Treffen sich zwei Welterben…

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Was wie der Beginn eines Witzes klingt, findet gerade tatsächlich in Koblenz statt: Zwei Welterben treffen sich. In einer Woche ziehe ich auf die Burg Sooneck und schon jetzt ist da einiges los (Alle jubeln, es solle sogar Internet geben!). Während in meiner zukünftigen Zwei-Zimmer-Wohnung die Küche eingebaut wird, werkelt auch noch jemand anderes weiter: Hanna fremde freireisende Schreinerin baut gerade maßgenaue Möbel für mein kleines Reich. Sie ist als Wandergesellin auf der Walz und damit ein lebendes immaterielles Kulturerbe*. Da trifft es sich ganz gut, dass sie Möbel baut für die Burgenbloggerin im Oberen Mittelrheintal. Auch das, ein Weltkulturerbe. Wie lebendig dieses Tal ist, will ich herausfinden…

Hanna jedenfalls, meine liebste Reisekameradin von der Wortwalz, hat fleißig Möbel geschliffen, geölt und geschreinert. Die famose Videoreporterin der Rhein-Zeitung Jennifer de Luca hat sie auf der Festung Ehrenbreitstein besucht und dieses Video gedreht. Bleibt mir nur, den beiden zuzurufen: Fix bedankt!

Übrigens: Jetzt sind auch die Visitenkarten gedruckt. Gerade wird das Auto beklebt, mit dem ich durch die Gegend düsen werde. Und in der Zwischenzeit bekomme ich einen kleinen Vorgeschmack, was es heißt in einer touristisch interessanten Region zu wohnen. Ich bekomme viele Mails. Und verrückte Einladungen. Diese hier zum Beispiel:

„Liebe Burgenbloggerin,

Oberwesel stellt jedes Jahr in der Walpurgisnacht die neue Weinhex vor. Gerne laden wir Sie zur diesjährigen Weinhexennacht am 30.04.2015 ein – sozusagen als Start in Ihre neue Aufgabe als Burgenbloggerin. (…) Ein gutes Glas Wein, ein paar Häppchen, peppige Live-Musik, aparte Weinmajestäten und als Höhepunkt ein schönes Feuerwerk bilden hierbei den Rahmen.“

Meine Güte, peppige Musik! Jammerschade, dass ich das knapp verpasse. Aber ein Glück, dass auf der Bug Sooneck keine aparte Burgmajestät leben wird… Andere schreiben mir unterdessen, dass sie glauben den heiligen Gral gefunden zu haben. Ein sehr interessanter Gesprächspartner hat selbst mal lange auf der Burg Sooneck gelebt. Mit denen will ich mich bald mal an einen Tisch setzen. Oder unter einen Tresen legen. Das wird ein Spaß.

Jedenfalls bin ich quietschvergnügt, dass die Vorbereitungen so gut laufen. Ich freue mich über die gute Zusammenarbeit mit meinen Projektpartnern. Die unterstützen mich nicht nur beim Blog, sondern haben sogar angekündigt beim Kistenschleppen helfen zu wollen. Nur der Abschied von München fällt gerade etwas schwer. Meine Freunde haben mir hier ein feines Abschiedsfest bereitet und die Stadt gibt sich alle Mühe mir Fesseln anzulegen. Symbolisch habe ich als Abschiedsgeschenk auch eine tonnenschwere Fußfessel, einen kleinen Drachentöter und ein Überlebensarmband bekommen – mit dem roten Seil soll ich mich bei Bedarf aus der Burg abseilen können…

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Klotz am Beim: München und die Abschiedsgeschenke meiner Freunde wollen mich nicht loslassen

 

*Nachtrag vom 29. April 2015: Streng genommen ist Hanna als Freireisende Wandergesellin kein Welterbe, da die UNESCO mit dem Dachverband der Conföderation Europäischer Gesellenzünfte nur Schachtgesellen listet. Ein Insider. Aber es soll hier der Vollständigkeit halber zu lesen sein. Fixe Faxen!

1 Kommentar

  • Christoph says:

    Stilecht müsste eine Burgenbloggerin ja mit einer Kutsche statt mit einem Auto unterwegs sein — aber das wäre wohl doch zu viel des Guten. ;-)