24. Juli 2016

Sundowner, gechilltes Grillen und ein müder Kater – Wie Familie Burgenblogger Ferien am Mittelrhein macht

von Moritz Meyer
Schlaue Katze im Schatten.

Sommerferien am Mittelrhein. Auch ich lasse es etwas ruhiger angehen und genieße die Region mit der Familie. Viel unterwegs bin ich trotzdem. Und treffe überall bekannte Gesichter. Ein Blogpost über Begegnungen im Sommer. 

Eine der Fragen, die mir am häufigsten gestellt wird, lautet: “Ist es nicht einsam auf der Burg?” Klar, außer mir ist da abends niemand (außer, meine Familie ist mal zu Besuch, wie jetzt zu Beginn der Sommerferien. Dazu später mehr). Aber ich finde das sehr angenehm. Ich sitze dann gerne abends draußen, gucke den Schiffen zu, wie sich den Rhein hinaufkämpfen oder ihn hinabsprinten. Schaue, wie in Lorch die Lichter angehen und die Sonne am Horizont verschwindet. Ruhig ist das. Nicht einsam.

So geht Sundowner Lounge! Sonnenuntergang auf Burg Sterrenberg.
So geht „Sundowner Lounge“! Sonnenuntergang auf Burg Sterrenberg.

Überhaupt ist hier von Einsamkeit nicht viel zu spüren. Ich habe so viele Menschen kennengelernt in den ersten zwölf Wochen, dass ich inzwischen überall auf bekannte Gesichter treffe. Allein die vergangene Woche: Zunächst war ich auf Burg Sterrenberg zu einer Lesung von zwei regionalen Autorinnen. Die teilweise in Mundart vorgetragenen, weinhaltigen Schnurren von Hunsrück und Mittelrhein waren jetzt nicht ganz so meins. Aber die Location dort oben ist der Hammer!

Eingeladen hatte mich Karolin König-Kunz, die ich erstmals auf der Oldtimer-Tour getroffen hatte. Schon damals hatte sie mir von ihrer “Sundowner-Lounge” vorgeschwärmt. Leider hat das Wetter in diesem Jahr noch nicht so recht mitspielen wollen. Nun aber nimmt der Sommer Fahrt auf. Gut für König-Kunz! Die Einheimischen jedenfalls finden es super, dass auf der Sterrenberg wieder Leben einkehrt. Das erzählt mir Kirschenfachmann Gerd Kesten, den ich dort am gleichen Abend treffe. Meine erste Zufallsbegegnung der Woche. Und nicht die letzte.

DJ Niclas Wolf hilft beim Chillen. Weine killen müssen die Gäste beim Weingut Lithos alleine.

Bei Familie Burgenblogger ist jetzt Ferienzeit. Am Tag nach meinem Ausflug zur Sterrenberg sammele ich Kind und Kegel in Koblenz ein, um ein paar Tage Sommerferien auf der Burg zu machen. Am ersten Abend lautet das Motto “Grillen, Chillen, Weine killen” beim Weingut Lithos. DJ Niclas Wolf serviert lässige Housemusik. Am Grill legt derweil Hausherrin Kristina Theodoropoulos auf und zaubert fantastische Gerichte für die Gäste, begleitet von den Kreationen von Winzer Christian Theodoropoulos. Die Hütte ist voll, die Bäuche auch. Am Tresen stoße ich mit Cecilia Jost zusammen. Leider haben wir nur wenig Zeit für einen Schwatz. Es ist schon spät und am nächsten Tag will ich früh raus mit den Kindern.

Unser Ziel: Das Ferienprogramm “Ferien am Ort” in Trechtingshausen. Dahin haben mich nämlich die Organisatoren von der Sportjugend eingeladen. Dass ich zwei Kids habe, hat sich inzwischen rumgesprochen. Und dort gibt es alles, was das Kinderherz begehrt. Meine zwei basteln, erobern die Hüpfburg, stopfen sich mit Wassermelone voll. Und ich laufe AZ-Reporter Jochen Werner über den Weg. Jochen hat einen schönen Text über mich für die Binger AZ-Ausgabe geschrieben, den ich hier gerne noch mal verlinke. In Trechtingshausen will er schauen, was sein Nachwuchs so treibt zum Ferienstart. 

Banana!
Banana!

Unser persönliches Ferienprogramm geht am nächsten Tag weiter. Vom Chef der Rüdesheimer Tourist-Info habe ich ein Ticket für die “Romantik-Tour” durch Rüdesheim bekommen. Einmal hoch zum Niederwald-Denkmal, durch den Osteinschen Park nach Assmanshausen, rüber zur Burg Rheinstein und mit dem Schiff wieder zurück. Das ist ein sportlicher Tagesausflug mit zwei Kindern unter sechs. Geht aber wunderbar. Der anstrengendste Teil, der mit dem Laufen, ist bis 14 Uhr geschafft. Und zur Not gibt es ja Papas Schultern. Wir unterschätzen lediglich, wie laaaaange der Sessellift in Assmanshausen unterwegs ist und müssen einen kleinen Vollsprint zum Fähranleger einlegen. Nachdem das geschafft ist, können wir uns bei der Überfahrt zur Rheinstein erholen.

Begegnung von Burgbewohner zu Burgbewohner auf der Rheinstein mit Familie Hecher.
Begegnung von Burgbewohner zu Burgbewohner auf der Rheinstein mit Familie Hecher.

Da angekommen, gibt es erstmal ein Eis für die Kleinen und Kaffee für die Großen. Bis hierhin war ich inkognito unterwegs, aber an der Kasse fliegt meine Tarnung auf: “Ach, der Burgenblogger! Wie schön, dass sie uns mal besuchen”, begrüßt mich Burgherrin Cornelia Hecher fröhlich. Ihr Mann Markus Hecher kommt auch dazu und schon sind wir im angeregten Austausch, quasi von Burgbewohner zu Burgbewohner. Die Kinder beschäftigen sich derweil mit Burgkater Pinot, dem es eigentlich viel zu heiß zum Spielen ist. Darum verzieht er sich irgendwann in den Schatten, um zu dösen. Schlaue Katze!

Auf der Rückfahrt von Burg Rheinstein nach Rüdesheim lasse ich die vergangenen Tage und Begegnungen Revue passieren. Wahnsinn, was in den ersten drei Monaten als Burgenblogger passiert ist! Ich bin ehrlich begeistert darüber, wie positiv das Projekt und meine Person am Mittelrhein aufgenommen wurden. Den letzten Abend unseres Kurzurlaubs am Rhein lassen wir in Bacharach ausklingen. Nach einem Abendessen im Biergarten machen wir uns auf den Weg zum Rheinufer, um dem Vollmond beim Aufgehen zuzugucken. Da treffen wir Linda Butz, der ich hier auch schon ein paar mal begegnet bin. Ich nutze die Gelegenheit, sie nach einem Hotel der Marke “Gut&Günstig” in Bacharach zu fragen. Demnächst kriege ich nämlich Wochenendbesuch von Papa Burgenblogger, der sich mal angucken will, wo Sohnemann so unterwegs ist. Ob ich mich einsam fühle? Nein. Da bleibt einfach keine Zeit für. 


19. Juli 2016

Inspiration am Mittelrhein: Frank Kunerts Ausstellung „Wunderland“ im Landesmuseum Koblenz

von Moritz Meyer
Frank Kunert neben dem Modell seines Werks "Hotel Bellevue".

Eine neue Ausstellung auf der Festung Ehrenbreitstein zeigt Fotografien von Frank Kunert. Mit “Wunderland” entführt er in witzige, ironische, manchmal makabre Miniaturlandschaften. Für eins seiner Werke ließ sich der gebürtige Frankfurter von seiner Wahlheimat am Mittelrhein inspirieren. Grund genug für mich, mich mal mit Frank zu treffen. (mehr …)


17. Juli 2016

„Eine Bürgerbefragung zum Welterbetitel würde knapp werden“ – Interview mit dem Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (Teil 2)

von Moritz Meyer
Ohne Welterbetitel keine Buga 2031, sagt der Koblenzer OB.

Im ersten Teil des Interviews mit dem Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig haben wir über die Buga 2031, Bahnlärm und die positiven Entwicklungen im Mittelrheintal geredet. Im zweiten Teil will ich wissen, wie die Unesco funktioniert und ob Koblenz den Welterbetitel wirklich braucht.  (mehr …)


15. Juli 2016

„Die Brücke müssen wir hinkriegen.“ – Interview mit dem Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (Teil 1)

von Moritz Meyer
Die Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein muss bleiben, sagt der Koblenzer OB.

Vor 14 Jahren ist das Obere Mittelrheintal Weltkulturerbe geworden. Ich will wissen, was der Titel mit der Region gemacht hat. Und was die Region aus dem Titel gemacht hat. Darum habe ich mich mit dem Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig getroffen. Als Kulturstaatssekretär war er wesentlich dafür verantwortlich, dass die Unesco den Titel an die Region vergeben hat. Mit ihm habe ich über die Herausforderungen für das Tal geredet, über die Buga 2031 – und über das Wetter. (mehr …)


12. Juli 2016

Was kann Kaub? – Über einen Ort mit Wachstumspotenzial

von Moritz Meyer
Lauschiger Sommerabend in Kaub-Mitte.

An einem lauen Sommerabend genieße ich Weinschorle, Schafskäse und Oliven in Kaub. Als dann vier junge Wandertouristen dazu kommen, wird es richtig nett und unterhaltsam. Nebenbei erfahre ich ein paar überraschende Dinge darüber, wie vier Menschen um die 30 Kaub finden. Über einen Ort, der sich vielleicht selber besser kennen lernen muss. (mehr …)


9. Juli 2016

Ganz chillig hier – Meine ersten Eindrücke von Rüdesheim bei Tag

von Moritz Meyer
Ab in die Drosselgass'.

Das Image von Rüdesheim ist nicht das allerbeste. Das Drosselgassenklischee hat auch mich schon zu der ein oder anderen unbedachten Formulierung über Rüdesheim verleitet. Ziemlich unfair von mir, schließlich war ich selber noch gar nicht dort gewesen. Bis jetzt. Hier sind meine ersten Eindrücke von Rüdesheim bei Tag. (mehr …)


7. Juli 2016

„Lass‘ mal was für die Jungen machen“ – „Au ja! Ich hab da noch diesen Film von 1975.“

von Moritz Meyer
Die Zeitungshüte gehören zu jeder ordentlichen Rocky Horror Show.

Wenn Weingüter am Mittelrhein was “für die Jungen” anbieten, zeigen sie einen 40 Jahre alten Filmklassiker. Dass das gerade so gut gehen kann, beweist Cecilia Jost in Bacharach. Weil sie positive Energie und Aufbruchstimmung ausstrahlt. Und einen ausgefallenen Filmgeschmack hat. (mehr …)


3. Juli 2016

Burgenbloggers Fotoalbum, Juni-Edition

von Moritz Meyer
Im Juni musste ich öfters mal nach Koblenz in die Zweitwohung ausweichen. So sieht dort mein Arbeitsplatz aus.

Wow, mein zweiter Monat auf der Burg geht zu Ende. Und es war wieder ein Monat voll mit tollen Begegnungen und schönen Entdeckungen am Mittelrhein. Ich unternehme und erlebe so viele Dinge, dass ich es kaum schaffe, sie alle hier im Blog unterzubringen. Deswegen gibt es, wie schon im Mai, jetzt wieder einen kleinen Fotorückblick auf ein paar Erlebnisse, die es nicht hier ins Blog geschafft haben.
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30. Juni 2016

Heiraten auf Burg Sooneck – Zur Not hilft auch der Burgenblogger

von Moritz Meyer
Melanie und Semih Pektas haben auf der Burg Sooneck geheiratet.

Die Burg Sooneck ist in vielerlei Hinsicht ein Geheimtipp unter den Mittelrheinburgen. Allzuoft steht sie im Schatten der benachbarten Festen Rheinstein und Reichenstein. Auch, wenn es ums Heiraten geht. Dabei ist die kleine, heimelige Burg mit ihren vielen Rosen doch so romantisch. Und außerdem hat sie den Burgenblogger, der Hochzeitsgesellschaften in der Not zur Seite steht. (mehr …)


27. Juni 2016

Die Anti-Loreley – Erste Eindrücke von Maria Ruh

von Moritz Meyer
Blick von Maria Ruh zur Loreley.

Kürzlich verschlug es mich erstmals auf Maria Ruh. Der gute Ruf der lauschigen Location mit bestem Loreleyblick war bereits zu mir durchgedrungen. Vor Ort wurden meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Dort oben wird die große weite Welt ein bisschen kleiner. Auch, weil ich jemandem begegne, mit dem ich mehr als nur die Herkunft aus dem Kölner Süden teile. (mehr …)


25. Juni 2016

Tal toTal abgesagt nach Unwettern – Das sind die Gründe

von Moritz Meyer
Nach schweren Erdrutschen und Überschwemmungen sind die Straßen wie diese bei Trechtingshausen nicht benutzbar. Foto: Anja Nielsen

Auch ich hatte mich schon drauf gefreut und wäre gerne bei Tal toTal dabei gewesen. Aber nach den teilweise verheerenden Unwettern am Mittelrhein ist die Großveranstaltung Tal toTal abgesagt worden. Gesperrte Bahnstrecken, das Risiko neuer Unwetter und die in Einsätzen gebundenen Sicherheitskräfte: Am Ende kam zu viel zusammen. Die Veranstaltung ist nicht ordnungsgemäß durchführbar. Auch eine Wiederholung in ein paar Wochen ist nicht möglich, erklärte eine hörbar geknickte Organisatorin Claudia Schwarz im Gespräch. (mehr …)


23. Juni 2016

Der Flutmontag von Oberheimbach – Protokoll einer Dorfkatastrophe

von Moritz Meyer
Ronny Licht und Nathalie Hartenstein vor ihrem Haus in Oberheimbach.

Der Schrecken des Morgens vom 30. Mai sitzt vielen Oberheimbachern immer noch in den Knochen. Nach starken Regenfällen waren Teile des Ortes überflutet worden. Vergangene Woche hatte darum die Ortsverwaltung zu einem Helferfest eingeladen, um sich bei den Freiwilligen Helfern, den Rettungskräften und den Betroffenen für ihren Einsatz zu bedanken. Ich war auch dort und habe mich mit denen unterhalten, die den Unwettermorgen erlebt haben. Aus ihren Erzählungen ergibt sich diese Chronik der Flutkatastrophe. (mehr …)


18. Juni 2016

AKTION: Burgenbloggers Weinkiste hilft Geflüchteten

von Moritz Meyer
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Nach meinem Besuch im Café Global in Oberwesel hatte ich den Wunsch, den Menschen dort zu helfen. Meine Idee: Ich sammele den besten besten Wein vom Mittelrhein und versteigere ihn am Ende meiner Zeit als Burgenblogger. Der Erlös kommt dem Flüchtlingscafé in Oberwesel zu Gute. In diesem Video erkläre ich die Aktion noch einmal. (mehr …)


16. Juni 2016

Pures Gold: Doro Peschs Musikvideo „Let love rain on me“, 2004 gedreht auf Burg Sooneck

von Moritz Meyer
Schmacht! Doro Pesch am Mittelrhein!

Fundgrube Internet: Im Jahr 2004 drehte Rockmusikerin Doro Pesch ein Musikvideo auf Burg Sooneck. Ihre Single „Let love rain on me“ war in Deutschland mäßig erfolgreich. Weiter südlich allerdings wurde der Song ein richtiger Hit. Eine kleine Anekdote aus der jüngeren Geschichte von Burg Sooneck.

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