Im Interview mit der Rhein-Zeitung

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Folgendes Interview ist mit mir am Samstag in der Rhein-Zeitung erschienen. Ich erzähle unter anderem, was mich mit dem Mittelrheintal verbindet und wie ich mir die nächsten sechs Monate vorstelle.

„Mareike Rabea Knevels ist die neue Burgenbloggerin – Ein Gespräch über das Rheintal und seine Menschen

Rückkehr in die Heimat der Kindertage: Mareike Rabea Knevels ist die Burgenbloggerin 2019. Heute zieht die 31-Jährige auf der Burg Sooneck ein, um von dort aus und von einem zweiten Wohnsitz unterhalb der Festung Ehrenbreitstein ein halbes Jahr lang über das Mittelrheintal, seine Menschen und seine Geschichten zu berichten. Die Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule/University of Applied Science Mainz kennt sich in der Region ebenso gut aus wie in der weiten Welt – nach dem Abitur in Simmern studierte sie unter anderem ein Jahr in Barcelona. Wir sprachen mit ihr zum Start der fünften Auflage des Burgenblogs über Erinnerungen aus Kindheitstagen, ihre Sicht aufs Tal und darüber, welche ganz neuen Aspekte sie in den Blog einbringt.

Hallo Frau Knevels – und willkommen als Burgenbloggerin im Mittelrheintal. Wie kommt man denn mit Anfang 30 auf die Idee, für ein halbes Jahr auf eine Burg zu ziehen?

Dahinter steckt vor allem der Wunsch, sich mit dem, was ein Stück Heimat ist, wieder intensiver auseinanderzusetzen. Ich bin im Hunsrück aufgewachsen, das sind die Orte meiner Kindheit und Jugend. Dazu kommen dann noch ein großer Schuss Neugier und eine Prise Spontaneität.

Welche Erinnerungen verbinden Sie denn mit dem Mittelrheintal?

Erst mal sind das ganz klassische Bilder: Weinberge, Burgen – und die Mittelalterfeste, zu denen ich als Kind, salopp gesagt, mitgeschleppt wurde. Das sind die Bilder, die ich von früher im Kopf habe.

Und aktuelle Bilder?

Heute verbinde ich mit dem Mittelrheintal vor allem Natur und Wandern. Ich hoffe, dass das kommende halbe Jahr eine Neuentdeckung der Heimat mit sich bringt. Denn mit der Region verbindet mich ein Stück Familiengeschichte, mein Opa ist beispielsweise in Boppard zur Schule gegangen. Es gibt für mich also sehr viele Verknüpfungen, das finde ich spannend.

Spannend ist auch, dass Sie eine völlig neue Facette in den Burgenblog einbringen. Sie haben den Abschluss „Master of Fine Arts“, sinngemäß übersetzt sind Sie eine „Meisterin der freien Künste“, und arbeiten gern mit Illustrationen.

Ja, genau. Ich will versuchen, die Menschen im Tal mit Illustrationen aus ihrer Heimat zu überraschen und zu begeistern.

Sie leben heute in der Region Mainz, also eher großstädtisch. Wird das Leben im dörflich geprägten Tal eine Herausforderung?

Es wird zumindest sicher spannend, sagen wir es so. Ich schaue ja mit einem ganz anderen Blick auf das Tal als die Menschen, die darin leben.

Und wie stellen Sie sich das Leben im Tal vor?

Ich will nicht sagen, dass die Welt dort kleiner ist, aber es gibt sicherlich weniger Vielfalt. Und ich habe festgestellt, dass es eine sehr ehrliche Direktheit unter den Menschen gibt, eine größere Authentizität. Das finde ich alles spannend. Ich glaube, die Menschen abseits der Großstadt sind manchmal einfach näher am echten Leben. Es gibt aber auch etwas, auf das ich mich gar nicht freue, was mich schon als Jugendliche im Hunsrück kirre gemacht hat. Das sind die großen Entfernungen im Zusammenspiel mit dem teils wirklich schlechten öffentlichen Nahverkehr. Ohne Auto geht meist einfach gar nichts.

Also steht das Thema Nahverkehr schon ganz oben auf der Blogliste?

Nein, nein, so war das nicht gemeint. Ich möchte eigentlich viel mehr über die Menschen im Tal schreiben als über die Strukturen.

Gibt es denn überhaupt schon eine Themenliste?

Nein, keine konkrete. Ich habe natürlich schon von Freunden Themenwünsche bekommen. Und ich habe mich durch das gelesen, was meine Vorgänger Spannendes geschrieben haben. Da gibt es vor allem einige interessante Menschen im Tal, die ich gern treffen würde. Aber eigentlich will ich offen an das Projekt herangehen.

Ich kenne zwar keine gute Fee, aber wenn Sie vor Ihrem Einzug auf der Burg Sooneck einen Wunsch frei hätten – welcher wäre das?

Dass ich mit meinen Worten und Bildern die Menschen im Tal erfreuen, begeistern oder sogar inspirieren kann – das wäre das Schönste für mich.

Das Gespräch führte Markus Kuhlen

Die Burgenbloggerin ist unter www.burgenblogger.de und über @burgenblogger bei Instagram, Twitter und Facebook zu finden. Einen Teil der Beiträge werden wir auch in unserer Zeitung veröffentlichen.“

Bildunterschrift: Schlüsselübergabe: Mareike Rabea Knevels (31) ist die neue Burgenbloggerin. Sie kehrt damit in ihre alte Heimat zurück. Foto: Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

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