Und dann waren da plötzlich doch Details

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Die ersten Dinge, die man entdeckt, wenn man neu in eine Region kommt, sind wohl erst einmal die Offensichtlichen. Die Schiffe auf dem Rhein, sie geben mir Ruhe, wenn ich sie von den Steilhängen aus beobachte. Dann kommt die Bahn und es ist vorbei mit der Ruhe. Wie eine Natter schlängelt sie sich durchs Tal. Beinahe elegant. Ach wäre sie nur ebenso lautlos unterwegs. Das Problem mit dem Bahnlärm habe ich bereits in der ersten Nacht auf der Burg begriffen. Statt Schafen habe ich Züge gezählt. Ergebnis: zu viele.

Und dann sind da plötzlich doch einige Details. Ich erspähe meinen ersten Hirschkäfer. Den ersten, den ich überhaupt jemals gesehen habe. Leider jedoch nur im Vorbeiflug. Fürs Foto posieren wollte er wohl nicht. Andere Tiere sind da freizügiger. Ein Kleiner Fuchs – der Schmetterling, nicht Reineke Fuchs – behauptet sich gegen eine Biene, verteidigt standhaft seine Blüte. Der Vierbindige Schmalbock hat‘s da leichter. Der Rote Fingerhut, den er sich ausgesucht hat, gehört für den Moment ganz ihm allein. Aber so ist das eben. Manchmal hat man seine Ruhe, manchmal nicht.

Maria Ruh, die „Gegenloreley“, wirbt mit eben dieser Ruhe. Schließlich trägt dieser wunderbare Ort das Versprechen schon im Namen. Ganz so ruhig ging es dort dann aber doch nicht zu. Auf einer Bühne spielte sich der Drummer einer Karibik-Band warm, unten im Tal rauschten die Züge durch. Was wohl die Loreley dazu sagt? Bald werde ich sie fragen.

Hier die Bilder zum Durchklicken.

3 Kommentare

  • Ute Born says:

    Hallo Christoph, es macht Spaß wieder etwas von Dir zu lesen.
    Ich wünsche Dir eine schöne und interessante Zeit auf der Burg und im Rheintal.
    Liebe Grüße aus Cochem

  • Maria Schmelzeisen says:

    Du hast ja schon das ein und andere geschrieben ,schoene Fotos,selbst die „Nacktschnecke „‚
    nicht vergessen.
    Uebrigens ,wohne schon lange nicht mehr in Oberwesel,seit 1960 wohne ich in Holland.Aber ich hoere und sehe immer wieder gerne etwas aus meiner Heimat.

    Es gruesst und wuenscht Dir eine schoene Zeit auf der Burg und im Rheintal
    Maria Schmelzeisen.

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