil den Titel Ihres Romans informieren, finde ich irritierend.
      Über die Artikelfrequenz in diesem Blog mag man ja diskutieren können. Nur frage ich mich dann doch, ob die Tatsache, dass Sie für Ihre Arbeit schlecht bezahlt werden, als Grundlage für eine Diskussion über eine angemessene Entlohnung der Burgenbloggerin sein sollte.
      Ich kenne einen Haufen Leute, die täglich acht Stunden harte körperliche Arbeit verrichten und nicht besser, teilweise auch schlechter für ihre Arbeit bezahlt werden. Was genau soll uns das sagen? Dass Sie gemessen daran für Ihre Arbeit eigentlich noch weniger Geld bekommen sollten als dies eh schon der Fall ist?
      Es gibt in Deutschland einen Niedriglohnsektor und der weitet sich mittlerweile auch in den Bereich des Journalismus aus, was nicht unbedingt zur Qualitätssteigerung beiträgt. Der Hinweis, dass man mehr Arbeit für weniger Geld leistet als andere, die nun auch nicht unbedingt üppig entlohnt werden, taugt meiner Meinung nach nicht unbedingt dazu, diese Fehlentwicklung wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.
      Weiterhin bin ich erstaunt darüber, dass die Beschreibung klimatischer Bedingungen während der Arbeit hier gleich mehreren Kritikern übel aufstößt.
      Diese findet sich übrigens nicht in diesem Text, in dem die Autorin auch persönlichen Unmut ausdrückt, sondern in dem Artikel über den Flaschenhals.
      Den mag man beurteilen wie man will. Aber das eigene Erleben des Wetters oder klimatischer Bedingungen ist in Blogs mit vergleichbaren Themen durchaus üblich.
      Auch Journalisten greifen regelmäßig auf derartige Stilmittel zurück, z.B. bei Reiseberichten oder auch wenn sie die Stimmung oder die Lebensbedingungen einer Region verdeutlichen wollen.
      Auch das mag man kritisieren können, nur erstaunt es dann doch, dass einige Kritiker auf derartig banale Details regelrecht herumreiten. Über Qualität und Wirkung der Arbeit der Burgenbloggerin sagt dies jedenfalls rein gar nichts aus, weil die positive oder negative Wahrnehmung von Stilmitteln äußert subjektiv ist.
      @ Wolfgang
      Ich würde an Ihrer Stelle nicht davon ausgehen, dass Sie diese Diskussion losgetreten haben.
      Das Projekt wurde aus Steuermitteln finanziert. Es war klar, dass solche Diskussionen irgendwann einsetzen würden, unabhängig davon, wer die Arbeit als Burgenblogger auch macht. Ich kann Ihnen versichern, dass sowohl die Burgenbloggerin als auch die Initiatoren von der Möglichkeit wussten, dass dies passieren könnte.
      Zudem wurden alle Kritikpunkte bereits mehrfach in anderen Kommentaren vorgebracht.
      Neu ist nur, dass sich dies derart gebündelt entlädt, was dem Inhalt des Blogbeitrags geschuldet sein dürfte, von dem sich einige auf den Schlips getreten fühlen.
      Vielleicht nicht im Einzelfall, aber doch im Grundsatz sind solche Diskussionen (wie gesagt, es geht um Steuergelder) auch gut und wichtig.
      Deshalb glaube ich auch nicht, dass dies dem Burgenblogger-Projekt oder gar der Region schadet. Ganz im Gegenteil.
      Zugegeben, man kann dies kritisch betrachten, aber viele Blogger und auch Online-Medien wären froh, wenn sich unter einem ihrer Artikel derart viele Kommentare, samt einer solchen Kontroverse, entfachen würden.
      Um dies zu erzeugen, werden gar besonders reißerische Überschriften und Artikel veröffentlicht. Man nennt dies Clickbaiting.
      Sehen Sie es doch mal so: Die Burgenbloggerin hat es mit einem subjektiven Erfahrungsbericht geschafft, dass Menschen ihre Region verteidigen oder aber äußern, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Es wird diskutiert! Das zeugt von Leben!
      Sie selbst machen den sympathischen Vorschlag, dass die Kritiker mit eigenen Texten über die Region berichten sollten.
      Hätten Sie diesen Vorschlag auch ohne diese Diskussion gemacht?

    • @ Dirk Funke
      1. Woher nehmen Sie die Information, ich sei schlecht bezahlt worden? Ich habe lediglich über mein Netto-Einkommen und meine Arbeit berichtet. Sie stellen die Behauptung auf, ich sei schlecht bezahlt worden. Ich sehe die Dinge anders. Die meisten Stadtschreiberposten werden auf diesem Niveau entgolten. Ich habe mein Einkommen zur Sprache gebracht, um dem Leser einen Vergleich für die Position der Burgenbloggerin zu ermöglichen, da Herr Zimmer in seinem Beitrag das Jahreseinkommen einer festangestellten Redakteurin als Maßstab heranzieht, was meiner Auffassung nach nicht richtig ist.
      2. Es ging nicht ums Wetter, sondern um einen Blogartikel, der sich komplett um die Frustration der Burgenbloggerin gedreht hat. Und so etwas ist im Journalismus immer unprofessionell – Internet hin oder her.
      P.S.: Ich habe nicht nur für die Web-Seite des Quartiersmanagements und das Kiezmagazin „brunnen ¼“ geschrieben, dazu einen Roman und etliche Pressemitteilungen für meinen Arbeitgeber, sondern auch noch mein Kiezschreiber-Blog:
      http://www.kiezschreiber.blogspot.com
      Wenn wir hier schon alle Werbung machen, lieber Wolfgang und lieber Dirk, dann richtig. Lesen Sie auch bitte die neuen „blues news“ des publizistischen Zentralgestirns Dirk Funke :o)))

    • Dirk Funke says:

      Zu 1: Oh, mein lieber Herr promovierter Politikwissenschaftler, verzeihen Sie bitte einem ehemaligen Hauptschüler, der schon oft für besch…eidene Löhne richtig knüppeln musste, dass er meint, die von Ihnen angeführten 1070 Euro, für einen von Ihnen selbst geschilderten Haufen Arbeit (Kiezprojekt, Roman, etc.) und den Sie auch noch selbst der Arbeit der Burgenbloggerin gegenüberstellen, wären schlechter, als das monatliche Honorar Burgenbloggerin. In meiner Welt heißt niedriger in aller Regel auch schlechter und weil in der Welt auch das Leben eines Großteils aller Menschen stattfindet, stehe ich mit dieser auf Mathematik beruhenden Einschätzung wohl auch nicht allein.
      Oder mal weniger ironisch; Ich verfüge über genug Lesekompetenz, um den Grund ihrer Anschaulichmachung im Dienste des Lesers durchaus in einen richtigen Kontext zu stellen. Hoppla, so ganz hat das mit dem Ironieverzicht jetzt doch nicht geklappt.
      Zu 2: Die Sache mit dem Wetter stammt aus dem Artikel mit dem Flaschenhals und drückt keine Unzufriedenheit aus, sondern das Empfinden der Wetterbedingungen. Die Unzufriedenheit findet in diesem Text statt, den wie hier gerade kommentieren. Erkennen Sie den Unterschied…, nachdem ich ihn nun schon zum zweiten Mal erklärt habe?
      Zu 3) Ich unterstelle Ihnen, dass Sie Ihre Arbeit, zu der Sie Ihren Lohn nennen und die Sie in den Kontext zur Arbeit der Burgenbloggerin stellen (oder wurden Sie irgendwo hier nach Ihrem Job und Einkommen gefragt?), nicht zur Information der Leser schildern, sondern um für Ihre Projekte zu werben und sich zu diesem Zweck als Kritiker profilieren wollen.
      Zu meiner Arbeit: Ich habe hier (wie bei Blogs, die von Vernetzung leben, üblich) meinen Blog verlinkt, aber weder offensiv dafür geworben, noch irgendwas über meine journalistische Arbeit geschrieben.
      In meinem Blog habe ich das Magazin, für das ich schreibe, unter Tätigkeiten angeführt und verlinkt. Mit ein bisschen Recherche und/oder Lesekompetenz (die auch einem Kiezschreiber und Buchautor nicht schaden würde), hätte Sie in Erfahrung bringen können, dass ich unter Umständen journalistische Reisen auch für die gänzlich unbezahlte und von keinerlei Gewinnabsichten motivierte Arbeit als Blogger nutze, die ich aus eigener Tasche finanziere.
      Diesen Zusammenhang und auch möglicher Schnittpunkte (s. Konzerte bei der Reise) mache ich dem Leser kenntlich.
      Aber vielleicht kann ich auch einfach nicht so treffend wie Sie zwischen Werbung, Transparenz und ungefragten Lohn- und Jobschilderungen unterscheiden.
      Ich bin halt kein promovierter Wissenschaftler. Nehmen wird das doch beide als Zeichen dafür, dass es um unser Bildungssystem nicht sonderlich gut bestellt ist und beenden diese Diskussionen, von der wir vermutlich beide den Eindruck haben, dass wir sie nicht auf dem gleichen Niveau führen können.
      Soll ich noch irgendwo lustige Smileys machen, damit scharfe Angriffe unter der Gürtellinie für Leser wie lustiges Geplänkel anmuten oder kommen Sie damit klar, dass ich das, was ich schreibe, in aller Regel auch so meine und keinen Anlass sehe, dies irgendwie zu verniedlichen?

    • @ D. Funke

      Treffer, versenkt. Oder wie es in unseren Kreisen des promovierten Geistesadels heißt: Touché.

      Sagt Ihnen der Begriff „Logorrhoe“ etwas?

    • Dirk Funke says:

      @Matthias Eberling: Sagt Ihnen die Bezeichnung „gehaltloses“ Bla Bla“ irgendwas?
      Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Argumenten? Ich meine, in Sachen Glaubwürdigkeit kommt das für die Leser echt besser, als pseudo-subtile Andeutungen.

    • Mac says:

      Hallo Dirk Funke und Matthias Eberling: Könnt ihr mal bitte eure Kindergarten-Schippchen- und Förmchenklau-Kacke lassen? Danke!

  • Heike (@Ly7o9) says:

    Twitter: Viel Sonne für @Burgenblogger #PowerForJessica

    • Anna says:

      Dirk und Matthias macht das doch untereinander aus. Es ist müßig euren Schlagabtausch und die Eigenwerbung hier zu lesen, der nichts zum Thema beiträgt. Es ist doch völlig egal, was Jessica verdient. Es geht um die Art, wie das Blog hier geführt wird, um die Ausschreibung und darum, dass Jessica keinerlei Feedback gibt, Social-Media einfach „noch“ nicht kann und offenbar auch stark Kritikresistenz ist. Hier werden von den Verantwortlichen und Fans die Kritiker als Neider, Panoptikum sowie Frustrierte abgekanzelt. Das ist ja teilweise so wie z.B. in einem Justin-Bieber Forum. Und ja, es geht um den saftigen Tritt in den Hintern der Niederheimbacher und ihr Jammern, dass das alles so doof ist und München so toll. Lamentieren kann sie gut, die Jessica und „sich erheben“. Jaja, das ist so! Sie hat sich viel bei den Menschen im Mittelrheintal und nicht wenigen Einheimischen aus Niederheimbach und der Loreley-Region verscherzt und ist der Aufgabe sichtlich nicht gerecht geworden. Sie hat sich (bewusst oder unbewusst – ich sage mal naiv und teils dümmlich) über das Mittlerheintal erhoben. Von oben herab kritisiert und lamentiert. Sie hat also genau das gemacht, was in der Ausschreibung nicht erwünscht war. Sie hat sich über die Einwohner Niederheimbachs lustig gemacht und sie somit öffentlich angegriffen. ihnen Krankheiten angedichtet „haha, sie hat wohl eine Augenoperation und er eine Mundwinkelopertion!“ Das ist pubertär, kindisch, und beleidigend. Lernt man so was als Journalist? Was ist, wenn sie wirklich eine Behinderung hätten? Er einen Schlaganfall, daher kann er nicht lächeln. Und was soll so was wie „man wohnt für sich in Niederheimbach!“ etc. pp. das ist ganz billiger BILD-Journalismus und man könnte bei etwas tieferer Betrachtung auf die Idee kommen, es wäre latent rassistisch. Weil Münchner sind ja so viel besser als wir Niederheimbacher. Sie ist (ich sage es mal so direkt „großkotzig“) oder wei heißt es so schön in Bayern „groß­kop­fer­t“ über Niederheimbach hergezogen und hat die Menschen, die dort leben, zutiefst beleidigt. Das ist nun mal so! Was jetzt noch aus Ihrer Feder kommt ist entscheidend. Anderseits sollte die Entwicklungsagentur oder RZ sich nun doch mal einmischen und nicht alles durchgehen lassen. Auch als Reaktion keine Lobeshymnen auf Jessica absondern. Das ist albern. Sie hat sich disqualifiziert! Eigentlich sollte aufgrund dieser Tatsache das Projekt abgebrochen werden. Das Restgeld sollte den Flüchtlingen, Krebskranken Kindern oder sonstigen guten Zwecken zugute kommen, oder dem Wiederaufbau bzw. der Sanierung Niederheimbachs. Dann wäre das sinnvoll eingesetzt. Jessica wird dann auch endlich „ihre Last“ des Burgenbloggers los und kann in München mit ihren Freunden über die „Mittelrheintaldeppen“ weiter lästern. Zumindest ein öffentliches Entschuldigen an Niederheimbach hätte Stil. Der schale Nachgeschmack bleibt definitiv. Auch der Verdacht erhärtet sich (nicht nur bei mir), dass das alles ein abgekartetes Spiel ist. Sie war vorher schon bei der Rheinzeitung involviert und wurde während der Bewerbungsphase von den Veranstaltern hoch gepuscht. Ebenso war öffentlich zu lesen, dass es frei zitiert „unsere Pflicht und Schuldigkeit ist, die anderen Bewerber mit einzubinden“ Das war am Ende auch nur Phrasendreschen der Veranstalter. Außer Dirk Funke und dem Burgturm-Mac habe ich hier nicht viel von den anderen Burgenblogger-Kandidaten gelesen. Und die beiden sind von selbst hier in den Kommentaren erschienen. (Ach ja, ich vergaß: Das sind ja Ex-Bewerber und Neider … ) Blabla! Lest euch einfach alle die Ausschreibungen durch, die begleitenden Artikel und die Tweets von der Rheinzeitung samt Chefredakteur, der sich sehr früh als Jessica-Fan outete. Das ganze Ding ist nüchtern betrachtet, wie geplant, ein netter PR-Coup der RZ und Entwicklungsagentur. Die Region hat null davon! Da nützt auch nicht die viel zitierte FB-Seite. Denn da haben die Leute aus dem Tal mittlerweile selbst die Initiative ergriffen. Das war aber auch von vornherein klar. Man muss selbst die Ärmel umkrempeln und etwas tun. Da nützt auch keine charmante, aber sichtlich überforderte Teilzeitkraft, die nach 6 Monaten die Region und die Menschen hinter sich lässt. Burgenblogger ist so wie es im Moment ist, ein Einbahnstraßenprojekt. Grüße!

    • Kerstin says:

      @ Anna
      Super! Besser hätte es keiner ausdrücken können. Vielen Dank für den tollen Text! Und schöne Grüße aus Bacharach nach Niederheimbach <3

    • Dirk Funke says:

      @ Anna
      Nur um Missverständnisse vorzubeugen: Ich bin einer der Mitbewerber, wurde aber in keiner Weise in das Projekt einbezogen.
      Wäre dem so, würde ich aufgrund mangelnder Distanz zur Thematik noch viel weniger öffentlich Stellung beziehen.
      Mir geht es hier nicht um die Kritik im Einzelnen, sondern die Art, wie sie teilweise vorgetragen wird und partiell auch um die Motivation, die teilweise dahinter steht.

    • Timo says:

      @Anna:

      >>Sie hat sich über die Einwohner Niederheimbachs lustig gemacht und sie somit öffentlich >>angegriffen.

      Das erinnert mich an die Strafanzeige mitsamt Ermittlungsverfahren Mitte der 1950er Jahre gegen den deutschen Schriftsteller Arno Schmidt wg, Verstoßes gegen §166 StGB u.a. deshalb,weil er in einem seiner Romane die Formulierung „das bigotte Rheinland“ verwendet hatte.

      Die Anzeigeerstatter hätten ihn damals dafür gerne drei Jahre im Zuchthaus gesehen. Schmidt zog nach Darmstadt, wo das Verfahren irgendwann eingestellt wurde. Im Rheinland wäre er vermutlich verknackt worden.

      Also Jessica, seien Sie gewarnt! ;-)

    • es sind auch vor allem Empfindungen die hier dargestellt werden, ich selbst kann die Vorwürfe so beim besten Willen nicht aus dem Text heraus lesen.

      Zwei Aussagen, die bei mir nur frisch ankommen, und bei manch anderem in den Selbstwert krachen, und daraus wird so viel was Frau Schober nun tut und sagt und grundsätzlich denkt und wo sie über das Dorf was redet. Eine Rassistin zudem, das wird angedeutet. Uff.

      Das sind viele Unterstellungen.

      Sie hat im Übrigen im Text auch nirgends geschrieben das München sooooo toll ist. Sie hatte in München gelebt, es ist kein Wunder das sie dann in die Stadt fährt wo sie sich auskennt und Freunde hat. Sie führt aber im Gegenteil zum behaupteten auch aus, dass sie gerne auf dem Land ist, und in der Vergangenheit viel auf dem Land war, und es eigentlich darum geht das ihr die Bewegung fehlt, dass sie ein Mensch ist der viel in Bewegung ist, und eine Burg, die ist nun wirklich das Gegenteil von Bewegung, die steht seit Jahrhunderten gemauert, und das Tal ist eng und es geht nur in zwei Richtungen.

      Sie drückt genau aus was man fühlen kann wenn man dort lebt, es ist plastisch, wie sie schreibt, nachfühlbar.

      Behauptet wurde dann in den Kommentaren sie sei eine reines Großstädtkind sei was wiederum negatives implizieren sollte im dem Kontext in dem es stand, und hier wird einfach behauptet sie erhebe sich über die Landbevölkerung, und das Tal, an anderer Stelle schreibt Kerstin glatt das Frau Schober im ach so tollen München wohl über die Dorftrampel ablästert.

      All das ist nirgends zu lesen, nirgends! Beweise, Anna! Fakten bitte!

      Es scheint wirklich so, wie eine Kommentatorin das mit der Geliebten noch weiter ausführte, die High-School-Diva die Falten bekommen hat und nicht mehr auf jeder Party tanzt..

      Mensch Leute, denkt mal nach. Ich kenne Leute aus dem Tal die durchaus zugeben, das sie eigen sind. Was soll denn das. Überproportional viele Lahnsteiner, am Anfang vom Tal, behaupten gerne von sich das sie gänzlich anders sind, und nicht einfach und ziemlich viel und gerne tratschen und man nicht alles glauben darf.

      Hier sieht das ähnlich aus wie in Lahnstein, was vorne gesagt wird, ist hinten was ganz anderes, ein bisschen wie stille Post, nur das jeder im Blog alles nachlesen kann was nun tatsächlich gesagt wurde, und was reine Spekulation ist.

      Hier fallen zwei drei Worte, und heraus kommt eine latente Rassistin die dies, die das, ganz sicher so, und gewiss auch hier, und vor allem das.

      Ein bisschen an die eigene Nase fassen kann doch nicht so schwer sein. Aus „ich fühle mich persönlich beleidigt“ wird eine ganze Menge an Spekulation.

      PS: Im Medium Blog gibt es gerne verschiedene Stränge an Kommentaren, nicht jeder muss alles lesen. Letztlich bestimmen die Blogbetreiber was sich hier entwickelt, es kann auch moderiert werden, so dass man nur einzelne Kommentare zu lesen bekommt, oder alle Kommentare werden gesperrt. Oder es geht alles durch. Die Blogbetreiber haben Hausrecht hier. Wir als Leser oder Kommentatoren sind Gäste hier.

    • Raoul Duke says:

      @Anna:

      >>Sie ist (…) über Niederheimbach hergezogen und hat die Menschen, die dort leben, zutiefst beleidigt. Das ist nun mal so! Was jetzt noch aus Ihrer Feder kommt ist entscheidend. <<

      Mal ne kurze Frage dazu: Wann hat es in der Gegend die letzte Hexenverbrennung gegeben?

    • Justin Bieber Forum says:

      @Anna:
      >>Das ist ja teilweise so wie z.B. in einem Justin-Bieber Forum.<<

      Sie haben hiermit das Justin-Bieber Forum zutiefst beleidigt. Sie haben sich (bewusst oder unbewusst – ich sage mal naiv und teils dümmlich) über das Justin-Bieber Forum erhoben. Das ist pubertär, kindisch, und beleidigend. Eigentlich sollte aufgrund dieser Tatsache das Projekt abgebrochen werden. Zumindest ein öffentliches Entschuldigen an Justin Bieber hätte Stil. Der schale Nachgeschmack bleibt definitiv. Auch der Verdacht erhärtet sich (nicht nur bei mir), dass das alles ein abgekartetes Spiel gegen Justin Bieber ist. Die Region hat null davon! :-)

  • S. Miller says:

    Eigentlich wollte ich mich nicht in eine solche Debatte stürzen, aber ein paar Dinge will ich dann doch klarstellen:

    1. Ich bin kein Troll, ich bin nicht Hunter S. Thompson, und ich habe mich auch nicht auf den Job beworben. Not my cup of tea. Ich bin einfach ein Bewohner dieser schönen Gegend.

    2. Kritik ist nicht gleich Polemik; Frau Schober teilt gut aus, dann muss sie auch einstecken können. Und natürlich kann auch Kritik einen Blog oder einen Menschen voran bringen. Wer jegliche Kritik als Polemik abtut, lernt nie etwas dazu. Beratungsresistenz ist kein nachhaltiges Persönlichkeitsmodell.

    3. Die Kritik selbst lässt sich rasch zusammenfassen: Erstens hat ein Journalist, der keine Kontakte knüpfen kann, ein Problem, zweitens sollte ein Journalist seinen Lesern das Selbstmitleid ersparen, drittens zeugt es von wenig Weltoffenheit, Toleranz und Feingefühl, eine ganze Region und ihre Menschen pauschal als langweilige Provinztrottel abzukanzeln, und viertens hat Frau Schober offenbar den Job anders vorgestellt als ihre Auftraggeber. Das ist auch gar nicht schlimm, aber wenn das so ist, sollte man sich eben überlegen, wie man damit umgeht: Wenn man merkt, dass der Job nicht das ist, was man sich darunter vorgestellt hat, und wenn man den Job nicht mag, dann trennt man sich freundschaftlich – wo ist da das Problem? Unangemessen aber finde ich es, sich über das Mittelrheintal und seine Bewohner und den lausigen Job zu mockieren, aber deren Geld anzunehmen und den lausigen Job weiter zu machen, vor allem, wenn man offenbar so viele alternative Angebote hat. So ehrlich sollte man sein. Bleibt noch die Frage nach dem Stilistischen, das ist rasch erledigt: Geschmackssache, ebenso wie die Frage nach einem angemessenen Output (in den meisten Redaktionen liegt die Schlagzahl höher, insofern ist das finde ich ein privilegierter Job. Darüber kann man sich doch freuen). Und das Thema? Natürlich kann (soll?) man auch das zum Thema machen, was man nicht mag, nicht alles im Mittelrheintal ist toll (wie überall), aber etwas mehr Empathie, Beobachtung und Einfühlungsvermögen hätten sicherlich einen besseren Artikel geschrieben, den ich gerne gelesen hätte – womit wir wieder bei den literarischen Qualitäten wären.
    Viele Grüße vom Mittelrhein

    • Dirk says:

      Vollste Zustimmung! Auch mir erscheint es so, als ob Frau Schober das hier eher gelangweilt absitzt und als lästige – zwar nett bezahlte – Pflicht sieht. Die Blogartikel sind sehr spärlich, sehr kurz und meist ohne nennenswerten Tiefgang. Diese paar mickrigen Artikelchen, die bisher erschienen und das Ausruhen auf dem längst vergessenen Siffgate-Ruhm reichen nicht und karikieren m.E. nach die ursprüngliche Idee des Burgenbloggers. Das ist vielleicht auch die Crux? Es erinnert bei nüchternder Betrachtung – ohne Jessica Schober Scheuklappen – einfach nur an eine x-beliebige Tageszeitung. Headline, kurzer Aufmacher, ein paar Füllwörter, das wars. Der Kern, die Tiefe, die Details fehlen. Für eine Zeitung vielleicht gut. Handwerklich, wie auf der Journalistenschule gelernt, in Ordnung. Aber für einen Blog, bei dem man sogar alle Zeit der Welt und alle Freiheiten hat, viel zu wenig! Hier fehlt nach 3 Monaten klar die Leidenschaft! Vielleicht auch deshalb, weil man weiß, im Oktober ist es nicht mehr mein Ding. Warum soll ich mich da mehr bemühen als nötig? Solange RZ & Co. das feiern ist alles gut. Waren ihre Wortwalz-Texte noch klasse, weil es ihr eigenes Projekt war, wird hier statt Tiefe nur oberflächliches Geschreibsel präsentiert. Der Schlag ins Gesicht der Niederheimbacher hat sie vollends als neutralen Beobachter disqualifiziert. So was macht man nicht! Auch ihr stetiges, teils präpubertäres Lamentieren über ihre Situation langweilt langsam. Und das hier jegliche Kritik immer gleich im Keim erstickt wird, man als Neider etc. benannt wird ist auch nicht gut. Wie war es so schön „Den Spiegel vorhalten“ DAS gilt für beide Seiten! Bin echt enttäuscht.

    • Kerstin says:

      Schade, dass sich Frau Schober nicht an der Diskussion beteiligt. Wahrscheinlich liest sie das alles gar nicht. Hat besseres zu tun. Die Kritiker sind ja sowieso alle Neidhammel, Besserwisser und Putin-Trolle wie bei der Kritik an der Regierung oder an den Medien. Vernageltes Bauernpack vom Rhein. Noch 100 Tage …

    • Dirk Funke says:

      @ S.Miller
      Für einen erfahrenen Journalisten haben Sie entweder ziemlich schlecht recherchiert oder lassen einige Aspekte unter den Tisch fallen.
      Laut Ausschreibung war zwar täglich ein kurzer und einmal pro Woche ein langer Text verlangt, aber von einer Vollzeitstelle war nicht die Rede. Vielmehr war im Vorfeld ein Werkvertrag in Aussicht gestellt worden, mit dem normalerweise eine konkrete Leistung und keine geregelte Arbeitszeit vereinbart wird.
      Weiterhin wurde explizit darauf hingewiesen, dass der Burgenblogger seine eigenen Projekte fortführen kann. Mit Blick auf den üblichen Aufwand von vielen Reisebloggern, füllen sechs kurze und ein langer Text auch keine Vollzeitstelle, weil in dem Bereich oft mit vielen Bildern und kurzen Texten Impressionen in den Vordergrund gerückt werden. Dazu wird von erfahrenen Bloggern oftmals auch geraten, weil das übliche Klientel keine seitenlangen, sondern pointierte und unterhaltsame Texte bevorzugt. Zudem sind ausführliche Recherchen, Gespräche und Interviews in vielen vergleichbaren Blogs weniger häufig. Auch sind weder normale Blogger noch Journalisten derart bekannt und ziehen auch keine Hoffnungen und Wünsche einer ganzen Region auf sich, die sich in vielen Kommentaren, Nachrichten und Einladungen ausdrücken, die nach Beantwortung verlangen.
      Aufgrund einiger Faktoren würde ich vermuten, dass dieser Aspekt nicht nur von der Burgenbloggerin, sondern auch von den Initiatoren unterschätzt wurde.
      Sie suggerieren so ein bisschen, dass es seitens der Burgenbloggerin das Bedürfnis zum Aufhören gibt und machen auch gleich einen Vorschlag, wie dies ablaufen könnte.
      Wo äußert Jessica Schober diesen Wunsch denn genau?
      Und warum missachten Sie bei ihrer Argumentation den Umstand, dass von Seiten der Rhein-Zeitung und der Entwicklungsagentur Zufriedenheit mit der Arbeit und Wirkung der Bugenbloggerin geäußert wurde?
      Auch ihre 2000 Euro-Rechnung ist für einen erfahrenen Journalisten erstaunlich unvollständig, denn davon gehen Steuern, Krankenversicherung und vermutlich auch Kosten für den Hauptwohnsitz ab. Ich würde darauf tippen, dass monatlich nicht wesentlich mehr als 1300 Euro bleiben. Sie fordern von der Burgenbloggerin besten Vollzeitjournalismus. Meinen Sie als erfahrener Journalist, dass dies eine angemessene Entlohnung für so einen Job wäre?

      @ Dirk
      In der Tat ist es so, dass die Gemüter hoch kochen und der eine oder andere Beitrag übers Ziel hinaus schießt.
      Aber man sollte auch zur Kenntnis nehmen, dass die kritischen Kommentare veröffentlicht werden – sogar jene, die anmaßend und chauvinistisch daherkommen.
      Das ist in vielen traditionellen Medien nicht der Fall und ob Reise- und Regionalblogs derart heftig formulierte Kritik immer durchlassen, würde ich zumindest bezweifeln.

      @ Kerstin
      Wann und wo hat die Burgenbloggerin, die – wie Sie ja richtig anmerken – nicht in diese Diskussion eingreift, Kritik als von Neid motiviert bezeichnet?
      Wie kommen Sie darauf, die hier von Leuten angeführten Verdächtigungen der Burgenbloggerin anzulasten?
      Und was haben vermeintliche Putin-Trolle und Kritik an Regierung und Medien hier zu suchen?
      Darf ich Sie fragen, ob der Burgenbloggerin bereits per Mail oder öffentlich (z.B. über Facebook) Themen vorgeschlagen oder mit ihr diskutiert wurden, die Ihrer Meinung nach zumindest indirekt mit Putin, Medien und Regierung in Verbindung stehen?

    • ich habe mir den ganzen Text von hinten nach vorne und vorne nach hinten nochmal angeschaut, ich finde keine Einträge wo es von Provinztrotteln handelt, wo Menschen im Tal abgekanzelt werden, oder beschimpfend „Bauern“ genannt werden.

      Eher ist es das, was einige Kommentatoren verstehen, aber das hat was mit dem Kommentator selbst zu tun, ist das was interpretiert wird aus dem eigenen Empfinden heraus. Ist nicht das was gesagt wurde.

  • Schäuble says:

    Kopf hoch, Frau Schober. Am 31.10, 24 Uhr, isch over.

  • Kerstin says:

    Ich fand den Ausraster der Burgenbloggerin erfrischend ehrlich. In früheren Zeiten hatten die Burgfräulein und die Burgherren doch auch nicht viel mit dem einfachen Volk im Tal zu tun. Anscheinend liegen immer noch Welten zwischen den Leuten, die jeden Morgen zur Arbeit müssen und den Leuten, die dafür bezahlt werden, ein Internet-Tagebuch zu führen. Und dann mit den Freunden in der Großstadt genüsslich über die Dorftrampel ablästern.

  • Mona Jung says:

    Bin weder Mitbewerber noch Werbeträger, sondern nur Blogleser.
    Ich finde wer so einen Blogbeitrag schreibt, muss damit rechnen, dass er kritisiert wird. In den letzten Kommentaren ist vieles geschrieben worden, was ich auch zu kritisieren hätte, z.B. bei 2000 Euro von einem Nebenjob zu reden oder zu meinen jeder in Niederheimbach müsste Lust auf Smaltalk mit der Burgenbloggerin haben.
    Nun Frau Schober hat ihre Art zu schreiben, den einen gefällts, den anderen nicht und das darf dann auch so sein.

    • Heike says:

      Nur eine Anmerkung, ein Nachrichten-Sprecher des ZDF, Herr Claus Kleber, verdient im Jahr durch das Heute-Format 480.000 Euro. (recherchiert durch eine große deutsche Zeitung)

      Sind wir nun berufen darüber zu bestimmen wie genau er seine Arbeit mit welchen Worten und Satzgefüge zu leisten hat und welche Nachrichten er verbreitet? Und wenn wir uns auf den Kopf stellen, der Einzelne, weder Sie, noch ich, hat darüber zu befinden. Auch ist sein Einkommen alleine kein Anlass öffentlich rechtliche Medien generell in Frage zu stellen, allenfalls wird Klebers Einkommen als Vehikel benutzt um Meinung zu machen im negativen Sinne, aber mit welchem Ziel? Oft ist es nur der eigene Geldbeutel der juckt, denn würde dieser nicht jucken ist das Engagement schnell vorbei.

      Solche polemisierenden Beiträge wie die jüngsten hier verfolgen genau den Zweck, Frau Schober in den Augen der Leser zu diskreditieren, und dahinter stehen hier in diesen Fällen vor allem persönliche Befindlichkeiten, denen zu Hilfe geeilt werden soll.
      So wird im Netz Meinung gemacht, und die Frage ist, was soll das, bringt es das Blog voran, bringt es das Tal voran?

      Das Gehalt von Frau Schober ist unerheblich. Bei dem Job von einem halben Jahr wird fast jeder aus einem Leben heraus in die Burg ziehen und aus der Burg wieder in ein Leben, das kann man nicht brach liegen lassen es muss im Anschluss weiter gehen auch dafür muss die Burgenbloggerin Sorge tragen, dazu kommt das üblicherweise nicht nur ein Zimmer bewohnt wird in der Burg, sondern der Stadtschreiber, die Burgenblogger vielleicht noch eine andere Wohnung unterhalten müssen, wer gibt denn alles auf für 6 Monate?. Hier geht es doch nicht um Job-Hopping, sondern eine dem Stadtschreiber vergleichbare Tätigkeit, für welche der Autor/ die Autorin ihr eigentliches Leben für 6 Monate verlässt, auch das wird honoriert.

      Ansonsten, wennn das zu Reaktionen führen sollte, müsste man sich überlegen, das nur das von Wert ist, was die Niedriglöhner saisonal leisten, wenn sie von zuhause weg sind, und Montage eben auch kein Zuckerschlecken ist, und schon sind wir in der Diskussion über den Wert von Arbeit und die Nützlichkeit. Welchen Wert hat Kultur?

      Für ihr Einkommen hier muss Sie sich hier im Blog dem Für und Wider stellen, und steht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit wo viele viel fordern. Das gehört wohl zum Job dazu, und dem nächsten Burgenblogger wird es kaum anders gehen, das gehört zur Natur des Medium Blog.

      Klar gehören dazu auch unterschiedliche Meinungen, wie kann ein Mensch mit seinem Tun allen gefallen? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

    • Mona Jung says:

      Herr Kleber und Frau Schober können schreiben und sagen, was sie wollen, schließlich haben wir Meinungsfreiheit. Das gilt aber doch auch für die Kommentatoren. Krtisieren ist doch nicht gleich diskreditieren.

    • Heike says:

      das mag für Sie selbst stimmen, Mona, in den jüngeren Kommentaren ging es jedoch nicht allein kritisch zu, mit Inhalten, sondern vor allem waren beide Kommentatoren stilistisch ähnlich mit dem Mittel der Polemik zugange. Dies dient dazu, die Burgenbloggerin in den Augen der Leser vorzuführen und durch Argumentation und Wortwahl in ihrem Können so in Zweifel zu stellen, das SIE als Leserin auf die Idee kommen, dass sie ja dafür noch 2000 Euro bekommt wäre schon eine kleine Empörung wert, was untersteht sie sich das als Halbtagsjob zu begreifen, während ich ja…

      Das Ende vom Lied ist, das sich nichts verändert, und die Worte der Bloggerin in den Hintergrund treten. …. Die Frau kann das ja eh nicht…. dies wird versucht als Konsens zu verbreiten.

      Das ist das Ziel von der scharfen Polemik hier, den vermeintlichen „Gegner“ mundtot machen, lächerlich, als Nichtskönner, als was weiß ich, oder das was er schreibt als von „Fräulein Naseweis“ darzustellen, und das mag keiner gerne, das lernen schon kleine Kinder, und deshalb ist es auch verdammt persönlich. Die Aussage lautet: vergesst mal schnell was die da schreibt, die kann es eh nicht.

      Mona, das wollen sie Kritik nennen?

      Der Die Schreiber wissen ganz genau was sie tun. Mit Kritik hat das wenig zu tun. Das ist persönlich, und die Frage ist, warum. Vielleicht reizt es den einen oder anderen es der Bloggerin extra schwer zu machen.

  • Hunter S. Thompson says:

    Herr Miller hat doch vollkommen Recht. Für 2000 Euro Honorar (davon geht also nur die Krankenversicherung ab, keine Rentenversicherung usw.) und mietfreies Wohnen darf sicher mehr erwarten werden als ein paar Postkarten von Hubschrauberflügen und Wanderungen. Ein taz-Redakteur lebt von 1200 Euro netto und arbeitet Vollzeit, der träumt wahrscheinlich von so einem Spaßprojekt …

    Frau Schober wollte die Burg beleben. Im Augenblick geistert eher eine heimwehkranke Münchnerin durch die Gegend, die offenbar Angst hat, in einem Weinanbaugebiet die bajuwarische Biergartensaison zu verpassen.

    Journalistisch sind die wenigen Texte, die in ihren ersten drei Monaten als Burgenbloggerin entstanden, ziemlich schwach. Von „nachgerade literarischem Niveau“, wie Timo schwärmt, sind die Artikel noch weit entfernt. Da rächt es sich meines Erachtens, dass Frau Schober nur eine Journalistenschule besucht hat. Journalismus ist keine Wissenschaft, sondern ein Handwerk. Ein Bäcker besucht ja auch keine Vorlesungen über die Geschichte des Roggenbrots. Journalismus kann man nur in der Praxis lernen, in dem man jeden Tag schreibt und – so ist jedenfalls zu hoffen – im Laufe der Zeit immer besser wird.

    Ich habe mein Handwerk bei der Mainzer Allgemeinen Zeitung gelernt und da hätten mir die Kollegen einen so schwachen Anfang wie im neuesten Blogeintrag zum „Flaschenhals“ um die Ohren geklatscht. Da wird im ersten Satz die Hitze beim Außeneinsatz beklagt. Das interessiert den Leser nicht, außerdem war es an diesem Tag für alle Menschen 36 Grad heiß – z.B. für Maurer und andere Bauhandwerker, also nicht nur für die vor Selbstmitleid zerfließende Autorin. Und darum, doziert das Fräulein Naseweis, „ist es also notwendig sich regelmäßig Flüssigkeit zu zu führen.“ Wer hätte das gedacht? Was für eine schwurbelige Formulierung – könnte man nicht einfach das schlichte Verb „trinken“ für diesen Vorgang verwenden? Wer will nach so einem Einstieg noch weiterlesen? Das ist Schülerzeitungsniveau.

    Ich kann nur hoffen, dass die Arbeit der jungen Kollegin in den verbleibenden drei Monaten deutlich an Qualität und Umfang gewinnt. Sonst bleibt die Sache mit dem Burgenblogger ein einmaliges Experiment, das schnell vergessen werden wird.

    • Heike says:

      schreibt sich hier S.Miller als Hunter S. Thompson einen selbst gefälligen Kommentar?

      Hunter S. Thompson war Buchautor und Journalist, lebt nicht mehr.

      Wenn der schlaue Herr Thompson hier es nötig hat, eine Bloggerin nieder zu schreiben dann möchte er unter seinen eigenen Namen auftreten, immerhin tut er so als hätte er ein Renommee.

      Alles andere ist fragwürdig

    • Timo says:

      Mitbewerber gewesen? ;-)

    • Heike says:

      Für einen erwachsenen Journalisten scheint es fragwürdig, eine junge Kollegin auf diese Weise zu torpedieren und mir reiner Polemik zu degradieren.

      Dazu kommt, rein inhaltlich, dass das Medium Blog nicht mit dem Medium Zeitung zu vergleichen ist. Im Blog wird frei Schnauze geschrieben, und was dem einem ein Wohlklang ist dem anderen, wäre es hier nüchtern und sachlich, ein Weh.

      ich kann kaum glauben das ein Journalist der im Leben steht es nötig hat so rum zu hacken. Und dann noch unter Anmaßung eines bekannten Namen. Eher: NEIN.

    • Heike says:

      @ Timo: ja, danke!

      Das ist ein Troll, unter falschem aber „großem“ Namen. Das klingt wie „Napoleon-Komplex“!

      S. Miller könnte Sam Miller sein, BBC.

    • Heike says:

      ahhhh @ Timo, Lesefehler,.. Ja danke bezog sich auf deinen Beitrag, danke für deinen Beitrag. Ich bin kein Mitbewerber gewesen, insofern meine vorige Antwort mißverstanden werden könnte (nur klarstellung)

    • Timo says:

      @Hunter S. Thompson: Wohl Mitbewerber gewesen? ;-)

    • Hunter S. Thompson says:

      @ Heike

      Ich bin sicher nicht Herr Miller, der mit seinen dürftigen stilistischen Mitteln wohl eher für die Konkurrenz arbeiten dürfte ;o)

      @ Timo

      Warum sollte ich meine Festanstellung, das schöne Haus und den großen Garten für ein halbes Jahr in einer Burg aufgeben? Und ich möchte gar nicht wissen, was meine Frau zu dieser Idee gesagt hätte …

      P.S.: Wie wäre es bei „Heike“ und „Timo“ mit den echten Namen, Mr. und Mrs. Glashaus?

    • Heike says:

      Ein Hunter S. Thompson konnte nur dadurch wirken, das er eben NICHT daran klebte, was dem deutschen Michel seine Burg ist, das hausratversicherte Eigenheim.

      Aber keine Sorge, Träumen ist erlaubt. Nur das stänkern, das verstehe wer will.

    • Timo says:

      @Hunter S Thompson:

      Ihr Pseudo hat ja viele Zitate hinterlassen, darunter einige, die genau auf die Diskussion hier zutreffen, zum Beispiel:

      „Wenn die Sache irre wird, werden die Irren zu Profis.“

      oder

      „Ich habe die Schreiberei schon immer als den hassenswertesten aller Jobs angesehen.“

      Insofern Ihnen ein großes Danke für die Inspiration!

      Ihr

      Timothy „Total“ Gonzo III
      North Las Vegas, Nevada, U.S.A.

    • Hunter S. Thompson says:

      @ Timo
      Es freut mich, dass ich Ihnen und anderen auf diesem Wege die Arbeit von Hunter S. Thompson etwas näherbringen konnte. Er war das große journalistische Vorbild meiner Jugend, aber leider erlaubt es mir meine Tätigkeit als Pressesprecher eines renommierten Unternehmens nicht, den „Gonzo-Journalismus“ auszuleben. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, schreibe ich vielleicht einen Roman in diesem Stil. Arbeitstitel: „Furcht und Schrecken im Mittelrheintal“.

      Ich wünsche Ihnen einen entspannten Feierabend und verbleibe mit herzlichen Grüßen

      Kurt Tucholsky

    • Raoul Duke says:

      @Hunter S. Thompson
      >>leider erlaubt es mir meine Tätigkeit als Pressesprecher eines renommierten Unternehmens >>nicht, den „Gonzo-Journalismus“ auszuleben.

      Ah, jetzt verstehe ich, Hunter, daher kommt der ganze Frust, den Sie hier auf der armen Burgenbloggerin abgeladen haben.

      Mensch Hunter, kommen Sie, „Pressesprecher“, wie langweilig, das ist doch nichts für einen Mann wie Sie! Auch ein Haus mit Vorgarten kann diese nagende Unzufriedenheit nicht aufwiegen, Sie wissen das doch schon seit Jahren! Steigen Sie endlich aus, Hunter.

      Seien Sie der nächste, der den Burgenblogger-Job macht. Sie können das – und leben Sie Ihre Form des „Gonzo-Journalismus“ dabei aus, Hunter! Schreiben Sie Reportagen im Stile Ihres großen Vorbilds. Wenn schon Washington „eine Stadt voller, bösartiger, mächtiger Bauerntölpel“ ist, wie nennt man dann erst – ach, die Wahl überlasse ich Ihnen, Hunter.

      Ich weiß nur eins: Hey, das wird cool, Hunter, richtig cool! ;-)

    • Hunter S- Thompson says:

      @ Duke
      Ihnen kann man aber auch nix vormachen. Ehrlich! Ja, ich bin zutiefst frustriert und an mir nagt die Unzufriedenheit seit vielen Jahren wie ein Biber. Ich habe auch gar kein Haus, keine Familie und Pressesprecher bin ich noch nie gewesen. In Wirklichkeit bin ich ein arbeitsloser Ex-Trucker, der in einer löchrigen Unterhose im unangesagtesten Internet-Café von Downtown Niederheimbach sitzt und unter diversen Pseudonymen (z.B. „Timo“ – lustig, oder?) Kommentare schreibt, weil mein Therapeut sich davon eine Besserung meiner Profilneurose verspricht. Daher finde ich es großartig, dass Sie mir mit Ihrem Beitrag Mut machen, eines Tages in die gigantischen Fußstapfen zu treten, die Frau Schober hinterlassen wird. Danke! Jetzt weiß ich: Hunter, du kannst es schaffen! Und so zerbröselt der Keks :o)

    • Raoul Duke says:

      Hey Hunter, was bedeutet dieses „S-“ in Ihrem Namen? Muss ich mir Sorgen machen, Hunter?

  • Timo says:

    Mich beschleicht auch schon seit längerem das Gefühl, dass die Kritiker unserer Burgenbloggerin zwei Gruppen zuzuordnen sind: Einmal den gescheiterten Burgenblogger-Mitbewerbern (aus dieser Gruppe dürften die meisten Zuschriften kommen) und zum zweiten den Mittelrheintal-Vermarktern, die selbst ein KOMMERZIELLES Interesse an der Region haben und die sich von einem solchen „Amt“ Werbung und halt nur „Werbung“ für die Region versprochen haben. „Werbung“, die es hier schon zur Genüge gibt und von der man weiß, dass sie eben auch nicht die ganze „Wahrheit“ über das Tal sagt.

    Die Kritik an Frau Schober aus diesen Interessengruppen ist sehr durchschaubar und in der Sache zumeist unbegründet, weil sie auf oft auf Unterstellungen oder falsch verstandenen vordergründigen eigenen Interessen beruht.

    Ich gehöre zu keiner dieser beiden Gruppen und freue mich über die frischen Formulierungen der Burgenbloggerin. Ich finde Frau Schobers Schreibe immer dann am besten, wenn sie die Ambivalenz des Tales und ihre eigenen inneren Konflikte damit schildert – und also in Worte fasst, was viele Menschen (auch gerade die „Zugezogenen“) hier umtreibt. Diese können nämlich nicht verstehen, warum sich eine der schönsten Gegenden Deutschlands nach außen hin so schwach präsentiert. In Frau Schober haben sie nun endlich jemanden gefunden, der ihre eigenen Eindrücke und Gefühle aufgreift und in wohl gewählten Worten auf den Punkt bringt. Das ist im Prinzip ein sehr guter Ansatz, um Probleme zu benennen und dadurch irgendwann auch lösbar zu machen. Daher – mein Appell an alle – lassen wir doch die Burgenbloggerin in Ruhe ihre Arbeit tun. Sie ist wichtig und nützlich für das Tal und für uns.

    Und diejenigen „Einheimischen“ oder „Ex-MItbewerber“, die meinen, sich in gehässigen persönlichen Formulierungen an Frau Schobers Adresse gegenseitig überbieten zu müssen, sei gesagt, dass sie sich selbst und der Region, die sie zu vertreten vorgeben, kein gutes Zeugnis ausstellen. Ganz im Gegenteil.

  • Heike says:

    Was Sie machen ist vor allem ausbreiten wie toll Sie selbst sind.
    Prima für Sie, und warum haben Sie es dann so nötig einer jungen Kollegin, oder, je nach Kommentator, einer jungen Mitbürgerin auf Zeit, nochmal nachzutreten?

    Konstruktiv sieht anders aus. Überblick gewinnen! Menschenkenntnis! Zumindest der Versuch davon. Aber nichts davon. Lieber ins gleiche hämische Rohr wie die anderen blasen. „Ich auch mal ich will auch“..

    Konstruktivismus fängt im Kopf an. Vorstellungsvermögen auch. Die eigenen Reflexe überprüfen fängt auch im Kopf an. Wenn der es nicht hergibt dann sollte man sich nicht besser schimpfen als andere. (@ S. Miller)

    Wer in die Provinz kommt und länger bleibt, erfährt vor allem mal einen Kulturschock. Was erwartet ihr im Tal eigentlich, das man euch gleich liebt? Das Tal ist zwar Kulturerbe, aber ein zersauseltes Etwas, ein struppiges Ding, und manchmal furchtbar langweilig, ja, allerdings.

    Statt die zu schlagen, die sagen was sie wahrnehmen, würde ich mir doch erstmal überlegen ob es auch an mir (der Provinz) liegt, dass ich (das Tal) nicht auch in der zweiten Umarmung größte Sehnsucht wecke.

    Und jetzt erst recht stachelig! Wie die zurück gewiesene eifersüchtige Geliebte. Statt sich eine Chance zu geben. Sich selbst. Ne, lieber keifen und nachtreten in bester Pöbellaune.

    DIESE Geliebte will am Ende keiner mehr.

    Vielleicht sollten die ganzen Kritiker sich überlegen, ich meine die welche nicht nur Kritik üben sondern in ihrer teils derben Wortwahl ihre Überheblichkeit ausdrücken,

    das nirgends in der Burgenblogger Beschreibung steht, das man allen hier zu dienen hat.

    Vielleicht sollten man sich im Tal auch überlegen, wie sich das „Tal“ den Menschen die von außen kommen „andienen“ kann.

    Attraktion sieht anders aus, als diese Anmache hier, die teilweise derb gegen Richtung unter Gürtellinie läuft, aber das kennt man ja, im Netz fallen viele Schranken.

    DAS ist durchaus dann eine Schattenseite, die man hier den Menschen im Tal zuschreiben kann. Die kritisierte scheinbar zurück gewiesene Geliebte.

    • Sabine says:

      Den Kommentaren von Heike möchte ich mich anschließen, und sie daher nicht noch einmal wiederholen. Gerne aber noch das Bild von der „zurückgewiesenen Geliebten“ weiter ausbauen: Mir erscheint das Rheintal wie eine ehemalige High-School-Queen, die nun Falten bekommt und deren Putz bröckelt. Es ist schwer, nicht mehr der Mittelpunkt aller Partys zu sein.

      Doch die Zeiten ändern sich, und Veränderungen sind meistens auch schmerzhaft. Sie zu bewältigen braucht manchmal externe Hilfe – und dabei einen Blick von außen auf die Situation. Und ich finde gerade dies macht doch die Burgenbloggerin großartig.

      Es besteht also auch für alteingesessene Journalisten kein Grund, den guten, alten Schreiberzeiten nachzutrauern. Denn hier gilt ebenso: Die Zeiten ändern sich. Und der Nachwuchs macht es auch gut, manchmal sogar besser. Texte kann man immer auseinandernehmen – seien sie journalistisch, ein Blog-Beitrag oder eine Marketing-Sequenz. Fair ist das Zerpflücken jedoch nicht.

      Ich vermute, dass hinter dem Burgenblogger-Projekt natürlich auch ein Stück Marketing steckt. Und ich hoffe sehr, dass den daran Beteiligten der junge Mensch hinter der Burgenbloggerin bewusst bleibt und dieser nicht verheizt wird.

  • S. Miller says:

    Provinz findet nur im Kopf statt
    Liebe Frau Schober, ein paar Sachen stoßen mir ein wenig auf: Wenn ich die Stellenausschreibung neben Ihren Text lege, so scheint da ein Missverständnis zu herrschen „Wir suchen einen Menschen, der sich nicht über das Mittelrheintal erhebt, sondern sich auf diese Gegend einlässt“ lese ich da – das entspricht nicht ganz dem, was Sie in Ihrem Text liefern, oder? (Ich persönlich finde diese Debatte „woanders ist es aber schöner“ recht unergiebig – Provinz findet immer nur im Kopf statt, ebenso wie die von Ihnen beklagte Langweile)
    Auch das Geklage, dass Burgenblogger ein Ganztagesjob ist, verstehe ich nicht: Bei 2000 Euro monatlich und einem freien Zimmer darf man auch davon ausgehen, dass das nicht als Halbtagsjob gedacht ist. Haben Sie das vorher nicht abgeklärt?
    Und weiter: Ich war selbst zehn Jahre Journalist bei einer der großen Adressen und kann es nicht glauben, dass ein Journalist sich darüber beschwert, keine Kontakte knüpfen zu können – das ist das journalistische Kerngeschäft. Selbst die Kollegen in Asien, wo es aufgrund der Kultur schwierig ist, Netzwerke zu knüpfen, haben nie so geklagt. Und der niedlich-tapsige Versuch der Kontaktaufnahme, den Sie da beschreiben – das haben Sie nicht auf der Journlistenschule gelernt, gell?
    Last but not least dürfen Sie gerne die Menschen am Mittelrhein pauschal als provizielle Langweiler abstempeln (auch wenn das eine für einen Journalisten eher beschämende, weil wenig offene Geisteshaltung ist), aber wenn Sie das so empfinden, sollten Sie auch fair sein und den Job abgeben – niemand zwingt Sie zur Isolationshaft mit 2000 Euro Monatsgehalt.
    In diesem Sinne: Herzliche Grüße von einem ideen- und humorlosen Mittelrheintalfreund

  • Johann says:

    Wieder einmal ein sehr dürftiger Blogeintrag, der abgesehen von Selbstmitleid und Eitelkeit, nichts aussagt. Die Bilanz ist bisher dürftig. Da stimme ich vielen kritischen Stimmen hier zu. Ein völlig dem Zeitgeist unterworfenes Großstadtkind, das plötzlich aufs Land geworfen wird, und damit nichts anzufangen weiß.
    Was soll auch immer der Verweis auf das ach so tolle München? Diese Stadt ist ein einziger Graus. Ich lebe mein ganzes Leben hier, bzw. im nahen Umfeld, daher weiß ich das. Es ist ein typisches Großstadtmoloch aus Stahl und Beton, überwiegend hässlich, kalt und dreckig. Wie sie an anderer Stelle, zu diesem „Siffgate“ schrieb, eine angeblich so schöne, geleckte Stadt. Was, wie so meist, nur auf Touristenattraktionen zutrifft. Ich sehe überall den Dreck, die Graffitis, die Ghettos,Industrieruinen, die Überfremdung und Entwurzelung. Abgesehen von Touristenkitsch hat München nur noch wenig Bayerisches an sich. Das mag auf viele Großstädte im Land zutreffen, dennoch ist es Hohn, München stets hervorzuheben. „Mia san mia“ oder „Weltstadt mit Herz“ sind nichts außer Werbefloskeln.
    Das mag sich auch meinen persönlichen Vorlieben und Eindrücken geschuldet sein Diese hat auch jemand der vor allem „Junge Gesichter auf der Straße, ein Café um die Ecke, Geräusche urbaner Existenz, Busse, Nachbarn, Jogger. Die Zumutbarkeit des Andersartigen. Einen Supermarkt.“ vermisst. Dennoch erscheint dann fraglich, ob diese Person dann über das Mittelrheintal schreiben sollte, wenn es sich auf so eine Perspektive verengt. Da sollte man mal darüber nachdenken, was im Leben wirklich wichtig ist.
    Aus privaten Gründen war ich in den letzten Jahren dauernd am Mittelrhein. Dabei habe ich die Gegend in und auswendig, sowie lieben gelernt. Was habe ich da gesehen und erlebt, was könnte ich da erzählen? Gerade solche Geschichten hätte ich mir hier auch gewünscht. Die Diskrepanz zwischen dem Leben im Sinnbild deutscher Romantik des 19. Jahrhunderts und die Einstellung der Einheimischen dazu. Der Besuch auf dem Metalfest auf der Loreley. Das heimliche Einsteigen ins Kloster Marienberg in Boppard. Gespräche mit Einheimischen, wie mit einer alten Wirtin in St. Goarshausen, die den Schwund der Jugend und dauerndes Wasser in ihrem Weinkeller beklagt, als einzige noch ausharrt, da alle ihre Freunde verstorben sind. Preußentage und Freilufttheater auf Ehrenbreitstein. Lob und Kritik an der baulichen Veränderung von Koblenz, usw. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben, auch abseits von Touristenpfaden oder großen Veranstaltungen, viele Menschen, die Interessantes zu erzählen hätten. Statt dessen finde ich hier nur Klagen oder Geschichten, über die selbst Wikipedia besser informiert. Ich sehe keinen Unterhaltungswert, der das ausgleicht.
    Nur zur Klarstellung, dies soll nun kein Rundumschlag oder eine Fundamentalkritik sein, sondern durchaus eine Anregung sein, gewisse Ansichten zu hinterfragen.

    • Wolfgang says:

      Lieber Johann, ich hätte eine Frage an Dich, die ich aber nicht öffentlich posten möchte, da sie persönlich ist. Könntest Du Dich bitte bei “ mittelrheintour@yahoo.de “ melden? Viele Grüße Wolfgang

  • 750 Leute hätten gerne den Traumjob als Burgenblogger gehabt. Wer bekommt ihn? Eine Berufsanfängerin voller Selbstmitleid, die permanent über ihre Befindlichkeiten schreibt und die Prinzessin auf der Erbse spielt. Sorry, aber ich sag’s ganz offen: Das Tal ist voller Menschen und damit voller Geschichten. Jeden Tag kommen Schiffsladungen neuer Menschen und damit neuer Geschichten aus aller Welt. Machen Sie Ihren Job professionell und liefern sie mehr als ein bis zwei Artikel pro Woche. Und quatschen Sie nicht wildfremde Leute von der Seite an, die gerade bei der Sauhitze ihre Einkäufe in den Kühlschrank bringen wollen, sondern knüpfen Sie Kontakte, wie Journalisten es überall machen. Kriegen Sie das ein halbes Jahr hin (länger müssen Sie ja nicht bei uns bleiben), ohne rumzuflennen?

    • Timo says:

      Wie frustriert muss man selbst sein, Matthias Eberling, um eine solche Suada abzusondern! Die Burgenbloggerin ist nicht die erste, die erleben muss, dass ein „Traumjob“ auch seine Schattenseiten hat – und sie bloggt auf nachgerade literarischem Niveau darüber, was ich wirklich toll finde.

      An Ihrem Beitrag, Herr Eberling, finde ich ansonsten lediglich die Passage mit den „Schiffsladungen neuer Menschen aus aller Welt“ bemerkenswert – dies aber auch nur deshalb, weil sie Zusatzbedeutungen transportiert, über die Sie möglicherweise noch gar nicht nachgedacht haben.

    • @ Timo

      Ich bin nicht frustriert, sondern enttäuscht. Nächste Woche ist Halbzeit bzw. Bergfest der Burgenbloggertätigkeit. Was bleibt von der bisherigen Arbeit? Das leicht durchschaubare parteipolitische Geplänkel um „Siffgate“. Ich hatte mir einen frischen Blick von außen auf meine Heimat erhofft. Stattdessen lese ich die uralte Story vom „Flaschenhals“, die mir mein 81jähriger Vater seit Jahrzehnten immer wieder erzählt … am Samstag war z.B. in St. Goar ein Bikertreffen. Tijuana Taxi hat eine Höllen-Rock’nRoll-Show abgezogen. Statt in der ollen Burg die Quarter-Life-Crisis zu zelebrieren, hätte Frau Schober doch mal auf die Party gehen können. Da hat man Spaß und gleich noch Material für einen netten Text. Und das nenne ich tatsächlich „Traumjob“ ;o)

    • Kundendienst says:

      Ich werde Frau Schober bitten, in Bälde mit Ihnen Kontakt aufnehmen und sich nach den Geschichten zu erkundigen, die Ihnen Ihr 81-jähriger Großvater seit Jahrzehnten erzählt. Sie wird dann diese Themen meiden, um Sie nicht zu langweilen.

      Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben.

      Ihr

      Kundendienst

  • Bärbel Laloi says:

    Schade das die Burgenbloggerrin so empfindet. Aber ob man in einer neuen Gemeinde Anschluss findet liegt überwiegend an einem selbst. Gerade die Menschen im Mittelrheintal sind herzlich und offen gegenüber neuen. Es kommt keiner an die Haustür und sagt schön das du da bist auf dich haben wir Grad gewartet.Aber sich unter die Dorfbevölkerrung mischen Feuerwehrfeste, Kerbe, Konzerte vom Musikverein besuchen usw. Hilft da ungemein. Den Unterschied zwischen ich wohne im Mittelrheintal oder ich lebe im Mittelrheintal wird man da schnell lernen.

  • Jacqueline says:

    Man kann auch wirklich ALLES schlecht „reden“. Was soll der Zusatz mit dem Einfamilienhaus (man lebt hier für sich)? Die meisten Deutschen lecken sich die Finger nach einem Einfamilienhaus. Wer will denn freiwillig in einem anonymen Hochhaus wohnen? Das ist in der Stadt halt nur gezwungener Maßen so, weil sich dort niemand ein Einfamilienhaus leisten kann. Und 2.: wenn mich jemand aus heiterem Himmel auf der Straße anspricht, den ich nicht kenne und mich nach meinem Familiennamen fragt, dem würde ich gar keine Antwort geben. Das hat nichts mit Mittelrheintal zu tun. Da wäre die Reaktion überall die Gleiche. Da muss man jetzt nicht speziell die Niederheimbacher schlecht dastehen lassen. Besonders weil die Münchner, insbesondere die Bayern ja bekannt sind für ihre Toleranz und Aufgeschlossenheit ;-).

  • Frauen_vor_Flusslandschaft says:

    Die Burgenbloggerin berichtet über das Schöne und auch über das weniger Schöne im Rheintal konsequent aus ihrer Perspektive – und das ist die Perspektive eines jungen Menschen, der sich hier im Tal nur sehr begrenzt verwirklichen kann, weil es gerade für die Generation zwischen 20 und 40 nur sehr wenige Angebote inklusiver vernünftiger Wohn- und Freizeitmöglichkeiten gibt.

    Das Problem des Wegzuges der jungen Leute aus dem Tal ist mindestens genauso schwerwiegend wie das Problem des Bahnlärms im Tal – und vermutlich sehr viel weniger leicht in den Griff zu bekommen.

    Es gibt dennoch einen interessanten Ansatz, der hier noch nicht vorgekommen ist. Es handelt sich dabei um die Studie „Wohnen im Welterbe“ des Fachbereichs Technik der Fachhochschule Mainz unter Leitung von Professor Emil Hädler. Ich sage es mal mit meinen Worten: Nach dieser Studie soll das „Wohnen im Welterbe“ vor allem für junge Menschen wieder attraktiver gemacht werden, um diese vom Wegzug abzuhalten oder sogar zum Zuzug in die historischen Ortskerne zu bewegen. ;-)

    Für die Politik wird es Zeit, sich insbesondere diesem Problem endlich mit der gebührenden Aufmerksamkeit zu widmen. Insofern ist die oben genannte subjektive Perspektive der Burgenbloggerin für unser Tal sehr wichtig.

  • Die Idee zu „Burgenblogger“ dreht sich um Aufmerksamkeit für die Region (absolut gelungen) und um Viel zu Vieles, das sich nur als subjektive Geschichten weitergeben lässt:

    • Wie lebt es sich zwischen dem Charme des 19 Jahrhunderts (Rheinromantik), dem baulichen Ambiente der Nachkriegszeit und dem Alltag im Sommer 2015?

    • Wie geht man miteinander im Tal um, das pro Jahr 3 Millionen Reisende zählt und dennoch „ausblutet“?

    • Was könnten Ideen und Anregungen sein, die „etwas verändern“?

    • Wie kommen die Menschen zusammen, die auch über ihr Dorf hinaus noch etwas verändern wollen?

    • In welche „Richtung“ schaut man in dieser Region – nach hinten (früher war mehr Lametta), aufs Heute oder nach vorne?

    • Wie erlebt eine „junge, professionelle Kreative“ die Region und wie finden sich auf die Schnelle Potentiale, wo treffen sich Gleichgesinnte?

    • Was gibt es außer Bahnlärm, sterbenden Hotels und alternden Dörfern? Wo lässt sich etwas aufbauen im Tal?

    • Was könnte andere Menschen ermuntern, hierher zu ziehen, ihr ganzes Leben oder einige Jahre hier zu verbringen?

    • Wo entstehen Reibungen – wie etwa gerade mit ihrem aktuellen Blogbeitrag.

    Auf viele Fragen hat die Burgenbloggerin Antworten gefunden und sie in bislang 2 ½ Monaten erzählt.

    Sie schreibt – völlig frei, in eigener Regie und Redaktion – was sie erlebt und wie sie es erlebt. Nur darum geht’s. (Und leider haben manche auch nur eine andere „Weinkönigin“ oder eine „Reisekritikerin“ in ihr sehen wollen. Das alles ist sie nicht.)

    Manchem gefällt‘s, manchen nicht: Diese Spannungen macht ihren Blogbeitrag (mit den bislang meisten Kommentaren seit dem Start) deutlich.

    Mal ehrlich: Wann gab es zuletzt einen Sommer am Mittelrhein, in dem uns Fragen zum Rheintal so bewegt haben?

    Burgenblogger ist ein tägliches Experiment und wir alle bestimmen mit, wie es verläuft. Dazu zählt auch, wie wir hier im Blog und im Alltag mit der ersten Burgenbloggerin umgehen.

    Rainer Zeimentz (@rainerz)

    • Wolfgang says:

      Die Fragen, die Rainer Zeimentz stellt sind wichtig und deren Beantwortung, für mich zumindest, interessant. Ich empfinde die Blogs zu negativ.Dass die Burgenbloggerin „keine Werbeagentur und auch keine Prostituierte für das Mittelrheintal sein“ möchte, ist sicherlich in unser Aller Sinne. Aber ich vermisse das Positive, das unsere Region bietet. Meine Gespräche mit den Organisatoren der „Magic Bike“, der Geschäftsführerin der gerade sehr aufwendig restaurierten Burg Reichenstein oder der „Loreley“ haben immer eins gezeigt: Unisono haben alle gesagt „Wir wollen etwas für die Region tun, nicht nur unser Kerngeschäft betreiben“. Das zeigt mir, dass die Denke schon eine andere ist. Kein Egoismus, sondern ein Wir-Gefühl, das im Mittelrheintal wohl sehr ausgeprägt ist. Solche Geschichten fände ich interessant, Vorschläge erarbeiten, wie was geändert werden könnte, was optimierfähig ist. Nur anprangern ohne konstruktive Lösungsansätze bringe weder dem Leser noch der Region etwas. Kritik und Anregung sind etwas Positives, da darf man sich nicht schmollend zurückziehen und als „Burgenkoller“-Behandlung nach München flüchten. Das finde ich schade. Eine umfassende (positive und negative) Berichterstattung über das Mittelrheintal ohne innere Verbundenheit zur Region halte ich allerdings für mehr als schwierig. Ich bin gespannt auf den nächsten Blog.
      Herzliche Grüße

      Wolfgang

    • Dirk says:

      Wer sich bei Flickr, wie Torsten Maue es tut. Erwin Rommel nennt, hat auch nicht alle Latten am Zaun. das erklärt vielleicht einiges zu seinem Wesen und seinem Kommentar.

    • Dirk says:

      „Die Idee zu „Burgenblogger“ dreht sich um Aufmerksamkeit für die Region (absolut gelungen) und um Viel zu Vieles, das sich nur als subjektive Geschichten weitergeben lässt“

      Die Aufmerksamkeit scheint aktuell eher auf Jessica zu liegen, statt auf der Region.

      Vielleicht wurde Jessica auch zu sehr in den Mittelpunkt gestellt und gerückt?

      Vielleicht hat sie das unbemerkt mit sich machen lassen?

      Sie wird ja im TV, Print etc. herumgereicht, wie warme Semmeln. Das ist vielleicht auch das Problem?

      Das Produkt (Mittelrheintal) ist nicht mehr im Vordergrund, sondern der Verkäufer. Ein Klassiker!

      Das ist dann auch irgendwo schade! Man suchte jemand der sich nicht über das Mittelrheintal erhebt, Sie wurde und wird aber hoch gehoben. Vielleicht wollte sie das auch nicht? Daher vielleicht auch ihre häufigen frustrierten Andeutungen und die teilweise aufkeimende Resignation.

      Das darf auch nicht mehr oft passieren. Denn dann wird es irgendwann auch zum Fluch und unglaubwürdig.Das es allerdings ein taktisches „Fishing for Compliments“ ist, wie andernorts zu lesen war, kann ich mir aber auch nicht vorstellen.

      Ich denke es wäre einfach (auch für sie) besser, wenn sie berichtet und dabei etwas in den Hintergrund tritt. Dann gibt es auch weniger Angriffsfläche.

    • Walter says:

      „Dies ist kein Ort zum Bleiben.“
      In Fettschrift.
      Das hat reingehauen.
      Glücklicherweise wird das schnell wieder vergessen, es wird weit in den Hintergrund gedrängt von der nächsten Informationsflutwelle.
      So gesehen ist die Netz-Schnelllebigkeit etwas Gutes.

  • Maximilian Linkert says:

    Hi
    Also du schreibst ja zwar dass du immernoch versuchst niederheimbacher kennen zu lernen aber du wurdest doch schon oft genug eingeladen, doch bist nicht erschienen…ein wenig fragwuerdig oder??

    Allerdings hast du dir mit diesem artikel (EINWENIG!!!) die chance verbaut auch in niederheimbach etwas fuß zu fassen

    Find ich einfach nur schade :/

  • Aloys Maldaner says:

    Nur zur Info:
    ich bin aus Niederheimbach, habe aber die Hälfte meines Lebens in anderen Teilen Deutschlands gelebt, hier die Reihenfolge:

    Niederheimbach
    Gerolstein
    Berlin
    Freiburg
    Karlsruhe
    Offenburg
    Troisdorf
    Köln…
    …und dann wieder freiwillig und gerne Niederheimbach

    Ich lade Sie recht herzlich zu einem Gespräch ein, weil ich kein Interesse an diesem „Hin und Her“
    Geschreibsel mit allen möglichen Leuten habe.

    aloys.maldaner@web.de

  • Rudi says:

    Hey Leute, was erwartet Ihr? Das „burgenblog“ ist ein Experiment. Jede/r der den Job übernimmt wird ihn anders ausfüllen. – Zum Glück! Es wäre sonst (sicherlich nicht nur mir) schnell langweilig. Insbesondere, wenn ausschließlich Hochglanzwerbung für Burgen und andere Sehenswürdigkeiten des Mittelrheintals im Blog erscheinen würde.
    Wir erhalten hier eine subjektive Sicht der Dinge und statt darüber zu klagen, sollte man sich Gedanken machen, ob nicht vieles ist wie hier beschrieben, aber in der eigenen Betriebsblindheit nicht mehr gesehen wird.
    Im nächsten Jahr gibt es dann eine neue Sicht auf das Mittelrheintal – deshalb ist es ja kein Job auf Lebenszeit.

  • mikel says:

    Echt verklagt? Wirklich? Blöd….

    Und an alle: Das ist ein Geschichtenblog. Steht oben rechts. Jessica schreibt Geschichten. Kein SEO und Pseudo-Reiseblog wie Torsten und kein Lifestyleblog wie Mac. Es sind schlicht Geschichten. Wie Menschen schon immer Geschichten liebten.
    Sie hat das Format Geschichte gewählt. Und ja, das darf auch in einem Blog sein. Ich finde das gut.
    Und eigentlich braucht sie keine Belehrungen, keine sexistischen und keinen onkelhaften Dünkel, kopftatschend. Wo steht, dass sie Social Media machen muss?
    Ich finde diesen Post sehr gut. Das dürfte vielen jungen Menschen in ländlichen Gebieten so gehen. Besonders dann, wenn man in einem Museum wohnt. Das ganze Mittelrheintal wird als Museum vermarktet, in künstlicher Romantik erstickt, seit die Preußen da herrschten und früher, so schön wie es auch den Anschein weckt. Und dann all der Rummel, der erzeugt wird. Wie soll frau als Journalistin distanziert arbeiten, wenn sie selbst zum Medienstar gemacht wurde? Beobachtet von Presse, Funk und Fernsehen? Aber zum Text:
    Mich erinnert der Post sehr an die „Odenwaldhölle“ von Antonia Baum, nicht vom Stil her, der ist dort überdreht, sondern inhaltlich. Auch dort geht es um ein enges Tal, aus dem man nicht entkommt. Das man nur hin und her befahren kann. Wo „Zugezogene“ scheinbar nie eine Chance haben. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/meine-heimat-dieses-stueck-germany-12729846.html

    • W&V (@wuv) says:

      Lieber Mikel, ein paar Vergleiche hier hinken gewaltig. Das fängt bei Jessicas eigentlichem Artikel an, in der sie Parallelen zum Besitzer von Burg Rheinstein zieht. Ich glaube nicht, dass sich ein Gast auf einer staatlich finanzierten Burg mit jemandem vergleichen sollte, dessen ganze wirtschaftliche Existenz an so einem Ding hängt – und das mutmaßlich ein Leben lang. Dein eigener Vergleich mit Antonia Baum passt ebenso wenig. Jessica ist keine 17-jährige Gymnasiastin, die durch irgendeine fatale Umzugsentscheidung ihrer Eltern dazu gezwungen ist, die besten Jahre ihrer Jugend in einem gottverdammten Kaff zu verbringen. Sie lebt aus freien Stücken auf der Burg, weil sie sich erfolgreich darum beworben hat. Und zwar für einen überschaubaren Zeitraum. Sie ist da auch nicht in Einzelhaft, sondern kann sich frei bewegen, zum Beispiel in die nahegelegenen Großstädte Mainz, Wiesbaden oder Frankfurt. Jessica beklagt sich in ihrem Text, dass man am Mittelrhein nur Hürden sähe und keine Potenziale. Aber was sieht sie selber? (Disclaimer: Ich lese Jessicas Texte sehr gerne und nein, ich will sie nicht gegen „Sylvia“ eintauschen).

    • Sorry, falscher Account: Der Text oben geht natürlich auf mein Konto und nicht auf W&V.

  • Mac says:

    Zugegeben: Ich finde auch, dass es manchmal etwas einseitig ist. Und gefühlt viel lamentiert wird, sowie das „Schlechte“ des Mittelrheintals in den Vordergrund gestellt wird.

    Ich war leider nur einmal (4 Tage) im Mittelrheintal. Zum Burgenblogger, Casting, Finale etc.

    Das war eine sehr tolle Zeit. Weil ich neugierig bin und während meines Aufenthalts einfach drauf los bin, in den Zug stieg und mit Leuten sprach. Was ist hier gut, was ist hier schlecht?

    „Gehen Sie mal dort hin und schauen Sie sich unbedingt den Malerweg an!“ Habe ich getan. War klasse.

    Überhaupt die Gegend. Ein Traum! Hinter jeder Kurve ein neues Postkartenmotiv.

    Klar, weiß ich nicht, wie die Langzeitwirkung „gefangen auf der Sooneck“ auf einen einschlägt. Aber vielleicht kann man das auch nicht pauschal beurteilen? München ist anders. Berlin ist anders! Ich komme auch vom Land, aus Ostwestfalen. Wohne seit mehreren Dekaden in Berlin. Fahre ich in die „Heimat“, reicht es mir dann auch nach 2 Wochen. Trotz guter Luft und schöner Landschaft. Berlin hat eben alles! Niederheimbach hat nur einen Pizza/Döner/Falafel-Stand. :-/ Das ist schon fies, wenn man aus Berlin kommt, wo man die Qual der Wahl hat.

    Vielleicht muss man auch ein Faible dafür haben, sich auf die Landschaften und Regionen einzulassen? Ich selbst bin neugierig, gehe immer einfach drauf los. Meist auch planlos und manchmal auch erfolglos :). Es ergibt sich einfach.

    Natürlich ist die Erwartungshaltung an Jessica groß. Und jeder der 10 Burgenblogger-Finalisten, hätte nun auch seine kleine Krise. Wetten! Und jeder von uns hätte auch seinen Shitstorm abbekommen.

    Es gibt aber auch so viel tolles im Mittelrhein. Das fehlt mir hier im Blog ein wenig. Ich selbst fand es großartig, einfach nur da oben an der Stahleck zu stehen und Mensch zu sein, diese beeindruckende Landschaft aufzusaugen.

    Was mich wirklich stark beeindruckte, war die große Freundlichkeit der Menschen. Zum Beispiel: Ich stand da so an der Wernerkapelle in Bacharach im morgendlichen Nieselregen und bestaunte sie. Ich stehe einfach immens auf alte Architektur. Da kamen ein paar einheimische Wanderer, grüßten freundlich und fragten, bei stärker werdenden Regen, ob nicht mit unter ihren Regenschirm will.

    Mach das mal in Berlin?!?!

    Mein Bild von Niederheimbach ist zum Beispiel ein ganz anderes, als das hier gezeichnete. Ja, da ist der Hund begraben und die Kirche sieht schäbig aus. Das hat aber auch Gründe. Die könnten hier im Blog auch genannt werden. Salze im Boden, Hochwasser etc.

    Auch ich hatte damals, als wir am Casting teilnahmen, mit einigen Niederheimbachern Kontakt.

    Der Glücksgriff war ganz klar Frau Saueressig von der Pension im Ort. Die Menschen, die ich traf, waren alle freundlich und zuvorkommend. Es gibt in der Tat einige sehr schöne Ecken in Niederheimbach! Man muss nur genau hinsehen.

    Gehe mal in die Seitengassen/Straßen. Da ist zum Beispiel ein großes Beet, dass mit viel Liebe gestaltet wurde. Frage mal die Leute dort.

    Geh zum Brunnen, am kleinen Schrein/Altar. Da gib es übrigens kostenlos W-Lan :) Schau dir mal die Schaufenster mit den Puppen an, die die Gewerke zeigen.

    im Rhein selbst ist ein interessantes Stromgenerator-Ding. Die Story dazu ist spannend.

    Und interessantes gibt es in Niederheimbach auch. (Im Bahnhof selbst ist z.B. diese Wassersache). Wenn ich es richtig in Erinnerung – aus dem Gespräch habe – dann soll da auch ein kleines Museum rein. Der Bahnhof ist nun auch nicht so schlecht, wie dargestellt. Es ist eben ein klassischer Landbahnhof. Wie man ihn vielleicht als Modell einer Eisenbahnanlage kennt.

    Bzgl. City-Feeling. Als Ersatz mit Burger-Läden, Kino, Aldi und Co. gibt es Bingen, Koblenz und Rüdesheim. Und man muss sich vor Augen halten. Innenalb einer Stunde ist man selbst mit der Bahn überall. Das sind nur 64 Kilometer!

    Zur Not fährt man mal ein Wochenende nach Köln oder Mainz. Man muss ja nicht auf der Sooneck schlafen. Das geht dann auch prima.

    Der Mittelrhein ist voll von Dingen die es zu entdecken gibt. Es gibt diese interessanten Wiesen oberhalb des Rheins, bei denen Kinder auch bei der Pflege mitmachen. Es gibt die Täler, die Bauern, die kleinen Kneipen und die Kids. Rede mit denen!

    Und ja, es gibt diese ganzen genialen Burgen. Die können auch gerne gezeigt werden. Fahr mit dem Rheingold. Gehe nach Rüdesheim zum Biker-Treff. Gehe nächstes Wochenende zum Night of the Prog Festival auf der Loreley. Das ist Kult! Da wäre ich so gerne!

    Ich selbst vermisse die Gespräche mit Frau Saueressig und Herrn Collerius aus Niederheimbach (beides so klasse Erzähler, mit soviel Wissen zur Region), sprich mit dem Jäger und der Terracotta Frau aus Bacharach. Der Bloggerin aus St. Goar, die kritisch und interessant schreibt und auch ihr Haus saniert. Die haben alle so viel zu erzählen. Jessica: Lass sie doch hier im Blog berichten.

    Schau dir bei Bedarf mein persönliches Vorbild im TV mal an. Max Moor „Bauer sucht Kultur“. Der macht das großartig. Der geht hin, klopft an und spricht mit den Menschen. Etwas Mut gehört dazu. Aber den hast du sicher. Natürlich muss man nicht gleich sagen: „Hallo, ich bin der Burgenblogger …“ Das schreckt vielleicht auch ab :)

    Und auch an die Veranstalter. Zu viel „Tam Tam“ ist einfach nicht gut. Verheizt Jessica nicht. Sie ist einfach manchmal auch etwas überfordert, scheint mir. Der bunte Wagen hätte nicht sein müssen. Das schreckt viele ab. Uuuh, da kommt Zeitung, Presse oder was auch immer.

    Und Social-Media ist eben für sie auch erkennbar ein wenig Neuland. Das merkt man. Man kann es kritisieren. Tat ich auch. Gebe ich zu. Aber man muss Jessica nicht dafür so mies an den Pranger stellen und den Social-Media Macho raus hängen lassen, wie es Torsten Maue mit seinem subterranen Stil tat. Ich denke, Markus von der Rheinzeitung hat dazu die treffenderen Worte gefunden.

    An Jessica: Mach es einfach! Und machs dir nicht zu schwer!

    just my 50 Cents.

    PS und Smartphone beim Filmen immer quer halten :-)

    Habt einfach alle Spaß!

  • Heike says:

    Danke @ Marcus Schwarze (Redaktion Rhein-Zeitung)

  • Jessica Schober says:

    Liebes Mittelrheintal,

    man liest das hier alles munter durch und denkt: Es ist schon ein Panoptikum.

    Eine der schönsten Rückmeldungen habe ich per Mail bekommen, die will ich noch teilen. Einer schrieb:
    „Sicherlich gibt es diese düsteren Augenblicke und wir hier im Tal sind sicherlich alle keine guten Diplomaten oder Schauspieler, was ich im Übrigen aber auch schätze, dennoch braucht es jemanden wie Dich. Das, was ich da gelesen habe, ist wohl der zweite Blick und manche Leute sagen … mit dem zweiten sieht man besser…;-) Liebe auf den ersten Blick und dann…? Liebe ist wenn es sich lohnt dafür zu kämpfen…“ Und dann ein Satz wie eine Wolldecke: „Du musst nur so viele mitnehmen wie Du kannst!“

    Muss man also weiterkämpfen, wa? Es hat ja niemand gesagt, dass es nicht anstrengend werden würde. Bis dahin verbleibe ich mit heiterem Gruß und der Auffassung, dass ich weiterhin keine Werbeagentur und auch keine Prostituierte für das Mittelrheintal sein werde und immer ehrlich sagen werde, wenn mir hier etwas nicht gefällt.

    • Wolfgang says:

      Liebes Burgenbloggerin,

      ich hatte, ehrlich gesagt, eine deutlich sunstantiellere Antwort erwartet-schade!

      Viele Grüße

      Wolfgang

    • Liebe Jessica, zu einem guten Blog gehört, dass man sich nicht verbiegt, auch wenn es dem Geldgeber weh tut. Das war gerade bei dir immer klar, und es ist gut so. Hier geht es aber eigentlich um etwas anderes: Wo siehst du die Grenze zwischen ehrlicher Kritik und persönlicher Befindlichkeit?

  • Wolfgang says:

    Liebe Burgenbloggerin,
    ich bin, ehrlich gesagt, von Ihren Blogs sehr enttäuscht. Ich dachte, es ging um Informationen und Hintergrundberichterstattung über vielerlei Thmen unseres Oberen Mittelrheintals. Stattdessen lese ich oft, wie schlimm es doch in unserer Heimat ist. UNESCO-Welterbe zu sein ist schon ein Prädikat, das nicht jeder bekommt. Wenn man aber nicht weiss, wie schöne die Landschaft ist, durch Ihren Blog erfährt man es kaum. Der Blog soll sicherlich keine Werbung machen und alles in rosaroten Farben darstellen, aber ich empfinde die Blogs als sehr einseitig und realitätsverzerrend – zumindest an vielen Stellen. Häufig fahre ich mit Geschäftsfreunden zu einer der zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die immer wieder Begeisterung bei den Besuchern hervorrufen, viele dieser Freunde kommen sogar für einen Urlaub zurück an den Rhein.

    Mit München wollen wir uns auch nicht vergleichen. Wir sind ländlich aber nicht provinziell, wir pflegen Traditionen ohne erzkonservativ zu sein, wir sind heimatverbunden und heißen alle Gäste willkommen. Sehr gerne stehe ich Ihnen für eine Diskussion zur Verfügung, an deren Ende Sie vielleicht sogar auf Dauer bleiben möchten, weil das Obere Mittelrheintal doch mehr Vorzüge hat, als Sie als „Zugereiste“ vielleicht erkennen. Ich finde, unsere Landschaft hat es nicht verdient, dass über sie nach dem Motto „Bad News are Good News“ berichtet wird.

    Herzliche Grüße vom „Einheimischen“ Wolfgang

    • Sylvia says:

      Hallo Wolfgang „Eiheimischer“ Ihre Antwort drückt genau das aus, was viele spüren. Gruß Sylvia Wollny

  • tietz1983 says:

    Hallo da kann ich Landlebenbloggerin nur Recht geben. Wir sind in den Kreis Altenkirchen ( Westerwald) gezogen. Und als Städter haben wir es verdammt schwer. Man ist nur ZUGEZOGEN. Aber vielleicht führt dieser Blog von ihnen auch dazu das es für die Bevölkerung wie eine Art Spiegel wirkt, vielleicht ein umdenken einsetzt.Den mit steigenden leerstand ist die Chance durch zuzug das Dörfer nicht komplett aussterben mit der Zeit.
    Durchhalten sie machen einen guten Job.
    Liebe Grüße
    Desiree

    • Marcus Schwarze says:

      Ich bin auch zugezogen, vor vier Jahren. Vielleicht sollen wir eine Gruppe der Zugezogenen erstellen? Was dann?

    • tietz1983 says:

      Als wenn das eine alternative wäre. Wir erwachsene haben schon Kontakte zu anderen zugezogenen das kommt ja mehr oder weniger automatisch. Die Situation ist für die Kinder schon schwieriger das beste Beispiel ist hier zu finden http://familieoderchaoshochdrei.com im Beitrag Integration. Ja bitte oder nein Danke ?. Und sich freiwillig noch weiter auszugrenzen ist auch keine Lösung.
      Mit freundlichen Grüßen

  • Sascha Horn says:

    Liebe Jessica.
    ich habe schon mind. 5x meinen Beitrag gelöscht, weil ich was schlaues schreiben wollte :D
    Nun tippsel ich einfach nur so meine Gefühle und Worte, wie ich sie halt so wahrnehme :)
    Alos ich versteh schon, wie du dir nach einem Kurzurlaub in München hier in der Provinz vorkommst.
    Ich selbst bin hier aufgewachsen,mit ca 20 Jahre reiss aus genommen, weil ich einfach mehr von der Welt sehen wollte.Das habe ich auch,meine Vita hat mich ein ganzes mal um unseren schönen Planeten geführt.
    Trotzdem sitze ich jetzt wieder hier mit Blick auf den Rhein.Ok, 20 Jahre älter, nun bin ich 40. Die Menschen hier sind verschroben,der nächste Supermarkt ewig weit weg,Späti gibt es erst recht nicht. Die Liste kann man sicher ewig fortführen, wenn man das möchte. Interessiert aber auch nicht weiter.
    Was mich tatsächlich zurückgeführt hat, ist unser Rhein. Der Rhein selbst erzeugt eine Bewegung, eine Dynamik in unserem Tal,sodass wir Anrainer (Anwohner) uns auch gerne zurücklehnen und einfach nur Betrachter sind. Sozusagen bewegt sich der Fluss,nicht wir Menschen :)
    Und ich bezweifle sehr stark, dass ein Berliner,ein Münchner oder sonst ein Städter den Rhein dazu bringen kann schneller zu fliessen. Aber Hey, viel Glück dabei *g*

    Alles Liebe, Sascha

  • Heike says:

    Komm nach Lahnstein am Anfang des Tales, hier sind die Menschen so kommunikativ das du einen Kulturschock anderer Art erlebst. :)

  • O liebe Burgenbloggerin ist da schon ein Koller ? ein Talkoller ? In dieser herrlichen Landschaft. Solch ein Fast-Koller ist Anstoß immer, seine Sicht zu überprüfen und zu vertiefen, noch produktiver an manches heranzugehen. Durch Widerstände , Felsen und Klippen gewinnt der Rhein hier in dem engen Strombett ja auch seine reißende Strömung. Ufer zu werden. Atem nicht zu verlieren. Der Koller spricht für sie. Zeichnet sie aus. Schärft die Wahrnehmung. Schenkt richtige Blicke. Einblicke. Sie wollen als Journalistin ja auch nicht nur mit Glasaugen blicken, sondern mit der Schärfe des Worts allzu glatte Folien durchstechen.

    „…im Mittelrheintal muss man immer sehr, sehr lange geradeausfahren“
    ( und gegenüber ist zudem Asien, das Ufer unerreichbar )

    Sie können sich nicht vorstellen, wie begeistert ich war, als ich zum ersten Mal ein südfranzösisches Runddorf erleben durfte, das zwei Kneipen hatte, Saint-Paulet-de-Caisson, egal in welche Richtung man ging, man kam immer an einer Kneipe vorbei, und gar auch noch diagonal.

    „Junge Gesichter auf der Straße, ein Café um die Ecke, Geräusche urbaner Existenz. Busse, Nachbarn, Jogger. Die Zumutbarkeit des Andersartigen.“

    Und dabei kennt den Mittelrhein näher nur, wer auch den Winter hier erlebt.
    Urbane Existenz. Warum hat das nachgelassen ? Wie und wo nimmt es wieder zu ? Man ,macht nicht ein einzelnes Baudenkmal, man macht ein ganzes Tal mit vielen kleinen Städten zum Weltkulturerbe. Stülpt eine gläserne Glocke darüber. Alles wird, ist Erbe. Das Weltkulturerbe ein gläserner Rollator. Ich bin keineswegs gegen das Weltkulturerbe, aber mir fehlt die Auseinandersetzung, damit dieses Erbe produktiv gestaltet wird und Gefahren auch wahrzunehmen verstehen lernt. Der Mensch, jeder Mensch hat ein Recht auf eine normale Existenz, normale Umgebung. Wo mit Hinweistafeln nicht alles schon eingeordnet, vorbestimmt und gewürdigt ist. Wo das Banale tanzt auch und das Zufällige. Und das machte den Rhein hier früher mehr aus. Freier und unbeschwerter. Nur vom Tourismus abhängig sein, ist vielleicht nun mal nicht zu ändern hier, aber man kann es zu einer Begegnung mit Fremdem und mit Fremden machen. In einer Art, wo Nähe tanzt und Besonderheiten der Landschaft aufblühen. Globale Aushängeschilder oder Etikettierungen nur, Titel gar, Weltkulturerbelandrat, helfen da wenig. Eine neue Gesprächskultur wäre angemessener, die es aber vereinzelt immer hier schon gab. Es darf keine, im Kern eigentlich abwehrend verzweifelte, zwanghafte Schönfärberei immer nur geben, die andere Sicht und Kritik im Kern schon erstickt. Man kann verschiedener Meinung sein. Auch über den neuen Waschbeton am Kauber Blücherdenkmal. Gras und Erde waren da in meinem Auge passender zu dem Charme der alten Lotsenstadt Kaub. Der Mittelrhein hat eine vielfältige Geschichte, die auch, aber nicht nur Schatten hat. Eine wendehalsmäßig zertifizierte verordnete Geschichtssicht von oben nur paßt zu ihm so wenig wie nur die nationalen Kitschpostkarten des 1. Weltkriegs. Der Mittelrhein ist auch immer, was die Medien aus ihm machen oder machen wollen. Aber das ist begrenzt. Ein Glück ist er noch kein Medienprodukt nur. Ein Glück bloggen Sie und brauchen in dem einen Sommer nicht zu spüren, was es heißt, geblockt zu werden. Dieses Bloggen wird auflockern. Das ist gut. Du kommst vom Mittelrhein, wenn….wenn … auch wenn Ernsteres verschwiegen wird.
    Der Mittelrhein darf, wie Sie gespürt, keine Schlafsiedlung werden, wo Leute nur nebeneinander wohnen, ohne noch ein gemeinsames Winzerfest zu haben.
    Gerade, wo leider Handwerksbetriebe verschwinden immer mehr, gilt es, das Urbane zu beleben, das Miteinander. Ihr Bloggen ist da ja ein schönes Signal. Und Echo haben Sie.

    „Hier ist kein Land der Ideen. … Hier ist keine Innovationszone. Es ist manchmal einsam hier, wenn man Potenziale statt Hürden sehen will.“

    Würde der Rhein nur die Felsen, die Hürden sehen, er würde nicht weiterfließen. Sie haben all diese kleinen Wächter auf den Hürden noch gar nicht erlebt. „Ufer der Posie“ ist in Bacharach der Rhein geworden und ich hoffe, daß es ein Zeichen wird, neue Wege und Ideen zu gehen. Ufer werden, das heißt, in den Strömen der Zeit, in denen der Medien auch, in sich selbst Innovationszone zu werden.

    Möge die Gegend hier Staffage werden für Filme und Krimis, das ist gut, das ist Werbung, Staffage war die Gegend hier immer für andere, aber sie darf sich selbst nicht nur zur Staffage werden.

    Grüßen Sie mir die Rosen auf Sooneck, wenn es die noch gibt.

    Friedrich G. Paff

  • Walter says:

    Ich möchte dringend an folgenden Sachverhalt erinnern, den Revolverheld festgestellt hat:

    Hallo, hallo
    Bist du auch so gelangweilt,
    Genervt und gestresst von der Enge der Stadt
    Bist du nicht auch längst schon müde
    der Straßen, der Menschen, der Massen
    Hast du das nicht satt?

    Ich kann nicht mehr atmen
    Seh kaum noch den Himmel
    Die Hochhäuser haben meine Seele verbaut
    Bin immer erreichbar und erreiche doch gar nichts
    Ich halte es hier nicht mehr aus

    Die Stadt frisst die Ruhe
    Mit flackernden Lichtern
    Schluckt Tage und Nächte in sich hinein
    Gehetzte Gesichter in der drängelnden Masse
    Jeder muss überall schnell sein

    Hinter Hamburg, Berlin oder Köln
    Hör’n die Menschen auf Fragen zu stellen
    Hör’n wir endlich mal wieder
    Das Meer und die Wellen
    Lass uns gehen, lass uns gehen, lass und gehen

    Hinter Hamburg, Berlin oder Köln

    Können wir endlich mal wieder
    Entscheidungen fällen …

    Allerdings bleibt München in dem Lied unerwähnt. Dort kann alles ganz anders sein als in Hamburg, Berlin oder Köln.

  • Frauen_vor_Flusslandschaft says:

    Toll geschrieben, in jeder Hinsicht. Beim zweiten Lesen habe ich mir den Text als gesprochenen Monolog vorgestellt, in einem Ein-Personen-Theaterstück: Messerscharf und megaspannend. Jeder Satz, jedes Wort ein Treffer. Haut echt rein.
    Und: Da geht noch mehr. Hoffentlich.

  • Sylvia says:

    Burgen-Burnout, Talkoller, Isolationshaft im Idyll – dabei ist der Job doch so vielfältig, die Themen ausfüllend, die Menschen und Orte interessant – wie haben Sie sich denn diese Aufgabe vorgestellt Frau Schober? Eine Burg ist eine Burg ist eine Burg „wink“-Emoticon

  • Bernhard Schreurs says:

    Liebe Jessica ,ich kann Sie ja so gut verstehen. Ich bin in einer kleinen aber prominenten Ortschaft am Rhein aufgewachsen, meine Eltern hatte es nach dem Krieg dorthin verschlagen.
    Als ich noch ein Kind war gab es da immer so ein Gefühl des nicht dazugehörens ,das ich aber nicht greifen konnte.Habe die Schulen absolviert und bin dann weggegangen um zu studieren und immer wenn ich in den Semesterferien nach Hause kam ,war ich zunächst begeistert ,sogar euphorisch wegen der schönen Umgebung und fühlte mich privilegiert, hierher zu dürfen .Meine Kraft und Kreativität hielten aber immer nur 2 Wochen ,dann überkam mich so ein Gefühl der Lähmung, das ich mir nicht erklären konnte . Ich denke viel über die Gründe nach und habe auch schon einige Erklärungen dafür gefunden. Weshalb alles im Moment wieder akut wird ist , mein Mann…(ja ich gehöre auch in dieser Hinsicht zu einer Minderheit ) hat hier im letzten Jahr eine Ferienwohnung gekauft ,die wir sehr schön in einem Stil renoviert haben ,den wir von unseren vielen Reisen kennen und der in dieser Gegend noch nicht so verbreitet ist und vermieten diese ,wenn wir sie nicht selbst nutzen an Gäste die bisher alle begeistert waren.Dadurch sensibilisiert sehe ich mein alte Heimat mit neuen Augen und gerade deshalb bin ich so angetan von Ihrem Blog.Sie haben genau den Blick , der in dieser Gegend nötig ist und den viele Einheimische verloren haben oder noch nie hatten.Überall ist Potential…..aber man muss erst einmal über die Berge der Überzeugungen schauen um Horizonte zu erkennen. Natürlich kann niemand von Ihnen verlangen , daß sie sich opfern aber ich finde , daß sie schon jetzt viel in Bewegung gebracht haben und möchte Sie ermutigen noch eine Weile weiterzumachen . Ihre Arbeit ist äusserst wichtig . Oberflächliche Bänkelsänger hatten wir genug , es braucht jemanden der auch die dunkle Seite der Romantik sieht und beschreibt, denn erst wenn es vom Kitsch befreit ist kann das Tal wieder in seiner wirklichen Schönheit und ursprünglichen Kraft erscheinen .
    Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe, noch viel von Ihnen zu hören.
    Bernhard
    (3castleview.de)

    • Sabine says:

      „Bänkelsänger hatten wir genug , es braucht jemanden der auch die dunkle Seite der Romantik sieht.“ -> Ja, das finde ich auch. Burgenbeschreibungen hat’s genug …
      Nebenbei: Ferienwohnung ist als Favorit gespeichert. Aber auch leider mit Mindestaufenthalt :‘-(
      Mit interessierten Grüßen!

  • Ich kann den Koller NICHT nachvollziehen. Warum machst du nicht einfach mehr? Hier im Blog ist tote Hose. Warum stellst du nicht mal jede Woche eine der zahlreichen Burgen in der Region ausführlich dar? Wo bleiben die Gastrotests aus der Region? Stell doch mal jede Woche einen Wanderweg detailliert vor. Berichte von den zahlreichen Weingütern.

    Und lerne endlich mal mit Social Media umgehen. Du nutzt die Accounts viel zu wenig. Betrachte das Social Web als Straßenstrich und dich als Nutte. Dann wird das auch was. Mach nen Social Media Monitoring. Dann wäre dir nicht entgangen, daß ich am Wochenende in Koblenz war und die Gegend unsicher gemacht habe.

    Wenn ich das hier so sehe, dann bin ich doch etwas traurig der Rhein-Zeitung die brugenblogger.de-Domain abgetreten zu haben. Da hätte man wirklich was richtigen draus machen können. Das was du hier in einem Monat schreibst, das schreibe ich jetzt in den kommenden Tage und das nur mit dem Content den ich mir an dem Wochenende selbst erarbeitet habe. Der erste Artikel ist bereits online, der nächste folgt zum Wochenende hin. Also los, weniger jammern und mehr knuffen. Dann hast auch keine Langeweile.

    • Sylvia says:

      so sehe ich das auch

    • Dirk Funke says:

      Du willst doch wohl nicht ernsthaft deine Tätigkeit als freier Blogger, der seine Reisen nach eigenen Angaben auch noch aus eigener Tasche finanziert, mit der Arbeit der Burgenbloggerin vergleichen?

      Du fährst irgendwo hin, wo du glaubst, dass es dir gefällt, dich kennt keine Sau und nach ein paar Tagen reist du wieder ab.
      Das Gesicht der Burgenbloggerin ist in der Region bekannt, ihr Auto weithin erkennbar und der Wunsch der Leute, mit ihr zu sprechen oder ein Anliegen vorzutragen, ungleich größer, als es bei dir der Fall sein dürfte.

      Du kritisierst wenig Content und schlägst zugleich ausführliche Berichte über Burgen vor.
      Würde ich klasse finden, denn ich liebe Burgen.
      Aber es sei gesagt, dass Content liefern etwas anderen Regeln unterliegt, als Artikel zu schreiben, die eben nicht darin bestehen, Wikipediaartikel und Zeitungsberichte in eine etwas unterhaltsamere Form umzuformulieren.
      Neben der Vorrecherche und der Artikelplanung (Interview- bzw. Gesprächspartner und passende Termine finden, Vorbereitung, etc.) kommt bei Artikeln über Events noch der eigentliche Besuch dazu. Und dann ist der Artikel ja immer noch nicht geschrieben.

      Und was Gastrotests angeht, so sei doch mal gefragt, wie du dir das mit der Auswahl der Restaurants vorstellst? Nur die Nobelsten? Nur jene, die im PR-Windschatten des Projektes mitfahren und sich an Verlinkungen und mit Kommentaren beteiligen? Nur wer für Content, sprich Bericht, auch ein bisschen Kohle abdrückt?
      Die Abgrenzung zu vor Nativ Advertising nur so triefenden PR-Reiseblogs ist die Stärke des derzeitigen BB-Blogs. Denn sie schafft Glaubwürdigkeit, anstatt durch die Präsentation einiger weniger Locations den aufkeimenden Willen zur ortsübergreifenden Zusammenarbeit durch eine Spaltung selbst zu hinterwandern.

      Auf mich macht es den Eindruck, als bestünde die Strategie der Burgenbloggerin darin, erst die Menschen der Region zu aktivieren, anstatt nach potentiellen Touristen oder Investoren zu fischen, die dann (man möge es mir verzeihen) eine Event- und Dienstleistungsödnis vorfinden, von der in bunt schillernden PR-Artikeln keine Rede war.

      Ob Jessica Schober damit eine Grundlage bereitet, auf die der kommende Burgenblogger dann erfolgreich aufbauen kann, wird sich letztlich erst noch zeigen müssen. Aber wer das Burgenblogger-Projekt an den Maßstäben eines Reisebloggers misst, hat meines Erachtens nach den Sinn und Zweck des ganzen Projekts nicht verstanden.

    • Heike says:

      Mir scheint der Job von Jessica doch eher zu sein, aus dem Tal vom Tal und den Menschen im Tal für die Menschen im Tal zu berichten. Das macht sie gut.

      Die Burgen stehen seit Jahrhunderten und trotzen, oder wurden in diesem Geist wieder aufgebaut, und das Wasser fließt den Rhein herauf in stetigem Strom, dem passt man sich in etwa an, oder ist und bleibt ein Fremdkörper.

      Jessica spiegelt all das, was viele umtreibt. Dieser Artikel hier spiegelt wider was auch die Jugend wahrnimmt. Es sind nicht nur die fehlenden Jobs, warum sie gehen.

      Man muss sich schon etwas gegen den Rhythmus stemmen, um den Grauschleier vom Tal zu waschen,

      aber Aktionismus hilft nicht, nur den Finger in die Wunde legen. Das macht Jessica trefflich und mit feinem Gespür. Sie muss nur auf sich selbst lauschen.

      Sie ist wie eine frische Brise auch in die Ecken hinein, das Abgrasen der Highlights haben andere hundertfach erledigt. Wer wissen will welche Burg welche Geschichte hat, der hat nun wirklich keine Mühe das zu erfahren. Widerkäuen kann jeder.

      Torsten Maue, wenn du ein halbes Jahr auf der Burg im Tal leben würdest, würdest du ziemlich schnell entschleunigt und wahrscheinlich baff, wenn du zwangsläufig merkst das du Aktionismus betreibst. Das Tal hat seinen eigenen Rhythmus, und Jessica schafft es frischen Wind blasen zu lassen, ohne wie ein Tornado von Burg zu Burg zu brausen, von Imbiss zu Burgmampf zu Hotelrestaurant. Dem Rhythmus des Tals kannst du gar nicht entgehen wenn du hier lebst. Was du vorschlägst ist eher wie das Klischee vom Japaner, der mal kommt und aus dem Bus steigt, viele Bilder schießt und denkt er hat viel erfahren.

      Jessica erzählt Geschichten, nicht Geschichte. Das ist gut so.

    • mikel says:

      Unfassbar der Kommentar!

    • Marcus Schwarze says:

      Sehr geehrter Herr Maue,

      das gehört sich nicht, jemanden zu wünschen, als „Nutte“ zu agieren. Die Äußerung ist anmaßend, böswillig, sexistisch und frech. Vielleicht nehmen Sie sich besser etwas zurück. Nur weil Sie vor ein paar Wochen ein paar Tage schneller als wir eine naheliegende, besondere Domain registriert haben, sind Sie nicht privilegiert zu fordern, „was Richtiges“ draus zu machen. Wir haben Ihnen namens der Rhein-Zeitung für die Projektpartner diese Domain im Sinne des Projekts für gewisses, gutes Geld abgekauft. Davon haben Sie, wie Sie wissen, profitiert.

      Frau Schober hat aus burgenblogger.de etwas geschaffen, das seinesgleichen sucht. Sie hat binnen weniger Wochen eine Aufmerksamkeit fürs Mittelrheintal erzeugt, die bundesweit unvergleichlich ist und Reaktionen schuf. Sie hat in einem journalistisch hervorragenden Interview mit einem Staatssekretär der Landesregierung für eine stundenlange Diskussion im Landesparlament gesorgt. Sie hat bei Facebook mal eben eine neue Gruppe gegründet, die ad hoc zu mehr als 2000 Teilnehmern und zu mehreren Tausend Beiträgen geführt hat. Und sie hat hier auf burgenblogger.de eine Ansprechstelle geschaffen, die wir im Mittelrheinthal bisher nicht nicht hatten. Die großartig ist.

      Ich wüsste nicht, wie man burgenblogger.de besser mit Inhalt, Aussage, Kraft und Resonanz hätte füllen können.

      Herr Maue, Sie verkörpern mit Ihrer Äußerung für mich das Böswillige des Webs, das Trollige, Traurige, Hinterfotzige. Ihre Forderungen und Formulierungen unterscheiden sich ganz gravierend von Ihren früheren Ideen, einst positiven Forderungen, Vorschlägen und Wünschen für einen Blog, der uns im Mittelrheintal voranbringt. Sie sollten sich hinterfragen. Und Sie sollten die Seite burgenblogger.de vor allem als Spiegel der Probleme der Region begreifen.

      Viele Grüße,

      Marcus Schwarze (Redaktion Rhein-Zeitung)

    • Mona Jung says:

      Ich finde diesen Kommentar von Seiten der Rhein-Zeitungs Redaktion völlig überzogen. Ja ich finde es auch toll, was die Burgenbloggerin macht, aber sie ist doch nicht Mrs. Perfect. Warum darf man nicht mal sagen, was man nicht so gut findet? Sie erfüllt nicht die Kriterien der Ausschreibung, das ist Fakt. Aber womöglich sind die auch nicht zu erfüllen.
      Jessica hat jetzt schon in zwei Blogs geschrieben, dass es offensichtlich alles zu viel ist. Vielleicht auch zuviel Druck von Landesregierung und Rhein-Zeitung, dass das Projekt gelingen muss? Bisher war es eine Erfolgsstory, hat aber wohl sehr viel Kraft gekostet.

    • „Anmaßend, böswillig, sexistisch und frech“ trifft es ganz gut, @Marcus Schwarze. Aber auch wenn der Kommentar von Torsten Maue in Form und Inhalt daneben ist: das andere Extrem – Heiligsprechung von Jessica Schober – hilft ebensowenig weiter. In seinem grösstenteils indiskutablen Text spricht Maue einen Punkt an, über den man dann doch durchaus diskutieren könnte, nämlich den Gebrauch von Social Media. Der hat bei der Burgenbloggerin ein bisschen was von Einbahnstraße. Sie postet Selfies, aber sie kommuniziert nicht wirklich, es ist keine nennenswerte Interaktion. Sie hält sich ja auch hier in den Kommentaspalten und auf Facebook eher zurück. Sicher hat sie ihre Gründe dafür, vielleicht ist es einfach nur ihre Zeitfrage, aber diese Art der Kommunikation hat etwas Merkwürdiges, Unnahbares, Unrundes und passt nicht zum Anspruch, aufeinander zugehen zu wollen. Andererseits: Für Jessica ist das Burgenblog nicht der einzige Job. Sie wird mit ihrer Zeit haushalten müssen. Vielleicht ein unlösbares Problem. Nebenbei: War der auffällige „Dienstwagen“ von Jessica im Nachhinein eine gute Idee? Ein zivileres, unauffälliges Auto würde es ihr in dieser Situation sicher leichter machen. Aber hinterher ist man immer schlauer.

  • Nicht aufgeben. Sehr guter Text. Habe auf meiner FB-Seite einen Link gesetzt.

  • Nicht aufgeben. Guter Text, Hab auf meiner fb-Seite einen Link gestetzt.

  • Roland says:

    Aufgeben als Methode? Liebe Jessica, du beschreibst einen sehr wichtigen Zeitpunkt. Es nervt! – Ein aktuelles Beispiel: Erst gestern war ich in Problemen. Wanderte testhalber mit meinem neuen Prothesenschaft in einem wunderlich wirkenden Tal, dem Mittelrheintal recht vergleichbar, Blog und Bilder später. Der neue Prothesenschaft drückte, musste mehrmals neu angezogen werden, drückte konsequent weiter. Schenkte mir leicht entzündliche Hautzonen. Nach neun km gab es meine Fluchtmöglichkeit mit dem ÖNV. Diese Entfernung entspricht aber nicht meinem Wunsch-Tageslevel, was ich kann, was ich erhalten muss. Nachdem ich mich dann aber doch über weitere vier km durchgebissen hatte, war ich darüber sehr froh. Ja, ich war richtig platt! Erst jetzt aber kann ich meinem Orthopädietechniker erzählen, was meinem Plan entsprechend zu überlegen ist. Wusste ich denn schon bei neun km, was nach dreizehn km los ist? – Kann man heute wissen, was man nach drei Monaten twittert und blogt? Jetzt hast du den Punkt erreicht, der besonders wichtig ist für dich, auf Sooneck und Sonstwo. Ich weiß genau, erst wenn es unangenehm wird oder schmerzt, beginnt die wirklich hochinteressante Phase, genau dort, wo der Normalo beginnt aufzuhören. Die Phase der wertvollsten Erkenntnisse und Gewinne! Darauf würdest du sicher nicht verzichten wollen! Mal Ausreißen ist sinnvoll. Flüchten bzw. Aufgeben kann man ja oft und leicht. Eine Gewohnheit wird schnell daraus. Aufgeben, als erleichternde Methode, nur weil es schwierig wird, weil du denkst „nicht bleiben“ zu können? Ich glaube nicht, dass du das machst!

  • Kay Praß says:

    Tja, der Text spricht mir aus der Seele. Als Jugendlicher zwischen zehn und zwanzig Jahren war die Burg und das Rheintal mein Kinderzimmer – und zugleich mein Gefängnis. Als „Zugezogener“ bin auch ich nie so wirklich in die Gemeinschaft aufgenommen worden, obwohl ich dort zur Schule ging. Und so mancher Heimweg von der Schule war ebenso verregnet. Dieser Blogeintrag liest sich so traurig wie ich es in Erinnerung hatte. Aber Deine Zeit dauert nur noch drei Monate und keine zehn Jahre wie bei mir. Nach einer gewissen Zeit erinnert man sich überwiegend an die schönen Zeiten und erzählt stolz, dass man mal Bewohner von Burg Sooneck war – und alle finden’s toll. Also Kopf hoch, setz Dich auf’s Moped und genieße die tollen Kurven im Umland. Solche Bikerstraßen findest Du nur selten an anderen Orten. Hilft auch beim abschalten im Kopf.

  • Sabine says:

    Hallo Burgenbloggerin, dieser Text passt genau zu meinem aktuellen Eindruck als RLP-Kurztrip-Reisende. Letztes Wochenende war es die Mosel, davor der Rhein. Kommt sich wahrscheinlich gleich – außer: In der Mosel kann man zur Abkühlung schwimmen, und das ist toll!
    Aber es fängt schon damit an: Nur eine Übernachtung? Hm … das wird nicht gern gesehen. Kriegt man auch nur schwer. Gastwirte erzählen dann von Gästen, die früher eine Woche blieben. Nur: Was will ich eine Woche da? Ich brauch‘ lediglich ein sauberes Bett mit Dusche und Kaffee_Brötchen nach Wanderung und Wein trinken. Dann fahr ich wieder nach Hause.
    Essen gehen? Alles hat zu, Rolläden runter, hinten in der zweiten Reihe an beiden Flüssen ist Leerstand. Findet man was, hat man speckige Speisekarten auf ranzigen Plastiktischtüchern (diese genoppten in Hellblau mit ehemals weißen Fransen), auf der Karte: Zigeunerschnitzel, Schlachtplatte, … einen großen Salat? Frisch? Das bedeutet dann: geschredderte Möhren, Waldorf, … und immer mit Cocktailsoße. „Ich könnte Ihnen Essig und Öl auf den Tisch stellen, dann mischen Sie sich das selbst!“ Nööö …
    Außerdem Gastwirte, die den Mitbewerber schlecht reden: „Da könne sie nicht hin, weil …“
    Aber ja, die Landschaft ist toll, und wo kann man schon für 20 Euro übernachten. Deswegen kommen wir öfters :)
    Schöne Grüße!

  • Da kann ich vieles unterschreiben und auch nachvollziehen. Sie sind offenbar auf dem mitunter etwas frustrierenden Boden der Provinztatsachen angekommen.

    Wobei: Ein Einspruch: Nirgendwo können Sie mehr in innerliche und äußerliche Bewegung kommen als tief in der Provinz. Weil man hier eben selber was auf die Beine stellen kann und muß, Weil man dabei manchen Umweg gehen muß und immer wieder gegen Mauern rennt. Aber am Ende lernt man hier, eigene Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen. Und Geduld. ;-) Wir zum Beispiel haben es aufgegeben, über den Mangel an Kulturangeboten zu jammern, sondern veranstalten jetzt eben selber Ausstellungen und Konzerte. Geht alles, die Gemeinde unterstützt uns sehr, und viele Leute kommen. Aus der Not eine Tugend machen, nennt man das wohl, aber manchmal denke ich: sich in der Stadt übers Veranstaltungsprogramm hocken und aussuchen, wo man heute wieder hinwill, das kann ja nun wirklich jeder.

    Und übrigens: Sie bekommen Einladungen? Na, also, immerhin. Davon können viele andere Zugezogene nur träumen. ;-)